Unterbezahlt, übergewichtig, schütter behaart

Perryleaks deckt auf: „Perry Rhodan“-Autoren und -Redakteure leben am Rande des Ertragbaren

Zu Beginn der zweiten Januarwoche fand im badischen Rastatt, nahe dem Sitz der Pabel-Moewig Verlag GmbH, die traditionelle „Perry Rhodan“-Autorenkonferenz statt: die Autoren werden mit der neuen Handlung bekanntgemacht und mit ausreichenden Mengen an Speisen und Getränken zufriedengestellt. Doch hinter der wohlgenährten Fassade gärt es. In früheren Jahren machten sich die Unzufriedenen Luft, in dem sie an K.H. Scheers Auto die Reifen zerstachen, heutzutage eröffnet man für so etwas einen Twitter-Account.„Perryleaks“ nennt sich der Insider, der bei Twitter Fakten über die kommende Handlung ausplaudert und dem Fandom Observer exklusiv Fotos und Notizen von der Konferenz zur Verfügung stellt, ohne seine Identität preiszugeben. Wir dokumentieren den Zustand des „Perry Rhodan“-Teams unzensiert und stellen fest: Es ist erschütternd! von links nach rechts: Wim Vandemaan, Uwe Anton, KNF, Sabine Kropp, Marc A. Herren

Das Perryleaks-Protokoll

  • Pogo betrachtet kritisch seine Hose und stellt besorgt fest, dass er eine neue benötigt. Er beteuert, dass es seine einzige sei, so finanziell schlecht gehe es den Redakteuren.
  • Während der Dis­kus­sion fragt einer der Teilnehmer besorgt, ob der Rüssel eh dort hinkomme, wo er hin solle.
  • Ungeheurer Hang zur Brutalität bei den Autoren: „ … er bricht diesem Krishna-Typen die Finger und geht weiter … “
  • Das Geheimnis schöner Frauen? Salpeterer klärt auf: Es ist die Buttermilch am Mor­gen.
  • Dringend notwendige Diättips werden unter den Autoren ausgetauscht. Ein Kilogramm Gewichtszunahme pro Jahr ist bei „Perry Rhodan“-Autoren die Regel
  • Wird es beim Weltcon Schwedinnen geben? Assange stellt den Antrag, die Gladiatoren beim Einmarsch von barbusigen Blondinen begleiten zu lassen. Unter der Autorenschaft bricht helle Begeisterung aus.
  • Wie füttert man seine Kinder? Erfahrungswerte werden ausgetauscht, unter anderem über die Rhodan-Methode: Ein Löffel für Perry, einer für Mondra …
  • Assange wurde vom Sohn eines Kollegen heftigst angespuckt. Ob die Leserschaft ähnlich reagieren wird, wenn sie herausfindet, was die Autoren im neuen Zyklus vorhaben?
  • Pogo weiß natürlich nicht mehr, wieviel er getrunken hat
  • Nathan übersetzt einen Song aus dem Stegreif ins Arkonidische. Zu unserer Beruhigung spricht er den Text und singt ihn nicht.
  • Quixote befindet sich hochoffiziell auf einer Lehrveranstaltung, Pogo schreibt ihm eine Bestätigung dafür.
  • Quixote referiert minutenlang über das Zentrum der Welt: über den Kiosk in Wanne-Eickel …
  • Kopfschütteln ist der Lieblingssport während der Themenbesprechung.
  • Auch der Klon des Klon-Elefanten ist wieder mal Thema. Der Expokrat verspricht ein dünneres Expo, das es einem Autor erlaubt, dieser immer wieder geforderten Figur breiten Raum zu geben.
  • Wirkungsvolle Haarwuchsmittel sind ein großes Thema. Das Autoren-Gruppenfoto wird von einer Redakteurin folgendermaßen kommentiert: „Wir brauchen jemanden mit Haaren in der Mitte!“ ——— Leider findet sich niemand … Vorschlag eines Autors für eine Bildunterschrift zum Photo: „Selbst diese Menschen haben einen Partner gefunden!“
  • Dutt belohnt sich für gute Arbeit und gibt sich selbst die Erlaubnis, nun aufs Klo zu gehen.
  • Der Papierene spricht unverhältnismäßig viel im Vergleich zu den Vorjahren: Über den Nachmittag verteilt waren es 16 Worte.

Enpunkt: “@fandomobserver Firlefanz. Nein, ernsthaft: Als Redakteur ist Autoren-ärgern ja schon normal. Aber @perryleaks kommt mir seltsam vor.” 5:23 PM Jan 14th via web

Perryleaks:

„Perry Rhodan“-Autorenkonferenz 2011

Rastatt Die Konferenz fand wie üblich in einem Hotel nahe des Verlagsgebäudes statt. Es hatte zwar den Namen, aber nicht den Besitzer gewechselt: aus Holiday Inn war Best Western geworden, das Personal hingegen war gleich geblieben.
Dennoch waren manche Änderungen auffällig: Ging es in den Jahren zuvor meist um das Thema, wer von den Autoren am meisten Gewicht zugelegt hätte, so gewann dieses Mal – außer Konkurrenz – der kleine, spaßige Asiate, der sich sowohl in der Bar als auch beim Frühstücksbuffet um uns kümmerte. Sein Leibesumfang hatte sich wohl verdoppelt. Ich vermute, dass der Hintergrund dieser wundersamen Körper­mas­senvermehrung eine Eheschließung ist. von links nach rechts: Frank Borsch, Christian Montillon, Hubert Haensel, Wim Vandemaan
Für die Hotelgäste wurde diesmal lobenswerterweise neben WLAN auch Kabeladapter fürs Internet angeboten, je nach Stockwerk in einer anderen Kabelfarbe. Ein lobenswerter Service, der allerdings zu großer Ver­wir­rung führte: Leider funktionierte weder das eine noch das andere zur Zufriedenheit der Gäste und so gab es Autoren, die nach zwei Tagen ohne Zugang zum World Wide Web kaum noch zu gebrauchen waren.
Parallel zur Konferenz liefen in anderen Räumen Seminare einer großen deutschen Versicherung. In praxisnahen Spielchen wur­de rund um die Uhr geprobt und trainiert, wie man potenziellen Kunden möglichst viel Geld aus der Tasche zieht und gelernt, wie man selbst bei den größten Beleidigungen demütig lächelt. Einer der stets in feinen Stoff gehüllten Trainees hatte zumindest eine Ahnung, was „Perry Rhodan“ sein könnte. Er fragte: „Ist das nicht eine Comic-Figur?“
Der Ablauf der Konferenz war derselbe wie in den Jahren zuvor: Nach einer offiziellen Begrüßung berichteten die Redakteure von Marketing-Angelegenheiten, wobei dem e-Markt immer größere Bedeutung zukommt. Neue Projekte wurden präsentiert und das Jahr Revue passieren gelassen. Lob und Kritik von seiten der Redaktion waren ebenfalls Teil des Vormittags. Nach dem Mit­tagessen ging es um Inhaltliches. Um Dinge, die gut, und solche, die weniger gut funktioniert hatten. Wie es seit Jahren Usus ist, gab es anschließend drei Arbeitsgruppen, die Fragenkomplexe des Expo-Autoren behandelten. Ein Tag wie dieser schlaucht, keine Frage, und als gegen 18 Uhr die Konferenz für beendet erklärt wurde, war wohl jedermann froh darüber. beim Italiener...
Tagsüber wurde wie immer im Hotel gespeist, dass sich die Balken bogen; zum Abschluss fanden sich Autoren und Redaktionsmitglieder beim nahen Italiener ein. Besonders vermisst wurde diesmal Verlagschef Walter Fuchs, der die „Perry Rhodan“-Macher Jahr für Jahr mit seinen launischen Reden zu begeistern weiß. Doch auch so endete der Abend nach der Autorenkonferenz bei guter Laune in der Hotel-Bar. Wobei festzustellen ist, dass es bei früheren Konferenzen schon wesentlich später wurde. Aber: Die Zeiten, da Kollegen die Nacht zum Tag machten, sind wohl vorbei.

perryleaks

Enpunkt “@fandomobserver Keine Ahnung, was dieser @perryleaks-Quatsch soll; dafür habe ich heut’ echt keine Zeit. Und jetzt ist Mittagspause.” So. 11:46 AM Jan 17th via web

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