Kurt Mahr – Geisterschiff CREST IV

Kurt Mahr - Geisterschiff CREST IVIn den PR-Planetenromanen wurden häufig nicht abgeschlossene Handlungsfäden aus der Heftserie wieder aufgenommen. So auch im vorliegenden Roman, der seinen Ursprung im Jahre 1968 hat. Damals erschien der von Kurt Mahr verfasste Perry-Rhodan-Heftroman „Von Galaxis zu Galaxis“ (Band 368).
Der damalige Zyklus bog auf die Zielgerade ein und die Auseinandersetzungen mit den Konstrukteuren des Zentrums nahmen an Heftigkeit zu. Perry Rhodan und seine Begleiter waren gezwungen, das Flaggschiff der Solaren Flotte in M87 zurückzulassen. Sie kehrten mit Hilfe von zwei Raumern der Haluter aus M87 in die heimatliche Milchstraße zurück und schickten die CREST IV mittels Unterlichtgeschwindigkeit auf Heimatkurs. Irgendwann, so waren sie sich sicher, wäre die technische Entwicklung so fortgeschritten, dass eine Expedition zur CREST IV aufbrechen, sie technisch aufrüsten und in die Milchstraße zurückbringen würde.

1000 Jahre später ist es so weit. Die HAMPTON T wird mit diesem Auftrag betraut und bricht nach M87 auf. Die Suche nach der CREST IV und die hierfür eingesetzte Technik und astronomischen Parameter bilden den sehr umfangreichen Anfang. Die weitere Handlung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Suche nach der CREST IV.
Nachdem das ehemalige Flaggschiff der Solaren Flotte nicht an dem Punkt vorgefunden wurde, an dem es eigentlich sein sollte, geht die Mannschaft der HAMPTON T Hinweisen nach, nach denen die Rrhaal für das Nichtauffinden der CREST IV verantwortlich sein könnten. Mit dieser kristallinen Lebensform sind die Menschen schon beim Zurücklassen der CREST IV aufeinander gestoßen und dies Zusammentreffen verlief keineswegs friedlich. Entsprechend vorsichtig tasten sich die Menschen an die Rrhaal heran. Nach und nach kommen sie den Rrhaal näher und bringen letztlich deren wahre Existenzgrundlage in Erfahrung.

Diesem Planetenroman aus dem Jahr 1979 merkt man sehr schnell an, dass er nach einem sehr einfach gestrickten Muster funktioniert. Die Handlung verläuft geradlinig und ist sehr einfach gezeichnet. Dies fällt auch bei den Figuren auf. Kurt Mahr beschränkt sich auf einige wenige Handlungsträger, die zudem nach einem überholten gesellschaftlichen Bild agieren. Die Besatzung der HAMPTON T soll zur Elite der Menschheit gehören, benimmt sich aber wie Vorpubertierende.
Das Romanende unterstreicht den bis dahin getroffenen Gesamteindruck. Das Handeln der Raumschiffbesatzung und ihre eigenmächtige Entscheidung die CREST IV den Rrhaal zu überlassen, entspricht keineswegs dem von Perry Rhodan gegebenen Befehl. Aber so wird einfach aus Menschenfreundlichkeit heraus eine solch bedeutende Hinterlassenschaft einem bis vor kurzem völlig unbekannten Fremdwesen übergeben.
Als SF-Fastfood könnte man diesen Roman ebenfalls bezeichnen. Kurt Mahr hat sich hier nicht besonders viel Mühe gegeben, sondern anscheinend innerhalb kürzester Zeit einen SF-Roman herunter geschrieben, der schon damals als reinste Trivialliteratur bezeichnet werden konnte. Neben der wöchentlichen PR-Heftserie waren die Autoren gezwungen jeden Monat ein Taschenbuch für die Taschenbuchreihe zu verfassen. Zeitlich war dies nur zu schaffen, wenn man sich nicht großartig mit stilistischen und inhaltlichen Fragen aufhielt.
Das vorliegende Taschenheft stellt kein Highlight dieser Neuausgabereihe dar.

Andreas Nordiek

Kurt Mahr
Geisterschiff CREST IV
Pabel-Verlag; Taschenheft
Originalausgabe: 1979
Neuausgabe: Dezember 2010

 

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