Ungewöhnlich, sperrig, ganz besonders

Logo Sphera Verlag„Wir werden keine zwei Ausschreibungen mehr auf einmal machen“, sagt Lena Unterlugauer vom Sphera Verlag. „Aus der gewaltigen Flut an Einsendungen haben wir gelernt.“ Erst im August 2010 hat sie zusammen mit Michael Arndt den kleinen Verlag mit Sitz in Hinterzarten gegründet, dem Nachwuchs wollen sie eine Chance geben, ungewöhnliche und sperrige Literatur fördern. Um dem Programm einen Anschub zu geben, schrieben sie Ende Oktober gleich zwei Themen für Anthologien aus: „Vampire“ lautete das eine, „Phantastische Liebe“ das andere. Ergebnis: gleich drei neue Anthologien, eine mit 24 sehr unterschiedlichen Liebesgeschichten, die anderen beiden zum Vampirthema, das immer noch ein Dauerbrenner zu sein scheint. „Neu erfunden wird der Vampir in beiden Anthologien nicht, aber er wird als faszinierende Fantasygestalt in seiner Komplexität wieder ernst genommen – zumindest größtenteils, denn anderen Autoren gelingt es hingegen fabelhaft, sein antiquiertes Wesen auf herrliche Weise zu karikieren“, sagt Unterlugauer.

Titel und Erscheinungsdaten stehen noch nicht fest; bis vor wenigen Tagen waren Unterlugauer und Arndt noch mit der abschließenden Sichtung und Bewertung der Einsendungen, mit Autorenvereinbarungen und Korrespondenz beschäftigt. „Es tut mir sehr leid, dass ich keine persönlichen Absagemails schreiben kann. Ich hoffe, ihr verzeiht mir …“ twitterte die Verlagschefin. Die Szene der hoffnungsvollen Nachwuchsschreiber ist groß und ein neuer Verlag, der gleich mit Ausschreibungen einsteigt, muß mit vollen Briefkästen rechnen – fast 260 Einsendungen waren es am Ende. Gedruckt wird bei Book on Demand, doch Druckkostenzuschüsse gibt es bei Sphera ausdrücklich nicht.
Ungeachtet dieses Pensums stehen die nächsten Ausschreibungen schon in den Startlöchern, wieder werden phantastische Kurzgeschichten gesucht: „Das Fremde in mir“ lautet das erste Thema, „gefragt sind Texte über beispielsweise Gestaltwandler und Werwölfe, Besessenheit oder gespaltene Persönlichkeiten – generell also Fremdanteile am menschlichen Ich. Gerne sehen wir düstere, nachdenkliche und psychologische Geschichten, auch Horror ist möglich.“

Ebenfalls sehr vielfältig klingt das Thema der zweiten Ausschreibung, die ungefähr Mitte März startet: „Wesen des Schlafs und Traums“: „Denkbar sind hier jegliche Geschöpfe, die während des Schlafs erscheinen, den Menschen dabei manipulieren, sich in Träume einschleichen oder schon in ihnen vorhanden sind – beispielsweise der Sandmann, der Incubus, ein Traumfresserchen, sogar die Zahnfee ist möglich oder gänzlich neue Kreationen. Die Geschichten können auch humorvoll und verspielt sein, wobei wir auch hier sehr gerne düstere Texte lesen.“
Zwar möchte Sphera ausdrücklich keine Kinder- oder Jugendliteratur anbieten, eine Grenze zieht man jedoch auch in der anderen Richtung: „Pornographisches ist bei beiden Themen ausgeschlossen.“

Manfred Müller

Mehr Informationen zu den Ausschreibungen gibt es hier: Sphera Verlag. Einsendeschluß ist der 31. Mai 2011

Nachtrag 2.6.:
Die Vampir-Anthologie kann hier bestellt werden: „Kalt glimmen die Sterne“

 

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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