Iron Doors 3D – trauriger „Cube“-Abklatsch

Iron Doors 3D - FilmplakatIrgendwie fühlt man sich schon in der ersten Szene an »Cube« (1997), einen meiner absoluten Lieblingsfilme erinnert. Ein Mann (Axel Wedekind) erwacht ohne Erinnerung in einem von Betonwänden umschlossenen Raum. Einziger Ausweg ist eine riesige Tresortür. Auf dem Boden liegt eine tote Ratte; an der Wand steht ein verschlossener Spind. Fortan geht es für den Bankangestellten darum, zu überleben und herauszufinden, wie er in diese ziemlich dumme Situation geraten ist.

Leider ist obige Frage auch schon das einzige Spannungselement des sich mehr schlecht als recht über eineinhalb Stunden quälenden Independent-Movies von Regisseur Stephen Manuel, der der Welt Meisterwerke wie »Der letzte Lude« (2003) oder »Lucky Fritz« (2010) geschenkt hat. Während der zähen One-Man-Show des mir bislang völlig unbekannten und extrem unsympathisch rüberkommenden Wedekind, die in der Hauptsache aus albernen Selbstgesprächen besteht, wird schnell klar, dass man hier nicht einmal mit einer originellen Auflösung am Filmende rechnen darf. Ein paar Ekelszenen à la RTL-Dschungelcamp (Maden aus der toten Ratte essen und den eigenen Urin trinken) sind da schon so etwas wie absolute Highlights eines ansonsten völlig belanglosen und ermüdenden Kinoabends.

Hinzu kommt der zwar versprochene, jedoch so gut wie nicht vorhandene 3D-Effekt. Da der Streifen nachträglich (und vor allem technisch unzureichend) konvertiert wurde und außer spartanisch eingerichteten Betonkammern nichts zu bieten hat, geht man als Zuschauer ob des höheren Eintrittspreises nicht nur enttäuscht, sondern auch noch wütend nach Hause.

Fazit: Trauriger »Cube«-Abklatsch, um den man selbst als Genrefan einen weiten Bogen machen sollte.

Rüdiger Schäfer

Iron Doors 3D
Deutschland 2010
Regie: Stephen Manuel
Buch: Peter Arneson
Darsteller & Produzent: Axel Wedekind
80 Minuten

 

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