Zielgruppe unklar – The Vampires 1/2011

The Vampires 1/2011Twilight, Vampire Diaries, True Blood… im Zuge der allgemeinen Vampirhysterie ist es nicht weiter verwunderlich, dass es nun „Das offizielle Magazin für Vampire und Werwölfe“ gibt. Der Untertitel zum Magazin offenbart schon, dass auf keine Zielgruppe verzichtet wird: Als Leserschaft sollen sowohl Anhänger von Team Edward als auch von Team Jacob gewonnen werden. Und damit die Zielgruppe das Magazin auch ganz sicher findet, packt es der gewiefte Zeitschriftendealer auch zu den Jugendzeitschriften.

Der Stil, in dem die Artikel in „The Vampires“ verfasst worden ist, lässt dann auch keinen Zweifel mehr zu. Die neuen Vampire wie Edward und Co sind cool und wichtig, die Verfilmung des letzten Twilight-Bandes wird mit existentiellen Fragen beleuchtet – welchen Volvo wird Edward fahren und in welchem Farbton ist der Film dieses Mal gehalten? Passend dazu gibt es eine ausführliche Schminkanleitung für das perfekte Vampir-Makeup.

Der Leitartikel bietet für Vampirkenner wenig Neuigkeiten, gibt aber ein gut recherchiertes und abwechslungsreiches Bild zur Entstehung des Vampirmythos. Ebenso aufschlussreich ist das Interview mit Markus Heitz, der zum Start des Magazins auch gleich eine vierteilige Kurzgeschichte beigesteuert hat.

Unvermeidlich für jedes Magazin sind die Rezensionen, das Team von „The Vampires“ hat sich passend zum Magazin für eine Wertung in Blutinfusionen entschieden. Neben zahlreichen Büchern, Filmen, Spielen und Graphic Novels werden auch Klassiker aus dem Vampirgenre bewertet. Bei der Bewertung zum „Tanz der Vampire“ offenbart sich einmal mehr die Zielgruppe. Zitat gefällig?
„Die Beiden (Graf von Krolock und Herbert) haben eine Gesichtsfarbe, als hätten sie drei Wochen am Stück „World of Warcraft“ gespielt und dabei nur Pizza und Cola zu sich genommen.“ Ein nett gemeinter Versuch, der kommenden Generation die Klassiker näher zu bringen.

Zum deutschen Serienstart von True Blood gibt es noch eine ausführliche Inhaltsangabe inklusive Surftipps für fandominspirierte Videos. Wer sich von diesen Videos ein Bild machen möchte, gebe bei den einschlägigen Plattformen zum Beispiel „Depeche Mode Corrupt“ ein.

Es ist mehr als eindeutig, wen „The Vampires“ sich als Zielgruppe auserkoren hat. Dennoch ist es schade, dass das Magazin sich ausschließlich an die jüngere Generation wendet und somit außer acht lässt, dass es auch eine Generation gibt, die mit dem „Tanz der Vampire“, „The Lost Boys“ und der 80er-Verfilmung von Angela Sommer-Bodenburgs „Der kleine Vampir“ aufgewachsen ist.

Katrin Hemmerling

The Vampires – Das offizielle Magazin für Vampire und Werwölfe
Ausgabe Nummer 1/2011
Marvi Verlag, Hannover
68 Seiten, € 4,95

 

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Eine Antwort auf Zielgruppe unklar – The Vampires 1/2011

  1. PhantaNews sagt:

    Ich halte die Beschränkung auf die aktuell angesagten Schmuse- und Funkel-Vampire aus geschäftlicher Sicht für nachvollziehbar. Es ist sicher sinnvoller sich gezielt auf eine Zielgruppe zu konzentrieren, statt ein halbgares Produkt für alte und neue Vampirfans auf den Markt zu werfen, bei dem die jeweils anderen von einer Hälfte des Heftes genervt ist…

    Wobei man vermuten könnte, dass die Zielgruppe des Magazins möglicherweise eher im Web als beim Zeitschriftenhändler nach Informationen sucht (und sie auch zuhauf findet). Ob das Konzept in Sachen Verkaufszahlen aufgehen wird muss sich also noch zeigen…