Der größte Sohn von Netphen-Dreistiefenbach: Matthias Langer

Matthias LangerEr ist fürchterlich beschäftigt, aber das ist eigentlich nicht allzu schlimm, denn es gibt für freiberufliche Grafikdesigner nichts Schlimmeres als Ruhe. Ruhe heißt: leeres Konto. Und er muß doch was essen, der Junge … Also schreibe ich einfach ein paar Zeilen aus dem Gedächtnis. Worüber? Es geht um Matthias Langer, geboren in Siegen, den wohl größten Sohn von Netphen-Dreistiefenbach.

Der Fandom Observer hat Matthias einiges zu verdanken: wirklich witzige Cartoons zum Beispiel, mit denen er die Blößen, die das Fandom sich gibt, kunstvoll freilegte, doch seine Pointen gingen nie bis zum Äußersten – er ließ seine Opfer leben. Daß man Fandom auch, oder eigentlich ausschließlich, mit Humor nehmen kann, hatte er da schon im SFC Thunderbolt gelernt. Meine Herren, was haben die Thunderboltler diesen gutmütigen Menschen ausgenutzt, ihm Entwürfe abgequetscht! Zum Glück hat der FO ihn aus diesem Sumpf befreit …

LeserbriefeFast von Anbeginn zum Gesicht des Heftes gehören die Icons, mit denen wir Rubriken kenntlich machen – da landen die Leser schonmal im Scheißhaus und Fanzines natürlich im Fleischwolf. Da der FO bis heute kein richtiges Logo hat, genügt es eigentlich, diese Icons vorzuzeigen – da weiß jeder Leser sofort, worum es geht.
Anfang der 90er machte Matthias – wir übrigen waren ja fast alles Laien – ein paar Designvorschläge. Im Kern benutzen wir seine Gestaltung immer noch, auch wenn sich seitdem einiges geändert hat. Den Titelschriftzug jedoch haben wir nicht angerührt, im Prinzip … Franklin Gothic war schon immer eine seiner Lieblingsschriften.

Matthias ist von Haus aus Comicliebhaber und -experte. Zusammen mit Michi Groenewald, Björn Hammel, Eugen Keck und Björn Hammel kämpfte er mit Cartoons gegen McDonalds – leider hat die im Schmetterling-Verlag erschienene Kampfschrift „Hunger, Durst und lose Zähne“ den Siegeszug der goldenen Bögen nicht aufhalten können, aber man kann ja auch aufrecht untergehen …

SI-Kartuun 8Mehr Erfolg hatten die fünf mit SI-KARTUUN: „Siegens bestes Comic-Magazin“ erschien von Ende der 80er bis Mitte der 90er in … grübel … zehn Ausgaben und da gaben sich die Stars der Szene die Klinke in der Hand! Wer das antiquarisch kriegen kann, sollte zugreifen!
Diese Expertise ließ er auch dem Fandom Observer zugutekommen, als Berichterstatter vom Comicsalon, als Rezensent von Comics und Comicfanzines und als eifriger Sammler von Nachrichten aus der Szene. Aber mein monatliches Highlight war immer der Anruf mit der Frage: „Haste mal’n Cartoon …?“ und natürlich das gequälte Stöhnen am anderen Ende der Leitung – er hat sich gewehrt, geziert, gewunden und am Ende doch immer eine treffende Satire des Fandomlebens abgeliefert. Er hat halt ein weiches Herz …

Matthias Langer wird heute 46 Jahre alt. Und wenn ich nicht den blöden Fehler gemacht hätte, ihm zu zeigen, wie Desktop Publishing geht, würde er, statt in den Niederungen der Brotarbeit – die er übrigens mit sehr gelungener Gestaltung verschönert, die Niederungen! – zu kämpfen, in der lichten Weite seines Ateliers über neuen Cartoons und Comicstrips brüten. Vielleicht kann ich ja mal seinen Rechner kaputtreparieren, dann muß er wieder zum Stift greifen und dann … wer weiß?

Herzlichen Glückwunsch, alter Schwede!

Manfred Müller

-> Sein Portfolio findet ihr auf seiner Webseite: m-design

Zork

Zork hat Post …

 

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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3 Antworten auf Der größte Sohn von Netphen-Dreistiefenbach: Matthias Langer

  1. Olaf Brill sagt:

    Matthias Langer !!!!! Mensch, ist das toll! Wir waren in den 80ern beide beim SFC Thunderbolt und haben viel zusammen gemacht. Er produzierte Cartoons am laufenden Band und zeichnete zum Beispiel die Titelbilder für “Marc O’Popel” (und alle anderen von Michael Hoegens Serien), auch für mein “Grmblhx”. Damals gab’s noch keine E-mails und Fratzenbücher, sondern man schrieb einander Briefe (und die Bundespost hat viel Geld mit uns verdient).

    Toll, dass du das Graphic Design zu deinem Beruf gemacht hast, Matthias, und viele Grüße aus Bremen. Vielleicht sieht man sich ja mal!

    Dein Olaf

  2. Den Glückwünschen an unseren Fortunen schließe ich mich natürlich herzlich gerne an. Und Mathias’ Cartoons mit Knollennase sind unvergessen. Zweimal mußte ich auch als Motiv herhalten. Ich erinnere mich gut dran. Einmal als Käptn Kölsch mit seinem tödlichen Bierkranz, ein anderes mal zusammen mit Thomas Ziegler als das Team von Raumschiff Promille statt Raumschiff Promet. Zeichne mal wieder was, Mathias, statt nur für BAP und Bottrop zu arbeiten.

  3. Pingback: Cartoon: Gestörte Perrystaltik | Fandom Observer