Gratiscomictag 2011: Auf jeden Fall von Vorteil

Gratiscomictag 2011: GoonDen Gratis-Comic-Tag gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 2010, doch in den USA wird dieser Tag bereits seit 2002 begangen. Ganz platt ist dies zwar nichts anderes als eine Werbeveranstaltung für die Comic-Verlage, um neue Leser zu rekrutieren, aber wenn zu diesem Zweck immerhin 44 extra für diesen Tag produzierte Comics gratis unter die Bevölkerung geschmissen werden, worüber sollte man sich da beschweren?
Wenn man sich so den Betrieb in der Comic Company in München, Frauenhofener Straße, so ansieht, über nicht sehr viel. Die Kunden kreuzen in den Prospekten eifrig ihre gewünschten Comics an und die Fachverkäufer versuchen, so gut es geht, diese Wünsche zu erfüllen. Allerdings mit der Einschränkung: „Jeder nur nur ein, … ähhh, drei Comics!“ Wohl demjenigen, der mit einer größeren Kinderschar gesegnet war und diese mitgebracht hatte. Aber der Stimmung im Laden tat das Ganze keinen großen Abbruch. Diverse Kinder sitzen in den Ecken und lesen schon mal in ihren Freiexemplaren, während die Großen neben den Gratisproben auch die gegen Bares abzugebenden Comics nicht unberücksichtigt lassen. Währenddessen gab sich einer der Fachverkäufer sichtlich große Mühe, drei eher mangaaffinen Mädchen die Feinheiten der westlich geprägten Comics näher zu bringen. Aber auch sie zogen dann glücklich und zufrieden mit ihren Freiexemplaren wieder ab.

Gratiscomictag 2011: Comic Company

„Fürs tägliches Geschäft ist der Tag auf jeden Fall von Vorteil,” so Boyger Alpaslan von der «Comic Company».

Und die Comic-Läden? Die sind mit der Resonanz vor und während des Comic-Tages auch zufrieden. Mit dem Comic-Tag erreichen die Händler vor allem neue Leser, die über die Presse auf die Veranstaltung aufmerksam wurden. Stammleser meiden dagegen eher die Läden an diesem Tag, weil der Laden zu voll ist, um in Ruhe zu stöbern. In der «Comic Company» war es immerhin so voll, daß die Signieraktion mit Robert Platzgummer (Mingamanga) komplett unterging. Trotzdem sind sie in der «Comic Company» zufrieden mit dem Gratis-Comic-Tag. „Fürs tägliches Geschäft ist der Tag auf jeden Fall von Vorteil,” so Boyger Alpaslan von der «Comic Company». Auch wenn der Schwerpunkt natürlich auf den Gratisheften liegt, so nehmen sich doch viele Besucher die Zeit, auch im normalen Angebot zu stöbern.

Gratiscomictag 2011: ThorIn den USA ist der «Free Comicbook Day» bereits viel länger etabliert als bei uns in Deutschland. Das die Comics in den Vereinigten Staaten einen viel größeren Stellenwert haben und als Kunstform anerkannter sind als bei uns, sieht man alleine daran, dass dieser Tag, in den USA immer am 1 Samstag im Mai, seit seinem Beginn 2002 fast jedes Jahr mit dem Start einer großen Comicverfilmung verknüpft wird. 2002 war dies der erste «Spider-Man», 2011 die Verfilmung von «Thor». Trotzdem wurde diese Verknüpfung durchaus kritisch gesehen, da man fürchtete, damit Comics auf ein Werbeinstrument der Filmindustrie zu reduzieren. Der Comic-Day konnte aber 2005 und 2006 beweisen, dass er auch ohne diese Unterstützung bestehen kann, da er in diesen Jahren nicht an eine Verfilmung gekoppelt war. In Deutschland beschränkte man sich lieber auf Sonderaktionen in vielen Läden, wie Signierstunden oder Sonderverkaufsaktionen.
Insgesamt scheint der Gratis-Comic-Tag in Deutschland besser angekommen zu sein als in Österreich und der Schweiz. Laut einem Bericht auf der Webseite des Börsenblatts war die Resonanz in Wien etwa „zwar nicht so schlecht“, aber es seien Comics übrig geblieben. Auch in Zürich sei die Resonanz nicht so stark wie letztes Jahr gewesen, aber trotzdem, nächstes Jahr ist man wieder dabei.
Der nächste Termin steht zwar noch nicht fest, aber wer zufällig nächste Jahr in den USA sein sollte, da ist der «Free Comicbook Day 2012» am 5. Mai, pünktlich zum Start des Avenger-Films.

Olaf Funke

 

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