James Camerons „Sanctum“: 3D ist auch nicht alles

SanctumDer Name James Cameron steht eigentlich für Qualität. Mit »Titanic« (1997) und »Avatar« (2009) schuf er zwei der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Seine Affinität zu Unterwasser-Themen hat er zudem schon mit dem grandiosen Actionstreifen »The Abyss« (1989) und den IMAX-Dokumentationen »Geister der Titanic« (2003) und »Aliens der Meere« (2005) bewiesen. Kein Wunder also, dass ich mich sehr auf den Taucher-Thriller »Sanctum« gefreut habe, der zwar nicht von Cameron gedreht, aber produziert und mit der aus »Avatar« bekannten 3D-Technik inszeniert wurde.
Die Handlung ist schnell erzählt, weil wenig originell. Eine Gruppe von Höhlenforschern wird durch einen Sturm unter der Erde eingeschlossen und muss einen alternativen Weg in die Freiheit suchen. Dabei wird das Team nach und nach durch allerlei Rückschläge, Unfälle und menschliche Unzulänglichkeiten dezimiert. Am Ende steht der einsame letzte Überlebende, der das Unmögliche schafft und gerettet wird.

Von den 30 Millionen US$ Budget ist der Großteil sicher in die technische Umsetzung geflossen, denn die ist tatsächlich beeindruckend. Die diversen Tauchgänge und Unterwasser-Aufnahmen wirken absolut plastisch und transportieren mit den dosiert eingesetzten Geräuscheffekten und einer für meinen Geschmack etwas zu tristen musikalischen Untermalung die Stimmung hervorragend.
Leider hilft das der banalen Story überhaupt nicht. Als Zuschauer findet man nie Zugang zu den durchgehend eindimensionalen Charakteren, denen man auch nach ihren teilweise dramatischen Abgängen nur wenige Minuten nachtrauert. Dazu passt die Anekdote, dass Regisseur Alister Grierson angeblich gar nicht in 3D drehen wollte und erst von Cameron von den Vorzügen dieser Technik überzeugt werden musste. Dass es nun ausgerechnet die 3D-Bilder sind, die diesem absolut durchschnittlichen Streifen zumindest einen Hauch des Besonderen verleihen, spricht Bände.

Sanctum - James Cameron

James Cameron (Mitte) bei den Dreharbeiten


Übrigens: Obwohl der Film laut Drehbuch in Papua-Neuguinea spielt, wurde er komplett an der Goldküste in Queensland, Australien gedreht. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten ertrank zudem die 29-jährige Stunt-Taucherin Agnes Milowka in einer der Höhlen, die auch im Film zu sehen ist.

Ich will nicht ausschließen, dass ich aufgrund des großen Namens eines James Cameron mit einer zu hohen Erwartung ins Kino gegangen bin. Andererseits sollte eine Filmlegende wie sie der geborene Kanadier nun einmal ist, schon darauf achten, wofür er seinen guten Ruf riskiert. »Sanctum« ist ein durch und durch gewöhnlicher Film, der fast nur durch seine hervorragenden 3D-Effekte auffällt.

Rüdiger Schäfer

 

Das könnte Dich auch interessieren:

Abgelegt unter Filme und getaggt mit , , . Setz ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hier hast Du nichts zu melden …