Ordentlich was kaputthauen: Fear Itself 1-3

Fear Itself 1Beinahe schon traditionell ist das Frühjahr der ideale Zeitpunkt für die großen amerikanischen Comicverlage, ihr Jahres-Crossover loszutreten. Bei DC hat man sich 2011 für „Flashpoint“, einem Crossover, das sich mit einer alternativen Realität beschäftigt, entschieden, während Marvel zurückkehrt zu den großen Wurzeln solcher Crossover und ein Event startet, das durchaus Potential hat, den legendären „Secret Wars“ gleichzukommen. Zumindest lassen die ersten Hefte Großes vermuten und man darf wieder mal erleben, wie ganze Straßenblocks dem Erdboden gleich gemacht werden, während der Held sich mit den Schurken kloppt.

Doch worum geht es bei „Fear Itself“? Alles beginnt in New York, als Steve Rogers mit den Avengers versucht, eine Menschenmenge zu beruhigen. Dann eskaliert die Situation und obwohl es am Ende keine Opfer zu beklagen gibt, fühlen die Helden doch, dass etwas gar nicht in Ordnung ist.
Zum selben Zeitpunkt findet Sin, Red Skulls Tochter, einen Hammer, der Thors Hammer Mjolnir nicht unähnlich ist. Die Waffe gibt ihr göttliche Kräfte, doch ihr Wille wird von einer unbekannten Macht unterdrückt. Im Verlauf der nächsten Tage tauchen weitere Waffen auf und es sind auch Helden wie Hulk oder Ben Grimm, die der unbekannten Macht erliegen und sich gegen ihre Verbündeten wenden. Thor will die Götter Asgards aufrufen, den Menschen zur Hilfe zu kommen, doch dann taucht Odin auf und befiehlt die Rückkehr nach Asgard und Thor selbst läßt er in Ketten legen und mitschleifen. Es ist offenkundig: Odin hat Angst und was immer sich auf der Erde tut, es hat mit einem uralten Feind zu tun, mit dem der Göttervater nicht konfrontieren werden möchte.

Fear Itself 2Wie schon in den letzten Events ist auch dieses Crossover sehr modular gestaltet. Man muss nicht alle Hefte kaufen (was wohl bestimmt 50 Stück wären) sondern es reicht, die Hauptserie mit 7 Heften zu verfolgen, um die Rumpfgeschichte mitzuverfolgen. Die sogenannten Tie-Ins der normalen Serien haben auch eine gewisse Eigenständigkeit und könnten sogar ohne das Lesen von „Fear Itself“ gelesen werden. D. h. eine Aktion wie bei „Secret Wars II“ steht nicht bevor, als am Ende von jedem Heft gesagt wurde, in welchen Heften von welchen Serien die Handlung weitergeführt wird, bis sie dann in der nächsten Ausgabe von „Secret Wars“ mündete. Vielen Dank, dafür, Marvel.

Die Geschichte an sich beginnt recht episch und künstlerisch gibt die Arbeit von Stuart Immonen (Zeichnungen), Wade Von Grawbadger (Tusche) und Laura Martin (Farbe) absolut keinen Grund zur Klage. Das ist wirklich beste amerikanische Arbeit und inhaltlich kann Matt Fraction ebenfalls überzeugen, auch wenn es noch zu früh für ein abschließendes Urteil ist. Fakt ist, dass dies endlich mal wieder ein Crossover ist, bei dem gewaltige Kräfte entfesselt werden und ordentlich was kaputt gehauen wird. Sicher, das hört sich nicht nach einem intellektuell anspruchsvollen Thema an, aber hey, wir reden hier von Superheldencomics und hin und wieder will man sehen, was passiert, wenn gewaltige Kräftige entfesselt werden. Wer also auf so etwas steht, wird auf seine Kosten kommen, da bin ich sicher. Wer dies nicht so mag, sollte zumindest Marvels Version von Thor mögen, denn er und die Götter von Asgard spielen in diesem Event eine wichtige Rolle. Wer weder das eine noch das andere mag, sollte lieber die Finger von diesem Crossover lassen.

Rupert Schwarz

Fear Itself 3Fear Itself 1-3
Autor: Matt Fraction
Zeichnungen: Stuart Immonen
Tusche: Wade Von Grawbadger
Farbe: Laura Martin
Verlag: Marvel Comics, 2011,
34 Seiten (#1), 22 Seiten (# 2 + 3)

 

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