Genug Fantasy für ein Jahr – MAGIRA 2011

Magira 2011Es ist schon eine Freude, das neue MAGIRA auszupacken: Man weiß, es ist dicht befüllt mit relevanten Informationen für den Fantasy-Leser, aufschlußreichen Interviews und Erzählungen von namhaften Autoren und Nachwuchskräften auf wohltuend hohem Niveau. In dieser Form ist MAGIRA in der deutschen Szene einzigartig.

Comic: ausführlich beschäftigt sich der Band in diesem Jahr mit der mehrfach preisgekrönten Comic-Serie FABLEs von Bill Willingham und deren Ableger. Neben vielen faszinierenden Hintergründen gibt es einen kompletten Überblick über die erschienenen Bände. Auch die gerade frisch in Deutschland erscheinende Serie THE UNWRITTEN, ein Meta-Literatur-Comic mit vielen Handlungsebenen, wird vorgstellt.

Ein fixer Programmpunkt der jährlichen Mitgliederversammlung des Fantasy-Club e.V., der das von Hermann Ritter und Michael Scheuch herausgegebene MAGIRA verlegt, ist der Bericht zur wirtschaftlichen Situation des Jahrbuches, das in dieser Form zum elften Mal erscheint. Beruhigend: „MAGIRA trägt sich selbst.“ Und doch würde man sich mehr Leser wünschen, vor allem in den Reihen der Fantasy-Club-Mitglieder – da sind es nämlich erschreckend wenige. Am Inhalt kann’s nicht liegen:

Besonders eindringlich ist ein Besuch bei Michael Moorcock, der Journalist Har Kunzru besucht das Idol seiner Jugend in Texas, und trifft auf einen wie seit jeher meinungsfreudigen, jung gebliebenen
Altmeister.

In weiteren Artikeln geht es um Sherlock Holmes in der Phantastik, Julian Mays MOND-Trilogie, Vampire auf dem Mississipi und Ghormenghast. Literarisch gibt es die deutsche Erstveröffentlichung der Gewinnergeschichte des WORLD FANTASY AWARDS 2010 von Karen J. Fowler, DIE PELICAN-BAR, sowie weitere Geschichten von Torben Schröder und Barbara Beyß.

Zahlreiche Rezensionen, zu Büchern, Hörbüchern und Filmen sowie der umfassende Marktüberblick von Hermann Urbanek runden den Band ab.

Die farbigen Illustrationen dieser Ausgabe stammen von Helge C. Balzer, einem Künstler, der sich im Gamedesign einen Namen gemacht hat. Seine Motive haben eine deutlich morbide Ader, die sich trotzdem ganz hervorragend mit den Anklängen an cartoonistische Stilrichtungen verträgt. Dabei gelingt ihm sogar der Schritt weg von der reinen Dekoration hin zur religionskritischen Pointe. Das ist deutlich mehr als die gewohnte, muskelbepackte Sword&Sorcery-Einheitskost – ansehen!

Alte Meister, neue Rebellen, Blicke über den Tellerrand – die Mischung, die MAGIRA im Jahr 2010 den Deutschen Phantastik Preis beschert hat.

Zu recht.

Manfred Müller

MAGIRA 2011
404 Seiten, 17×22 cm
Paperback
14,90 Euro.
ISBN 978-3-935913-11-9
www.magira-jahrbuch.de

 

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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