Jede Menge Potential: Kevin Hearne – „Hexed“

Kevin Hearne - „Hexed“Atticus O’Sullivan, der letzte Druide der Welt, ist zwar kein ausgesprochener Freund von Hexen, schließt aber trotzdem einen Nichtangriffspakt mit dem örtlichen Hexenzirkel. Unglücklicherweise vervierfacht sich die Menge der Hexen in Tempe, Arizona, über Nacht, nur gehören die Neuankömmlinge leider nicht dem polnischen Hexenzirkel an, mit dem er gerade erst den Pakt besiegelt hat sondern einem konkurrierenden deutschen Hexenzirkel mit, wie kann es anders sein, Wurzeln in der dunklen, düsteren deutschen Geschichte des zweiten Weltkriegs.
Und weil das noch nicht genug ist haben wir noch einen gefallenen Engel auf dessen Speiseplan High-School-Schüler stehen (verwurstet der Autor hier unliebsame Schüler?), Old Man Coyote (ist ja nicht so, dass Amerika nicht seine eigenen übernatürlichen Wesen hat) und eine Gruppe Bacchus-Jünger, die ihre tödlich-dekadenten Partys von Las Vegas nach Tempe, Arizona verlegen wollen.
Aber wozu hat man ein magisches Schwert, Panzerabwehr-Granatwerfer aus des Nachbarn Garage und einen Vampir als Anwalt, wenn man nicht mit deren Hilfe die Stadt wieder aufräumen kann und so den Hexen zu zeigen, wo Bartel den Most herholt … und dass Druiden nicht nur Misteln schneiden können?

Dass der Autor mal wieder mit einer gewissen Portion Humor an sein Buch herangeht sieht man nicht zuletzt an Kleinigkeiten wie Szenen, deren Synopse sich wie der Beginn eines Witzes anhören: Kommen ein Priester und ein Rabbi in den Buchladen eines Druiden. Wo man einen Schenkelklopfer erwartet, kommt ein weiterer Plot hinzu. der zukunftsweisend ist, neben vielen anderen Türen. die sich auftun für weitere Fortsetzungen.

Die Fortsetzung von „Hounded“ kann sich nicht nur mit dem Vorgänger messen, die Latte wird sogar noch ein bisschen höher gehängt. Hatte der Autor im ersten Band anfangs leichte Probleme, seinen Hauptcharakter so zu etablieren, dass er glaubhaft aber nicht übermächtig wirkte, kann er jetzt einfach weitererzählen – wenn es dem Buch an einem nicht mangelt, ist es Spannung. Die Nebendarsteller werden weiter ausgearbeitet und tun ihr übriges dazu, Material für weitere Bücher zu liefern. Langweilig dürfte es dem Autoren in den nächsten Jahren nicht werden.

Colin Wagenmann

Kevin Hearne
„The Iron Druid Chronicles: Hexed“
Del Rey, Juni 2011, 320 Seiten
ISBN 0345522494

 

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