DC startet 52 Comic-Serien neu!

Logo DC ComicsEs ist eine bekannte Tatsache, dass sich die erste Ausgabe einer Reihe am besten verkauft. Viele Leser greifen zu, weil es sie interessiert und weil man sicher sein kann, dass eine neue Geschichte beginnt. Diese Tatsache ist den Marketing Superbrains in Amerika bestens bekannt und bestens bekannt sind uns deswegen auch die ständigen Neunummerierungen. Jüngstes Beispiel ist Uncanny X-Men. Die Serie wird mit der Ausgabe 544 eingestellt und mit einer Nummer 1 fortgeführt. Warum? Das wissen nur die Marketing- und Finance-Leute in Amerika.

Justice League protestNun, diese Verfahrensweise ist bekannt, aber besonders eifrige Marketing-Experten bei DC kamen auf die Idee, einfach mal alle Serien neu zu starten. So kam es dann zum 52 DC Relaunch. Man stellt einfach alle Serien ein und startet mit der golden Eins – auf dass das Geldsäckle klingle. Im Detail sind dies: Justice League, Wonder Woman, Aquaman, The Flash, The Fury of Firestorm, The Savage Hawkman, Green Arrow, Justice League International, Mister Terrific, Captain Atom, DC Universe Presents, Green Lantern, Green Lantern Corps, Green Lantern: The New Guardians, Red Lanterns, Batman, Detective Comics, Batman & Robin, Batman: The Dark Knight, Birds of Prey, Catwoman, Batgirl, Batwoman, Nightwing, Red Hood and the Outlaws, Batwing, Swamp Thing, Animal Man, Justice League Dark, Demon Knights, Frankenstein, Agent of SHADE, Resurrection Man, I, Vampire, Voodoo, Legion Lost, Legion of Superheroes, Teen Titans, Static Shock, Hawk & Dove, Stormwatch, Blackhawks, Sgt. Rock and the Men of War, All-Star Western, Deathstroke, Grifter, OMAC, Suicide Squad, Blue Beetle, Action Comics, Superman: The Man of Tomorrow, Supergirl, Superboy…. Ächz. Selbst die altehrwürdigen Action Comics und Detective Comics, die beiden am längsten laufenden DC Serien überhaupt, wurden nicht verschont.

Diese Vorgehensweise hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die Comickünstler haben keine Möglichkeit mehr, ihre Geschichten so richtig aufzubauen. Seit Jahren sind es die großen Jahresevents oder auch so ein Unsinn wie hier, die den kreativen Köpfen bei den Verlagen mehr und mehr die Möglichkeit nehmen, was wirklich Originelles zu schaffen. Die können doch nur eine Geschichte über 4 oder 6 Hefte erzählen, bevor die Superevents und die Verlagspolitik alles in neue Bahnen zwängen. Nur ganz wenige Schreiber konnten sich da raushalten. Ich fürchte, dass sich bei den Fans allmählich eine Müdigkeit breit macht. Wo sind die großartigen Geschichten von früher geblieben. Heute gibt es nur noch Fastfood zwischen den Events, die zwar groß in Szene gesetzt wurden, aber letzten Endes mit der effekthascherischen Dramatik alle Keime für neue, originelle Storylines vernichten. Bleibt abzuwarten, ob die Dagobert Ducks bei DC am Ende den erhofften Geldsegen bekommen oder nicht.

Rupert Schwarz

 

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