Mitreißend von der ersten Szene an: „Super 8“

Super 8
Regelmäßige Leser meiner Rezensionen wissen inzwischen, dass ich ein Fan der Arbeit von J. J. Abrams bin. Seine TV-Serien »Alias«, »Lost« und »Fringe« gehören mit zum besten, was das Fernsehen in den vergangenen 20 Jahren hervorgebracht hat. Mit »Super 8« hat er nun einen SF-Kinofilm abgeliefert, den er nicht nur als Regisseur und Produzent, sondern auch als Drehbuchautor verantwortet.

Die Handlung spielt im Jahr 1979 in der fiktiven Kleinstadt Lillian in Ohio, USA. Dort arbeitet eine Gruppe Jugendlicher um den 13-jährigen Joe Lamb (Joel Courtney), dem Sohn des örtlichen Hilfssheriffs, an einem per Super 8 gedrehten Zombiefilm, den man für einen Wettbewerb einreichen will. Während nächtlicher Dreharbeiten an einem Bahnhof, beobachtet man ein furchtbares Zugunglück. Von diesem Zeitpunkt an häufen sich seltsame Vorfälle in der Stadt. Haustiere und Elektrogeräte verschwinden, immer wieder kommt es zu unerklärlichen Stromausfällen – und das Militär ist plötzlich omnipräsent und scheint fieberhaft nach etwas zu suchen.

Super 8»Super 8« ist ein Film, der mich von der ersten Szene an mitgenommen hat. Er erinnert an das klassische Erzählkino der 1980er Jahre, an Meisterwerke wie »Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers« (1986) oder »Die Goonies« (1985). Abrams lässt seinem jungen Ensemble viel Raum, sich zu entwickeln, stellt die Story und nicht die Kreatur (die sich im Zug befand und durch dessen Havarie befreit wurde) ins Zentrum des Films. Dabei bleibt er auch bei der Wahl seiner darstellerischen Mittel stets konservativ und folgt den ungeschriebenen Gesetzen des frühen amerikanischen Creature Features: In der ersten Stunde ist das Monster allenfalls kurz oder in Ausschnitten zu sehen. Erst im großen Finale erfährt der Zuschauer, wie der außerirdische Besucher wirklich aussieht.

Super 8Man merkt »Super 8« zudem an, dass Produzent Steven Spielberg auch an der Konzeption der Handlung mitgewirkt hat. Einige Storyelemente erinnern stark an Motive aus »E-T. – Der Außerirdische« und »Unheimliche Begegnung der dritten Art«. Manch einer mag dabei vielleicht die dramaturgische Evolution vermissen, doch »Super 8« beweist, dass man auch 2011 noch immer eine Geschichte erzählen muss, um das Publikum zu faszinieren. Zumindest ich ziehe Werke wie »Super 8« jederzeit den krachbunten und effektlastigen Blockbustern wie »Transformers 3« oder »Fluch der Karibik 4« vor. Und der Erfolg spricht für sich: Mit seinen 50 Mio. US-Dollar Budget hat »Super 8« bereits in den ersten beiden Wochen nach Kinostart die mehr als vierfache Summe wieder eingespielt.

Übrigens: Es lohnt sich, nach Ende des Films im Kinosessel zu verweilen und sich auch den Abspann anzusehen. Dort wird nämlich der Zombiestreifen gezeigt, den Joe Lamb und seine Freunde gedreht haben, und der ist durchaus sehenswert.

Rüdiger Schäfer

»Super 8«
Kino, SF,
112 min.
FSK 12

 

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