Ungereimt unterhaltsam: Super 8

Super 8»Super 8« ist ein Film, den ich mit Spannung erwartet habe. Hauptsächlich wegen der Ansage „Scariest movie ever“. Ich rechnete also mit etwas vom Kaliber von „Die vierte Art“.
Andererseits stand ich»Super 8« auch skeptisch gegenüber. Denn in letzter Zeit kamen sehr viele „Alienfilme“ (Sci-Fi-Filme, in denen Außerirdische vorkommen) in die Kinos. Der beste bisher war »Monsters«, der Rest war eine Ansammlung Special Effects, mehr nicht.

Super 8 Der Film handelt von einer Gruppe Kinder, die einen Zombiefilm drehen wollen. Dabei beobachten sie, wie ein Pickup frontal mit einem Güterzug zusammenstößt und der Zug entgleist. Bald stellt sich heraus, dass der Zug dem US-Militär gehörte und eine außerirdische Kreatur transportiert hat. Dieses Wesen bricht nun aus und terrorisiert die nächst gelegene Kleinstadt.

Das Konzept hinter diesem Film ist definitiv etwas Neues. Zum ersten Mal seit Langem sind die Außerirdischen keine technologisch überlegene Invasionsstreitmacht, die die Welt erobern und die Menschheit versklaven will, sondern ein einzelnes, armes Wesen, das mit seinem Raumschiff abstürzt, misshandelt wird und sich nun an der Menschheit rächen will. E.T.s großer Bruder will also auch nur nach Hause.

Trotz dieses guten Konzepts weist der Film einige Logikfehler auf. Wie kann es sein, dass ein Mensch in einem Pick-up den frontalen Zusammenstoß mit einem Güterzug nicht nur überlebt, sondern auch noch im Stande ist, zu sprechen, wenn auch heiser? Außerdem erscheint es mir relativ unrealistisch, dass bei einem Zugunglück so viele Funken, Flammen und Waggons durch die Gegend fliegen, wie im Film. Obwohl das nicht auszuschließen ist. Aber dass eine Gruppe Kinder das Ganze unbeschadet und nicht traumatisiert überlebt, erscheint mir etwas unglaubwürdig.

Super 8 Doch die Logikfehler beschränken sich nicht nur auf die Menschen. Im Verlauf des Films stellt sich heraus, dass das Alien über telepathische und telekinetische Fähigkeiten verfügt und somit z.B. sein Raumschiff in unzählige Würfel von der Größe eines Apfels zerlegt.
Woeso zerstört es dann nicht kraft seiner Gedanken die Gitterstäbe, die es gefangen halten, und flieht aus eigener Kraft ? Nun könnte man argumentieren, dass das Wesen nur metallische Objekte manipulieren zu können scheint. Wieso befreit es sich dann aber nicht aus dem fahrenden Güterzug? Und wieso zerstört es am Ende nicht den Bus mit den Kindern kraft seiner Gedanken?

Trotz des neuartigen Konzepts konnte „Super 8“ „Monsters“ nicht von meiner persönlichen Spitze verdrängen. Dafür fehlt mir an manchen Stellen die Logik. Außerdem stört mich, dass der Fokus zu sehr auf den Kindern liegt. Das ist zwar auch etwas Neues, aber der Mut der Kleinen ist an einigen Stellen doch etwas überzeichnet.

Wenn man aber den Film nicht zum Reviewen anschaut, sondern zur Unterhaltung und über die oben aufgelisteten Ungereimtheiten hinweg sieht, kann man ihn sich durchaus antun. Meinetwegen auch im Kino, denn die Special Effects sind dort am eindrucksvollsten.

Aber was ist eigentlich mit diesem „Scariest Movie ever“? Denn so Angst einflößend ist Super 8 gar nicht. Oder bezieht sich das auf den Zombiefilm, den die Kinder drehen?

Abschließend möchte ich die Stellungnahme eines Twitterers zitieren, die, wie ich finde, mein Review ganz gut untermauert: „Die Moral von Super 8 ist folgende: Seid lieb zu euren Kindern, seid lieb zu euren Eltern und ärgert keine Aliens“.

Dennis Bruk

 

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