DPP, DSFP, KLP – welcher Preis ist heiß?

DPP, DSFP, KLP5000 Stimmen wurden beim diesjährigen Deutschen Phantastik-Preis abgegeben – ungefähr, die genauen Zahlen bleiben das Geheimnis der Ausrichter. Jeder kann auf der Webseite der Veranstalter Vorschläge in 10 Kategorien machen, jeweils fünf Vorschläge kommen in die Endrunde. Abgestimmt wird online – ein Sicherheitscode pro E-Mail-Adresse soll Manipulationen erschweren.
67 SF-Schaffende haben 2011 in sechs Kategorien über den Kurd-Laßwitz-Preis abgestimmt (der Hörspielpreis wird von einer Jury vergeben und fiel dieses Mal mangels preiswürdiger Beiträge aus); die Nominierungen können aus dem Kreis der SF-Schaffenden übers Jahr beim KLP-Treuhänder eingereicht werden, der die am häufigsten genannten Titel auf einem Stimmzettel zusammenfaßt.
Über den mit 1.000 Euro dotierten Deutschen Science-Fiction-Preis in den Kategorien Bester Roman und Beste Kurzgeschichte, vergeben vom Science-Fiction-Club Deutschland, entscheidet ein ehrenamtliches Gremium von derzeit 13 Mitgliedern – mehrheitlich SFCD-Mitglieder. Die Komiteemitglieder lesen die Titel einer Vorschlagsliste, diskutieren darüber und bewerten sie abschließend nach einem Punktesystem.

Ein Publikumspreis, ein Branchenvotum und die Auszeichnung eines Komitees aus erfahrenen Lesern – alle drei bringen in Deutschland Science-Fiction-Titel ins Gespräch (wobei der DPP nicht auf ein Genre beschränkt ist). Aber welcher Preis ist wirklich wertvoll? Welcher hat wirklich Aussagekraft? Welcher bewertet Qualität? Und welcher fördert den Umsatz?

Nehmt teil an unserer Umfrage und diskutiert mit uns hier im Blog die Frage, welcher dieser Preise am wertvollsten ist: für die Autoren, die Leser, den Buchhandel. Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Welcher Preis hat die größte Bedeutung?

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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6 Antworten auf DPP, DSFP, KLP – welcher Preis ist heiß?

  1. Pingback: Das war mein BuCon | Deutsche Science Fiction

  2. Bernd Schenck sagt:

    Das mit der Dotierung hebt den DSFP natürlich raus; und es ist auch verständlich daraufhin, dass er keine weiteren Kategorien umfasst. Der DPP hat als Publikumspreis natürlich immer einen gewissen “Schlag” in Richtung “wer der Nominierten die am Besten organisierbare Fanbase hat”; trotz der Vorschlagsauswahl durch das Komitee fallen öfter mal wirklich gute Beiträge eines Jahres durch’s Raster. Zu überlegen wäre, die Preise von (z.B.) “der beste Roman” in “der beliebteste Roman” umzubenennen. Dann hätte keiner ein Problem mehr damit. Der KLP schließlich trägt ähnlich wie der DSFP durch die Jury aus Professionellen (vgl. Nebula) eine gewisse Grundkompetenz mit sich (von dem merkwürdigen Verhalten der Hörspieljury mal abgesehen).

    Eine Entscheidung fällt echt schwer. Zu unterschiedlich ist das Obst für Vergleiche …

  3. Die unterschiedlichen Konzepte machen einen Vergleich untereinander natürlich schwierig, aber Relevanz und Wirkung lassen sich schon vergleichen.

    Ich persönlich habe in den vergangenen Jahren einige Kommentare zu den deutschen Awards verfaßt und bei allen Schwächen gefunden: das Abstimmungsergebnis des DPP ist technisch bedingt nicht hundertprozentig verläßlich, weil es zuviele Manipulationsversuche gibt, der DSFP gibt vornehmlich den Geschmack des Komitees wieder, das KLP-Ergebnis wiederum sagt mehr über das Sympathiegeflecht in der Branche aus als über die Qualität der Werke, zudem waren die Auswahlkriterien für „SF-Schaffende“ in der Vergangenheit fragwürdig.

    Jeder Preis hat einen unterschiedlichen Wert: ernsthafte Beschäftigung mit Kollegenwerken vorausgesetzt, sollte man von einem KLP-Votum schon einen Hinweis auf empfehlenswerte Werke erwarten dürfen (leider sind nicht wirklich viele „SF-Schaffende“ so fleißig), der DSFP verrät mir zuverlässig, was ein bestimmter Lesertyp (belesen, gut gebildet, in der Szene aktiv, diskussionsfreudig) gut findet, doch wirklich relevant finde ich nur den DPP, weil er theoretisch wiederspiegeln könnte, was beim Publikum ankommt – über den literarischen Wert eines Werkes sagt er natürlich nichts aus.

    Leider verrät der DPP-Veranstalter nicht, wieviele mögliche Mehrfachanmeldungen es gibt und wieviele Stimmen auf welchen Titel entfallen. Ich kann auch nicht erkennen, ob die Abstimmenden einen Titel auch gelesen haben.

    Nun, vielleicht bringen neue Awards wie der Seraph etwas Schwung in die Sache …

  4. Gregor Mango sagt:

    Ich finde die Frage ein wenig schwammig. :)

    Dem Leser ist es denke ich egal, ob ein Autor für ein bestimmtes Werk irgendwann einen der genannten Preise gewonnen hat. Denn er kennt sie meist einfach nicht.

    Ob ein Autor Vorteile aus einer Nominierung / Platzierung zieht kann ich nicht einschätzen.

    Gefühlt sind das aber alles Preise von der Branche für die Branche. Eine wirkliche Wertung und somit verwendbare Richtlinie die ein Leser bei der Auswahl seines nächsten Romans verwenden kann ist keiner der Preise.

    Somit hat in meinen Augen auch keiner der Preise eine wirkliche Bedeutung.

  5. Einzig der KLP wird von Branchenakteuren vergeben. Sofern es solche im DSFP-Komitee gibt, haben die einst als ganz gewöhnliche Leser angefangen (Uwe Post übrigens hat sich nach seiner Nominierung aus dem Komitee zurückgezogen). Und der DPP ist ein reines Publikumsvoting.

    Theoretisch ist es natürlich denkbar, daß jemand keine Mühe scheut, sich mit zig E-Mail-Adressen anzumelden, um einen eigenen Titel zu pushen. Wenn das in der Praxis wirklich passiert sein sollte, dann ohne Konsequenzen – Markus Heitz z.B. hat seine Fans aufgerufen, für seine Titel zu stimmen. Da fängt der Stimmenzähler natürlich an zu rattern …

  6. Gregor Mango sagt:

    Manfred, das Verfahren ist mir schon bekannt. Was ich damit meinte war einfach nur, dass der Großteil der Leser a. die Preise nicht kennt und b. der Autor seinen “Sieg” nicht propagiert.

    Is natürlich möglich dass ich da was übersehe, aber ich hab noch nie “der neue Roman von Blubb, Gewinner des Deutschen Phantastik Preises 20XX” gelesen.

    Der DPP wird von der Branche vergeben, auch wenn die “Fans” die Auswahl treffen.