Funktionierendes Konzept: „Final Destination 5“

„Final Destination 5“ - Poster RußlandAm Anfang einer erfolgreichen Serie steht meistens eine einfach und gerade deshalb bestrickende Idee. Ob irrer Messermörder mit Eishockey-Maske (»Freitag, der 13.«), im Traum heimsuchender Killer aus dem Jenseits mit Klingen-Handschuh (»Nightmare On Elm Street«) oder sendungsbewusster Psychopath mit pervers-genialem Ideenreichtum in Tötungsangelegenheiten (»Saw«) – der kommerzielle Durchbruch eines Horrorfilms basiert längst nicht mehr ausschließlich auf der Anzahl der bei seiner Produktion verwendeten Fässer mit Kunstblut.
»Final Destination« war im Jahr 2000 ein Überraschungserfolg und spielte fast das Fünffache seiner Produktionskosten von 23 Millionen US-Dollar ein. Auch die drei Nachfolger (2003, 2006, 2009) konnten das Publikum überzeugen, obwohl sie penetrant jedes Mal die exakt gleiche Geschichte erzählten:
Eine Gruppe von (meist jungen) Menschen entkommt einer tödlichen Katastrophe, weil einer von ihnen kurz vor dem Unglück eine Vision der kommenden Ereignisse hat. Dann jedoch (ein paar Monate später) fällt einer nach dem anderen höchst bizarren Unfällen zum Opfer. Der Hintergrund: Man kann den Tod nicht betrügen. Wer auf seiner Liste steht, wird abgeholt, egal wie heftig er sich dagegen wehrt.
Im ersten Teil ging es um einen Flugzeugabsturz, im zweiten um eine spektakuläre Massenkarambolage auf dem Highway (für mich der beste aller fünf Filme), Teil 3 drehte sich um eine entgleisende Achterbahn auf einem Rummelplatz und in Teil 4 waren die Hauptdarsteller die Überlebenden eines Unfalls auf der Auto-Rennbahn. Die Filme unterschieden sich lediglich in der Art und Weise, in der die Protagonisten einer nach dem anderen zu Tode kamen.

Virtuose Horror-Unterhaltung

Auch in »Final Destination 5« ist das nicht anders: Eine Gruppe von Arbeitskollegen fährt auf einem Betriebsausflug mit dem Bus über eine Brücke, die plötzlich einstürzt und Hunderte in den Tod reißt. Wie immer zeigt der Film das komplette Desaster in allen Details (und die sind tricktechnisch sehr beeindruckend), bevor einer der Protagonisten plötzlich aus dem Schlaf schreckt und begreift, dass er alles nur geträumt hat. Dann jedoch erkennt er per Déjà vu einzelne Elemente aus dem vermeintlichen Traum wieder und entzieht sich und einige seiner Freunde schließlich dem Unglück, indem er den Bus mit ihnen verlässt.

»Final Destination 5« ist einmal mehr virtuose Horror-Unterhaltung. Wer mit dem Konzept bisher klargekommen ist, für den funktioniert es auch diesmal. Die diversen Unfälle sind zum Teil herrlich schräg inszeniert; lediglich der finale Konflikt zwischen Sam, der die Vision hatte, und dessen Freundin Molly auf der einen, sowie Sams Freund Peter auf der anderen Seite, ist arg konstruiert. Da der Tod die Überlebenden stets in der Reihenfolge holt, in der sie auch bei der ursprünglichen Katastrophe gestorben wären, glaubt Peter der Nächste zu sein und will Molly töten, um die Reihenfolge zu unterbrechen und so weiter zu leben.

Am Ende serviert Regisseur-Neuling Steven Quale (die Teile 1 und 3 wurden von James Wong, die Teile 2 und 4 von David R. Ellis gedreht) noch zwei richtig originelle Plots, die ich in dieser Form tatsächlich nicht erwartet hätte. Ob man den Streifen nun unbedingt in 3D sehen muss, bleibt Geschmackssache. Ich fand die entsprechenden Effekte nett, aber nicht umwerfend. Die Blu-ray steht dagegen schon fix auf meinem Einkaufszettel, denn »Final Destination 5« sehe ich mir garantiert noch einmal im Originalton an.
Zum Schluss noch eine gute Nachricht für die Fans der Serie: Angeblich bestehen feste Pläne im Falle eines Erfolgs von »Final Destination 5« (und danach sehen die ersten Zahlen aus) zwei weitere Fortsetzungen direkt in einem Dreh zu produzieren.

Rüdiger Schäfer

»Final Destination 5«
Kino, Horror, 92 min.
FSK 18

 

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