Nicht lustig: „Attack The Block“

Attack The Block - PosterDie Aliens sind da! Wieder einmal – oder besser: Schon wieder! Diesmal suchen sie ein Londoner Stadtviertel heim, welches von Menschen bevölkert wird, die sich eher am unteren Ende der Sozialskala einordnen lassen. Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen Moses, Pest, Dennis, Jerome und Biggz, die eines Abends Sam, eine Krankenschwester auf dem Weg nach Hause, ausrauben. Die Tat wird von einem Meteoriten unterbrochen, der in ein nahe stehendes Auto einschlägt und eine monströse Kreatur freigibt. Die Bande verfolgt das Wesen, tötet es und bringt es in die Wohnung des Drogendealers Ron (gespielt von Nick Frost, dem einzigen halbwegs bekannten Namen im Cast). Dort beobachten sie, wie weitere Meteoriten überall in der näheren Umgebung niedergehen – und plötzlich werden die Protagonisten von einer ganzen Meute von Aliens verfolgt, die sie offenbar für den Tod ihres Artgenossen (der sich später als Weibchen entpuppt) zur Rechenschaft ziehen wollen.

Ich habe den Film in England gesehen (in Deutschland ist er erst am 22. September angelaufen) und war trotz der positiven Pressestimmen eher enttäuscht. Die Handlung ist arg konventionell und spannungsarm (und nicht im mindesten lustig, wie man nach der Klassifizierung als SF-Kömodie meinen könnte), die krampfhaft auf cool getrimmten Jugendlichen gingen mir mit ihren dämlichen Sprüchen schon nach einer halben Stunde auf die Nerven, und die Spezialeffekte bewegen sich bei einem Budget von rund 13 Mio. US-Dollar eher im unteren Qualitätsbereich. Die Aliens sind letztlich nur schwarze Schatten mit grell leuchtenden Zähnen. Über ihre Herkunft und Absichten erfährt man nichts, dienen sie doch letztlich nur als Staffage für eine völlig belanglose Geschichte.

Der Schluss ist sogar schlichtweg peinlich. Moses sprengt den halben Wohnblock mittels einer Gasexplosion, nachdem er die Alienbrut ins Gebäude gelockt hat, und wird unter den begeisterten Sprechchören der Nachbarschaft von Polizisten abgeführt. Man kann eineinhalb Stunden in der englischen Hauptstadt durchaus sinnvoller verbringen, als sich diesen Film im Kino anzusehen.

Rüdiger Schäfer

»Attack The Block«
Kino, SF-Actionkomödie
88 min.
FSK 16

 

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