Plop 86

Plop 86Ausgiebig wurde in diesem Herbst das 30jährige PLOP-Jubiläum bekanntgemacht und gefeiert. Wie es jedoch mit Deutschlands dienstältestem (?) Comicfanzine weitergeht, wurde seltener gefragt. Da sieht es gar nicht schlecht aus: rechtzeitig zur Jubiläumsausstellung erschien Ausgabe 86, herausgegeben von Bernhard „Bernardo“ Bollen, der dieses Amt vor einigen Jahren schon einmal innehatte. 48 Seiten hat er mit einer erfrischenden Mischung gefüllt, darunter Beiträge von PLOP-Kämpen wie Andreas Alt, der das Titelbild beisteuerte, und Frunk mit einem flapsigen Detektivcomic im Nick-Knatterton-Stil, grafisch Ausgefeiltes mit sicherem Strich von Leuten wie Moritz Stetter und Elmar Reh, die absolut göttlich Rennmaus Ronnie von Cansas und etliche Lückenfüller älteren Datums aus Bollens eigener Feder – manche Gesichter erinnern ein wenig an Dintersche Frühwerke. Hervorheben möchte ich „Der Witz“ von Hillerkiller, der sich mit der Frage beschäftigt, was eigentlich im Hundefutter drin ist (wißt ihr’s? Na also!) – der etwas längliche Spannungsbogen lenkt nur kurz von der Pointe ab, die aber wirklich gelungen ist!

Bollen hat sich außerdem Gedanken gemacht, wie man des Spektrum von PLOP erweitern könnte, deshalb gibt es hinten im Heft eine Slam-Poetry-Rubrik und eine Junior-Ecke. Letzteres halte ich für eine großartige Idee – wer weiß, wieviele Talente nie entdeckt wurden, weil sie ihre ersten Gehversuche ständig an professionellen Veröffentlichungen gemessen haben und sich darum nie trauten, ihre Werke einem Publikum zu präsentieren?

„Erscheint alle 123 Tage“ verspricht das Impressum und kostet drei Euro. Wenn ihr euch für selbstgemachte Comics interessiert, kann ich nur empfehlen: Kauft PLOP! Schickt Beiträge!

Manfred Müller

P.S.: Es sind übrigens zahlreiche ältere Ausgaben noch erhältlich! Einfach mal bei Bernhard nachfragen!

PLOP 86
September 2011
Bernhard Bollen, Frankenstr. 32, 40476 Düsseldorf
E-Mail: FAIRX@gmx.de
www.plop.de.vu
48 Seiten, DIN A5, € 3,-

 

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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