Zauberin Eve wildert im Fantasy-Milieu

BombeManchmal ist es unfassbar, was einem die Verlage zumuten. „Fantasy“ ist ja im Mainstream angekommen; von daher ist es nicht verwunderlich, dass man immer wieder Titel „gedrückt“ kriegt, die irgendwie und irgendwo und irgendwann Fantasy werden könnten. Nun langt der Hinweis „Zauberin Eve“ nicht aus, um ein Buch zu einem Fantasy-Werk zu machen, deswegen pappt man noch „Amulett“ auf den Titel und schon hat man einen potentiellen Fantasy-Bestseller an der Hand.

„Romantic-Fantasy-Autorin“ zu werden und den RITA-Award zu gewinnen, das klingt nach einer Verkaufsgarantie. Der RITA-Award. Aha. Der RITA-Award. „Lovely Rita“ kommt mir da in den Sinn, aber das ist ein Beatles-Bezug, kein Fantasy-Rahmen. Ich habe davon (selbst als Herausgeber eines Fantasy-Jahrbuchs namens „Magira“) noch nie gehört. Kein gutes Zeichen.

Die „Zauberin“ im Titel ist dann gleich im Text eine „Magierin“; das ist nicht identisch, aber wir wollen ja auch Kunden anlocken, keine Ahnung von Fantasy präsentieren. Und dann kommen die Schlagworte „Liebeszauber“, „Tod ihrer Eltern“, „Zauberer-Dynastie“. Und jetzt die Romanze: Gabriel, der natürlich geheimnisvoll ist und sie anzieht (jetzt denken wir kurz über Namen nach: Eve. Gabriel. Was mag uns das für einen Hinweis geben?).

Dazu eine eingescannte Unterschrift und fertig ist der Werbetext.

Mir graust. Ich werde keinen meiner wehrlosen Rezensenten damit „beglücken“. Keinen. Weil ich sie alle ganz nett finde und nicht glaube, dass sie seltener Anhänger alias Schmuckstück so anlocken, dass die dafür bereit sind, sich der Gefahr zu stellen, die auch die Welt bedroht, „in der sie leben“. Aha.

Hermann Ritter

Links

Rita-Award
Patricia Coughlin gewann den Rita-Award 1999 in der Kategorie „Short Historical“: RomanceWiki – kein Hinweis auf Fantasy …

 

Das könnte Dich auch interessieren:

Abgelegt unter Verlage und getaggt mit , , , , . Setz ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hier hast Du nichts zu melden …