Andromeda 151

Andromeda 151Ich hatte in meiner Jugend den Weg zu Perry Rhodan über die Silberbände gefunden. Alle drei bis vier Monate wurde ein neuer Band veröffentlicht, eine gute Gelegenheit mir die Bücher schenken zu lassen. So habe ich es auf eine Sammlung von 52 Bänden gebracht. Besonders auch die Planetenromane und dann die Buchausgabe von ATLAN hatten es mir angetan.

In dieser Ausgabe des Andromeda SF-Magazins mit dem Titel »Fiktion in Serie | 50 Jahre Perry Rhodan« wird das Phänomen Perry Rhodan in all seinen Facetten beleuchtet. Ausgegangen wird von der sehr fundierten Darstellung der Entstehung des Fantastischen im Allgemeinen und des Heftromans im Besonderen in Deutschland. Schon hier traf ich alte Bekannte aus meiner Kindheit und Jugend wieder: Trigan, Kobra und Storm und auch Kara Ben Nemsi. Schon hier konnte ich in eigenen und fremden Erinnerungen eines Zeitalters des Fantastischen schwelgen. Die Erinnerungen an ein halbes Jahrhundert Perry Rhodan, seine Autoren, den gesellschaftlichen Ereignissen und Treffen werden so eindrücklich beschrieben, dass man den Eindruck bekommt, selbst dabei gewesen zu sein.

Alle Inhalte sind hervorragend aufbereitet und die vielen Verweise laden ein, die eigene Sammlung mal wieder zur Hand zu nehmen und sich erneut an die Geschichten zu erinnern. Das Ganze wird vielfältig angereichert durch persönliche Geschichten rund um das Perry-Rhodan-Universum, Berichte über Sekundärliteratur und Rollenspiel, Treffen und Cons. Bestückt mit einer großen Zahl von Zeitungsausschnitten, Originaldokumenten wie Exposés, Fotos und einige Bilder von Lothar Bauer. Einen breiten Raum nehmen die Zusammenfassungen der Handlungsstränge von PERRY RHODAN und ATLAN ein. Viele Zusammenhänge zwischen den Ereignissen im Hintergrund und dem Wandel von Schreibstil und inhaltlicher Ausrichtung werden einem erst hier klar. Ob es der Tod von William Voltz, redaktionelle Entscheidungen oder gesellschaftliche Veränderungen waren, alles hatte einen Einfluss auf die Entwicklung im Perry-Rhodan-Universum.

Ein Abschnitt beschäftigt sich mit den Titelbildern der Heftausgaben, die anfangs allein von Johnny Bruck gestaltet wurden. Es wird die Entwicklung und – besonders im Vergleich der verschiedenen Auflagen – die Veränderung durch den vermeintlichen Zeitgeschmack verdeutlicht. Hier liegt auch mein einziger echter Kritikpunkt: Es wäre erfreulich gewesen, diese Abbildungen der Titelbilder in Farbe zu sehen und zu vergleichen. Sicherlich haben hier die Herstellungskosten einer vollfarbigen Ausgabe dies nicht ermöglicht. Schade ist es trotzdem.

Ich werde das Heft auch in Zukunft gerne zur Hand nehmen. Jeder Artikel enthält so viel Information, dass es immer wieder Spaß macht, sich in den einen oder anderen Artikel zu vertiefen. Besonders das Schwelgen in Erinnerungen hat bis zum Ende gehalten.

Wolfram Lührig

Andromeda 151
57. Jahrgang, August 2011
Andreas Kuschke, jaktusch@sfcd.eu
ISSN 0934-330X, € 7,90

 

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