Galaktische Migranten
„Captain Enfick, Temponaut“

Ronald M. Hahn - „Captain Enfick, Temponaut“Dieser Roman funktioniert auf verschiedenen Ebenen, und so muss man sich ihm auch auf verschiedene Ebenen nähern, um ihm gerecht zu werden. Beginnen wir formal. Das lustige ist, dass man dem Buch nicht eindeutig entnehmen kann, dass es von Ronald M. Hahn geschrieben wurde. Auf dem Rücken steht nur ein Titel, auf dem Backcover steht immerhin „Ein Roman, wie nur Ronald M. Hahn ihn schreiben kann.“ (was nicht heißt, dass er ihn geschrieben hat), auf der unpaginierten Seite 3 steht der Titel (dazu gleich mehr), aber kein Autor. Immerhin erfahren wir auf Seite 4 (unpaginiert) unten, dass das Copyright 2011 beim Unitall Verlag und Ronald M. Hahn liegt. Nehmen wir das als Hinweis auf den Autor.

Kommen wir zum Titel. Auf dem Buchrücken steht „Captain Enfick, Temponaut“. Auf dem Cover steht „VZ“ (wohl für „Verbotene Zone“), dann „Rebel Yell Studios präsentieren: Captain Enfick, Temponaut“ und weiter unten „in: Die Stahlfront Akten“. Auf Seite 3 sind die Hinweise runter geschrumpft auf „Captain Enfick, Temponaut in Die Stahlfront-Akten“. Man hat aber immerhin einen Gedankenstrich gewonnen. Ich einige mich auf den Titel „Captain Enfick, Temponaut“ mit mir selbst, hinterlege ihn auch so in meiner Datenbank und mache weiter (ganz am Ende des Romans deutet der Autor an, dass der Roman eigentlich anders heißt [1] … ich habe es ignoriert). Nebenbei: Das Impressum erscheint mir alles andere als vollständig – aber man kann nicht alles haben. [2]

Das Buch hat 189 Seiten, einen festen Einband und ein Titelbild von Mariusz (so spricht Seite 4), das man als „lustig“ einordnen könnte: Captain Enfick (klar erkennbar, wenn man den Roman gelesen hat) hält ein „Islam = Frieden“-Schild hoch und lächelt in die Landschaft. Das Werk kostet € 14,90 [3] – und wer sich jetzt die Frage stellt, warum ein in der Schweiz ansässiger Verlag [4] alle Preise in Euro angibt, der möge sich mit dieser Frage und den deutschen Steuerbehörden auseinandersetzen, aber ich kann sie in diesem Rahmen nicht beantworten, ohne vorher mit meinem Anwalt gesprochen zu haben. Soweit so gut.

Zum Autor

Ronald M. Hahn in der Science-Fiction-Szene vorstellen zu wollen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Das Genre des Heftromans ist ihm bekannt (so künden seine Mitarbeit bei „Terranauten“ und „Maddrax“ und das unvergessene „Imperium Rhodanum“), ebenso kennt er sich offensichtlich in der Zwischenkriegszeit aus (siehe seine Serie „T.N.T. Smith: Jäger der Unsterblichen“) und er ist ein ausgewiesener Science-Fiction- Experte (Mitarbeit beim „Lexikon der Science Fiction Literatur“ und „Reclams Science Fiction Führer“, Herausgeber bei Storysammlungen wie dem legendären „Welten der Wahrscheinlichkeit“). Dazu kommt: Ronald M. Hahn ist der ungekrönte König der Ironie in der deutschen Science Fiction (ich verweise auf die Storysammlungen „Ein Dutzend H-Bomben“ und „Die Roboter und wir“); der Ehrlichkeit halber muss man aber erwähnen, dass der König der Ironie in der deutschen Science Fiction einen sehr kleinen Hofstaat hat.

Ebenso muss man erwähnen, dass Ronald M. Hahn in der deutschen Science-Fiction- Szene auch eine Rolle im Science-Fiction- Fandom spielt. Für einige ist er der große alte Meister, für andere … jemand anders. Aber es gibt wenige Protagonisten im deutschen Fandom, die sich nicht an Ronald M. Hahn schon einmal abgearbeitet hätten. Zwei Hinweise seien erlaubt. Einmal Klaus N. Frick, der mit „Betrachtungen zum Alptraumland“ schon 2001 in seinem Magazin SAGITTARIUS 32 Hahn bearbeitete. Und der Verfasser dieser Zeilen, der zum Beispiel 2002 [5] und 2009 [6] Hahns Pulp-Serie „T.N.T Smith“ über den grünen Klee lobte. Zu recht, wie er weiterhin behaupten würde.

Zur Debatte

Der Verlag gibt sich alle Mühe, den Roman als etwas Besonderes zu stilisieren. Man wirbt mit Sätzen wie folgenden: „Satire? Parodie? Enthüllung? Ein avantgardistischer Roman, der die SF-Szene nicht kalt lassen wird. Der Schocker-Titel der deutschen Science Fiction 2011.“ [7] Kann man den Roman überhaupt lesen, ohne geheimnisvolle Interna eines wie auch immer gearteten Streits zwischen „Perry Rhodan“/Klaus N. Frick und Unitall und wem auch immer zu verstehen? Ist Nobbi Enfick mehr als nur eine Parodie auf Klaus N. Frick? Erwarten uns jetzt Beschimpfungen zwischen Buchdeckeln? Unterstützt man nicht Dinge, die man nicht unterstützen will, wenn man dieses Buch kauft?
Alle diese Fragen lassen sich nur durch Lektüre lösen. Ich las.

Zuerst einmal ist „Captain Enfick, Temponaut“ (bleiben wir bei der These, dies sei der Titel und gehen wir noch einen Schritt weiter und glauben wir, dass Ronald M. Hahn der Autor ist) ein Alternativweltroman (es kann keine parallele Welt sein, weil sich Parallelen erst in der Unendlichkeit treffen, hier aber verschiedene Welten besucht werden). Der Held einer multikulturell weichgespülten Welt des Jahres 2020 ist Nobbi Enfick, Science-Fiction-Fan (Entschuldigung: Skiff-Fan), der bei der Verlosung der Abiturzeugnisse leer ausgegangen ist, eigentlich nix kann, dann als Putzkraft in einem Zeitreiselabor anfängt und – weil er ein völliger Hirni ist [8] – den Zeitreisegürtel anlegt und in das Jahr 1934 verschlagen wird. Hier gerät er mitten in die „Säuberungen“ nach dem vermeintlichen Röhm-Putsch [9], schildert nach der Gefangennahme seine Zukunft, woraufhin ein Trupp Nazis in seine Gegenwart entsandt wird, um herauszufinden, was denn ab 1934 in der deutschen Geschichte schief gelaufen ist. Man kommt in die Handlungsgegenwart, reist wieder zurück, um die Vergangenheit (oder die Zukunft, je nach Standpunkt) zu ändern. Dort darf man sich dann mit Gestalten wie Wiligut („Hitlers Rasputin“) herumschlagen. Man lässt Adolf Hitler durch Bugsy Siegel und Konsorten töten [10]. Himmler wird Reichsführer und schickt eine erneute Expedition in die Zukunft, um weitere Informationen/Anleitungen aus der Zukunft zu holen. Diese Zukunft ist natürlich von den Veränderungen der Vergangenheit geändert worden … ob zum Guten, mag jeder selbst entscheiden.

Zusammenfassend: Eine eigentlich unterhaltsame, in der anglo-amerikanischen Science Fiction nicht seltene Handlung. Hahn und Pukallus bewiesen spätestens mit „Wo keine Sonne scheint“, dass sie diesem Genre gewachsen sind. Das beweist Hahn auch auf diesen Seiten.
Sprachlich ist Hahn immer noch auf Ironie-Höhe. Satz 1 des Buches lautet wie folgt: „Dass Nobbi Enfick seinen Sozialpädagogik-Studienplatz nach Einführung des Migrantenquotenförderungsgesetzes an Hadschi Özelközel aus Duisburg-Marxloh verlor, juckte ihn wenig.“ [11] Großartig. In diesem Stil geht es weiter. So sind die Trümmerfrauen der Nachkriegsjahre natürlich „Frauen aus Maghrebinien“ [12]; wer trägt denn sonst auch Kopftuch? Es gibt den Wunsch nach „mehr Quotenmigranten in der Hirnchirurgie“ [13]. Und lache nur ich über Pappschilder mit der Aufschrift „Kriech in Kotzowo“? [14] Habe nur ich Spaß an Toilettengesprächen, die mir ausgesprochen realistisch als Darstellung von aktueller Jugendsprache scheinen? [15] Finde nur ich – wegen des lokalen Bezugs zum Odenwald – die Partei des Jahres 2020 „Pädophile Philologen und Päderasten“ aus Heppenheim/ Odenwald lustig? [16]

Aber es geht natürlich um unser Mikroversum Fandom. Natürlich ist Nobbi in einem Skiffi-Club namens „Galaktische Migranten“, der sich der Raketenheftchenserie „Percy Rotten, König des Kosmos“ verschrieben hat. [17] Diese „Percy Rotten“-Serie umfasste (bis zur Einstellung?) 2758 Hefte [18] und wurde von Gestalten wie Uwe Ufo [19], Walter Engstirn [20] und Karl-Herbert Schmier [21] geschrieben. Schmier ist auch Autor von Heft 2251 „Nierenspender unbekannt“. [22] Helden wie „Schlucki, die drollige Skunkmaus“ [23] scheinen die Serie zu prägen. Wer dabei an pelzige Mutanten denkt … hat wohl Recht.

Hitler stirbt im Bunker, was auf die Nachkriegs-SF nachhaltige Wirkung hat: „Der einzige Bunker-Überlebende, Feldwebel Erich Poebel, hatte in Rastatt einen Verlag gegründet, der Tausende von Heften produziert hatte, die vom Ruhme des deutschen Landsers sangen.“ [24] Die Frage, ob ein Verlag, der auch „Landser“ herausgibt, Kritik an militaristischer SF üben kann, ist hinfällig, weil der Verlag meines Wissens nach nie Kritik an diesen Werken geübt hat … das sind Seitenhiebe Hahns, die ärgern, weil sie überflüssig sind (und für die meisten Leser unverständlich).
Es gibt weitere Hinweise auf das Fandom, auch wenn man sie manchmal suchen muss. In einer möglichen Alternativwelt ist Wolfgang Petry Lektor im Blitz-Verlag [25], während in Enficks Welt Kurt Schmands „Rhen Quark“ eine bekannte Raketenheftserie ist [26] (aber Ren Dhark als Prominenter in einer Irrenanstalt einsitzt [27]). Es gibt bei den Wahlen 2020 eine Vereinigung „Heinz Mohlberg ist der neue Messias“ in Köln-Nippes [28] und natürlich einen „Skiff-Club Deutschland e.V.“ in Unterwössen [29]. Logischweise heißt der Zeitreiseforscher 2020 „Dipl.-Ing. Hugo Gernsback VI“ [30] und die SS hat ein Hans-Dominik- Institut. [31]

Und ich vermute, dass die Rentner-Bar „Jazz-In“ mit Kneipier Ronnie die Zukunft des Autoren im Jahre 2020 beleuchtet. [32] Wobei die dort beschriebene Welt auch nicht unsere ist … aber ich versuche jetzt nicht, grafisch die unterschiedlichen Geschichtsverläufe in Beziehung zu setzen.
Weitere Hinweise muss man ein wenig ausgraben; ich frage mich dann manchmal, ob Ronald M. Hahn nur für mich und zehn Kumpels schreibt, denn wer soll denn diese Hinweise noch verstehen? So tritt die Pogo- Partei bei den Wahlen 2020 an [33], Dr. Ronibald beantwortet inzwischen Fragen in der „Bravo“ [34] und Christian Orsch ist „Führer“ der „Reconquista Europa“. [35] Wie soll man das einordnen?

Deutung

Es gibt nur den Versuch einer Deutung. Von der reinen Lesbarkeit ist der Roman eine verdammt gute SF-Klamotte, irgendwo zwischen den anderen Romanen Hahns anzusiedeln und mit ihnen zu vergleichen – der Weg von „T.N.T. Smith“ und der unnachahmlichen Geschichte „Abenteuer im Überbau“ (in „Ein Dutzend H-Bomben“) führt eindeutig zu „Captain Enfick, Temponaut“. Lesbarer Stoff, höchst unterhaltsam – aber die Frage ist berechtigt, wie groß die Zielgruppe ist? Unitall-Leser, die alles kaufen, wo „Stahlfront“ draufsteht plus 50 Fans, die verstehen wollen, was da vor sich geht? Langt das, um ein solches Buch zu finanzieren?
Oder geht es darum, dass man es einfach mal rausgebracht hat, eine Abrechnung mit einigen Größen des deutschen Fandoms? Dann ist es ein teurer Gag, weil bisher so etwas in Fanzines (oder online) stattfand, ein Hardcover wäre mir für so etwas zu viel Geld. Aber ich bin ja auch kein Verleger.

Ich vermute einfach mal zu Gunsten von Ronald M. Hahn, dass er einige Anti-Unitall-Anspielungen ins Manuskript geschummelt hat. So trägt der Roman deswegen den (Untertitel) „Stahlfront Akten“, weil der zeitreisende Nazi seine stenographierten Notizen in einem so bezeichneten Aktenordner unterbringt – was Hahn genüsslich in einer Fußnote erklärt. [36] Da gibt es Ernst Thälmann, der in einer Alternativwelt vielleicht „auf einem Acker von einem UFO zum Aldebaran entführt wurde“ [37]. „Aldebaran“ – so heißt doch eine der Buchreihen von Unitall? Zitat: „Aldebaran: Der Unitall Verlag hat schon einige Tabus (auf)gebrochen, hier nun ein weiterer Eklat, der alle Lager beschäftigt: wir nehmen den Begriff Military SF ernst und beschäftigen uns weniger mit UNO-Friedenstruppen. Neue deutsche Härte trifft Military SF. Der Ausbruch der Kampfhandlungen hat im Oktober 2009 begonnen und wird im Dreimonatsintervall dokumentiert.“ [38] Auch Unitall-Autor Lanz Martell kommt im Roman nicht gut weg: Lanz Martell hier ist einer der „verkannten Philosophen des 21. Jahrhunderts“ – „Er war ziemlich militant und vertrat, mit seinem Krückstock um sich hauend, die Meinung, Deutschland solle Ostpreußen auf keinen Fall von dem im Ersten Weltkrieg siegreichen Lappen zurückfordern.“ [39]

Die von den zeitreisenden Nazis im Jahr 2020 geliehenen Bücher – „dickleibige Schwarten, die Auskunft gaben über Vergangenheit und Gegenwart“ [40] – könnten fast alle als Leseempfehlungen über das Dritte Reich gelten. Hier finden sich Shirers „Aufstieg und Fall des Dritten Reichs“, Höhnes „Der Orden unter dem Totenkopf“ sowie Kogons „Der SS-Staat“. Daneben aber unverständlicherweise Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ [41] … Und natürlich Torn Chaines’ „Stahlfront“, das gleich als Vorlage für die Nazi-Gegenwart benutzt wird. [42]
Ich habe über diese Stellen gelacht, das gebe ich gerne zu. Ronald M. Hahn als ein Wolf im Schafspelz, der sich köstlich über Unitall amüsiert? Auch, möglicherweise, sicherlich; passen würde es zu Ronald M. Hahn. Aber natürlich darf man nicht vergessen, dass er eben doch (erneut [43]) für HJB/Unitall schreibt.

Politik

Eine eigenartige Politikfeldverschiebung im Alter? Ein anderer, entspannterer Blick auf politische Anschauungen? Altersstarrsinn oder Altersmilde? Für seinen Blickwinkel gibt es immerhin Hinweise. So gibt es einen Diskurs in Fußnoten; eine erschien mir interessant genug für Deutungsversuche: „Altlinke im Exil werden es kaum glauben, aber das Kroppzeug, das sich heute links nennt, ist mehrheitlich genau das bürgerliche Pack, das wir 1968 bekämpft haben.“ [44] Aber: Mit Kapiteltiteln wie „Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“ [45] unterstützt Hahn die Pressefreiheit – aber auch anti-islamistische Tendenzen, oder?

Es bleibt schwierig. „Captain Enfick, Temponaut“ ist in zehn Jahren eine fannische Randnotiz; das Spektrum des Romans ist zu eng, Hahns Humor zu Szene-typisch, seine Anspielungen sind zu zeitnah, um über Jahrzehnte zu tragen. Lesbar ist das Werk, ehrlich. Ich hatte meinen Spaß damit, knappe 200 Seiten Ironie und Doppelbödigkeit. Das ist mehr (viel mehr!), als manch anderer Verlag bietet, wenn lustige SF angepriesen wird.
Kaufempfehlung? Pmfff. Wer es haben will, hat es schon, richtig „brauchen“ tut man es nicht. Mir hat es Spaß gemacht; schon gar, weil Hahn zeigt, dass er es noch kann. Mir gefällt der Rahmen nicht, in dem er veröffentlicht – aber er ist weiß Gott alt genug, um das selbst zu entscheiden. Das jetzt große deutsche Verlage wahrscheinlich nicht Schlange stehen werden, um ihn als Autoren zu verpflichten, dürfte ein Ergebnis dessen sein, dass die deutsche SF-Szene eng verflochten ist und nicht jeder solche Ausflüge „goutiert“. Das sind Verlags-Geschmäckle, die an mir brav vorbeigehen.

Politisch? Das Buch beginnt auf Seite 5 mit folgendem Vorwort: „Je länger das Dritte Reich tot ist, desto beliebter wird der Widerstand dagegen. Henryk M. Broder“ Ich nehme das mal als erklärte Absicht des Autors. Ronald M. Hahn ist kein Nazi. Captain Enfick nicht Klaus N. Frick. Pabel nicht Poebel.
Doch sind wir alle irgendwie galaktische Migranten. Irgendwo.

Hermann Ritter

Ronald M. HahnRONALD M. HAHN

Ronald M. Hahn wurde 1948 in Wuppertal geboren. Gelernter Schriftsetzer, anschließend Tätigkeit als Autor, Übersetzer, Literaturagent und Lektor. Erste professionelle Veröffentlichung 1971. Er war Chefredakteur der SCIENCE FICTION TIMES und ist Mitbegründer und -herausgeber des Science-Fiction-Magazins NOVA und besitzt weder ein Auto, noch einen Führerschein. Seine ersten Kurzgeschichten erschienen um 1966 in Fanzines.

Die erste Veröffentlichung, für die Ronald M. Hahn ein Honorar erhielt, erschien 1971 und war ein Heftroman, der unter Pseudonym bei Zauberkreis erschien. Nach zwei weiteren Heften (einem SF-Roman für den Astro- und einem Horror-Roman für den Erber-Verlag) war die nächste Veröffentlichung dann schon ein Buch, nämlich die SF-Anthologie »Science Fiction aus Deutschland« (Fischer Taschenbuch Verlag, 1974), die, wenn man die für den Leihbuchmarkt entstandene Anthologie »Lockende Zukunft « von Heinz Bingenheimer mal außen vor läßt, die erste war, die nach dem Krieg ausschließlich deutschsprachige SF-Autoren veröffentlichte.

Es folgten viele Übersetzungen (u.a. »Der Wüstenplanet« von Frank Herbert, »Framstag Sam« von Paul van Herck), Sachbücher, Anthologien und immer wieder auch eigene Romane und Kurzgeschichten.

Und wofür steht die Mittelinitial »M.«? Dazu erzählte Ronald M. Hahn in einem Interview vor einigen Jahren folgendes: »Gelegentlich habe ich behauptet, das »M« sei eine Abkürzung für Marvin – zu Ehren von Hank Marvin, dem Leadgitarristen der »Shadows«. In Wahrheit wurde ich (aus rein erbschleicherischen Gründen) nach meinem Großvater mütterlicherseits benannt, einem Schotten, der Ronald MacDonald hieß. Natürlich hatte ich keinen Bock, überall als »Ronald MacDonald« begrüßt zu werden … Inzwischen ist mir der Name aber schnurz.«

Florian Breitsameter

 

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