Weltcon 2011 – Gelohnt hat sich’s!

Weltcon 2011 - EintrittskarteEs wird viele Conberichte verschiedenster Kategorien zum PERRY-RHODAN-Weltcon in Mannheim geben. Die klassischen Programmnachbesprechungs-Berichte, die vorwitzigen »I met the VIP/BNF«-Artikel oder die alternativen Beschreibungen zur »Nach dem Con ist vor dem Con«-Kneipentour. Ich mag solche Berichte, aber irgendwie will dieser anders werden oder absichtlich anders sein. Ich spüre, dass das Thema Nostalgie ganz im Mittelpunkt stehen wird und ich fürchte, DIESER spezielle Conbericht wird philosophisch, wenn nicht sogar metaphysisch, werden.

Die Vorfreude macht’s

Weltcon 2011 - Dr. Antje Brand

Dr. Antje Brand

Gefreut hab mich schon lange auf den Con – so sehr, dass ich sogar bereit war, die Vorverkaufsgebühr in vollen Umfang zu investieren. Daher hingen die Karten lange Zeit zu Hause an der Riesenpinnwand, neben den schon benutzten Tickets zum »Farin Urlaub-Racing-Team«-Konzert und der »Elton John Greatest Hits«-Tour. Da hängen sie jetzt nach dem Con auch wieder und ich sehe sie täglich. Und das freut mich jedes Mal.

Die Menschen sind’s

Weltcon 2011 - Martin Kempf

FO-Herausgeber Martin Kempf

Hätte ich damals in der Schule eine Affinität zu Geranien und eine Nachwuchs-Geranienzüchterin zur Freundin gehabt, wäre ich jetzt ohne Frage im Geranienzüchter-Fandom. Genauso zufrieden damit? Kann ich nicht wissen, aber ich glaube immer noch, dass Perry- und Science-Fiction-Fans irgendwie anders sind. Und dass das den Unterschied macht. Das wohlig-wärmende Gefühl des Ankommens entsteht bei hitzigen Diskussionen auf der Con-Hinfahrt, bei der »Heyho, Du auch hier«-Con-Begrüßung-Umarmung, beim ritualanmutenden »Kaffeetrinken« am Fandom Oberserver-Tisch oder beim gemeinsamen Aftercon-Cocktailtrinken abends in der Dschungelbar. Ohne seine Fans wäre das Fandom nichts. Ist diese Erkenntnis neu oder nobelpreisverdächtig? Ganz sicher nicht. Aber während des PERRY-RHODAN-Weltcons war sie ganz frisch und jetzt ist sie immer noch präsent. Und das ist einfach schön.

Auf die Einstellung kommt’s an

Weltcon 2011 - Dirk van den Boom, Olaf Brill

Dirk van den Boom und Olaf Brill – das erste Treffen

Ob es die Geranienzüchter auch schaffen, sich lange nicht zu sehen und dann einfach ihre Diskussion über zygomorphe Blüten weiterführen, die sie vor Jahrzehnten abgebrochen haben? Einfach so, als wäre es gestern gewesen? Keine Ahnung. Ist mir ehrlich gesagt auch egal. Perry-Fans tun das einfach. Zygomorphe Blüten, Raum-Zeitfalten, Aktien des FKK, Typenschilder von Raumschiffen oder furzende Schmetterlinge in Hinterindien – vollkommen schnuppe. Und all das war da auf dem PERRY-RHODAN-Weltcon – Anknüpfen an alte Freundschaften, Auffrischen alter Erinnerungen, gemeinsame Rückblenden in vergangene Zeiten. Leben in der Vergangenheit? Von wegen! Die Zukunft ist ja quasi Programm. Das Fandom bringt das Alte und das Neue über die meisten Grenzen hinweg zusammen. Und ist die Basis auch nur eine Mitgliedschaft im selben Club vor dem Gipskrieg. Das reicht offensichtlich schon aus, um eine Gemeinsamkeit herzustellen, die weit über SF im Allgemeinen und PR im Speziellen hinausgeht. Und das macht die Welt besser.

Das innere Ideal ist’s

Weltcon 2011 - Rüdiger Schäfer

FO-Filmredakteur und Atlan-Fan Rüdiger Schäfer

Für mich beschreibt das das Phänomen »Fandom« immer noch am besten. Ja, ich bin ein optimistischer Idealist. Denn einer meiner Werte ist, dass das, was man von außen sieht, nicht so wichtig ist und im Fandom wird das meistens gelebt. Hier darf man dicke Bäuche haben, obwohl man nicht schwanger ist, lange Haare flechten, obwohl man keine Frau ist und T-Shirts über Hemden tragen (soll ja jetzt sogar ein Trend geworden sein). Wirklich ein Phänomen? Ich finde schon, denn ich kenne das so extrem nur aus dem Fandom. Und mir gibt das ein wunderbares Gefühl an sozialer Sicherheit. So auch auf dem Perry-Con – das ganze Wochenende, an allen Tagen, zu jeder Stunde, Minute, Sekunde. Selbst-Diagnose: in Teilbereichen unterentwickelte Sozialkompetenz? Sicher nicht ganz falsch. Aber ist das nicht noch eine Eigenschaft, die viele Fans teilen? Und das schweißt uns zusammen.

Für jeden hat’s was

Weltcon 2011 - Günther Freunek

Einer von vier FO-Chefredakteuren: Günther Freunek

Selbstverwirklichung ist etwas, dass das Fandom einfach zulässt. Da sind die Redner, die Monologe über dieses und jenes halten, die alles besser wissen oder keine andere Meinung zulassen. Sie bekommen aber hier ein Forum – Zuhörer, die ganze Wochenenden verbringen können, ohne einen Ton zu sagen und alles aufsaugen wie ein Schwamm. Die Sammler finden Verkäufer, die Künstler Bewunderer, die Autoren Leser, die Eigenbrötler genug Raum und die Herdentiere Gleichgesinnte. Utopia? Sicher keine schlechte Welt. Der Weltcon spiegelte das wider. Ich habe den Eindruck, dass jeder finden konnte, was er suchte und die Reise nach Mannheim nicht umsonst gemacht hat. Und das ist einfach nur gut.

Schön war’s

Weltcon2011 - Ulrich Bettermann

Treuer FO-Leser

Es war ein prima Con – besser konnte ich das 50-jährige Jubiläum der größten Weltraum-Serie der Welt nicht feiern. Oder mit geeigneteren Menschen und Freunden, die meine Einstellung teilen und meine Werte bestätigen. Ich habe vieles wiedergefunden, was ich bisher noch nicht mal vermisst hatte, denn es gibt ja glücklicherweise andere Cons, die die Zeit zwischen PERRY-RHODAN-Weltcons füllen. Aber gerade, weil die Weltcons nicht so oft stattfinden, setzen sie vielleicht besondere Impulse und haben zumindest mich zum intensiven Nachdenken gebracht. Und das führt zu philosophischen Abhandlungen.

Wie eine Liebeserklärung scheint’s

Nein, ich lese kein PERRY RHODAN mehr. Im großen Perry-Universum, mit seinen über 2600 Heften und unzähligen Nebenprodukten war ich nie mehr als ein kleines Augenzwinkern mit meinen vielleicht 20 gelesenen Silberbänden und ein bisschen mehr Heften in der 5. Auflage. Aber ich bin und bleibe ein Perry-Fan. Denn für mich ist PERRY RHODAN mehr als die längste fortlaufende Geschichte der Welt. Mir hat Perry mit seinen Fans einen ganz wichtigen Teil meines damaligen und heutigen sozialen Umfeldes eröffnet. Ich habe mich selber besser und viele neue interessante, durchgeknallte und liebenswerte Menschen kennen gelernt und am wichtigsten: Ich habe Freunde für’s Leben gefunden.
Danke, Perry (und Atlan, Julian, Homer G., Gucky, Bully …)!

Antje Brand

 

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