Arcanum Fantasy-Verlag:
„Aegirs Flotte“ – ein Nachruf

Nathalie Gnann – „Das Erbe Yggdrasils“Das Ende eines Kleinverlags – das Ende einer Heftromanserie: Der Arcanum Fantasy-Verlag ist Geschichte, die GbR des Verlegertrios Jens Salzmann, Lars Gogolin und Christian Zimmermann ist abgemeldet. Jens Salzmann, der letzte verbliebene Verleger an Bord, hat jetzt bekannt gegeben, dass die Verlagspublikationen an den Scratch-Verlag verkauft sind. Die meisten Titel werden weiterhin lieferbar sein. Sicher ist jedoch eines: das Ende von „Aegirs Flotte“, über das seit Anfang September mit den Autoren verhandelt wird. Ein Blick zurück auf eine interessante Serie, aus deren Untergang sich vieles lernen lässt …

Die Heftromanserie, die der Arcanum Fantasy-Verlag im Herbst 2010 gestartet hatte, war auf zehn Kurzromane angelegt. Das Thema: eine Fortschreibung der germanischen Mythologie nach der Endzeitschlacht Ragnarök und die Geschichte der überlebenden Götter und Menschen. Erschienen sind vier Teile: „Lokis Fluch“ von Thomas Vaucher“, „Odins Waisen“ von Tanja Rast, mein Roman „Die letzte Falkin“ und „Das Erbe Yggdrasils“ von Nathalie Gnann. Die weiteren sechs angekündigten Hefte werden nicht mehr erscheinen.

Dabei hatte es zu Beginn gut ausgesehen. Die kurz zuvor gestartete Heftromanreihe „Weltenwanderer“ fand große Beachtung und wurde von der Kritik positiv aufgenommen; das Thema der neuen Serie faszinierte nicht nur die Autoren, es fand offenbar so viel Resonanz, dass der Verlag und der Herausgeber Gerald Meyer bereits eine zweite Staffel planten. Umso überraschender kam das Aus: Per Rundschreiben an die Autoren der ersten Staffel teilte der Verlag mit, der Herausgeber habe um Einstellung der Serie gebeten, da die Verkäufe nicht seinen Erwartungen entsprachen.

Am 11. September 2011 vermeldete Autor Thomas Vaucher auf seiner Homepage:

„Schlechte Nachrichten: Die Heftserie Ägirs Flotte, bei welcher mein Heftroman Lokis Fluch erschienen ist und wo in diesem Monat der Nachfolgeroman Heimdalls Vermächtnis erscheinen sollte, wird eingestellt. Laut Verlag sind zu niedrige Verkaufszahlen der Grund für den Entscheid.“

Gerald Meyer erklärte dazu auf Nachfrage:

„Das ausgearbeitete Konzept hat mehr als genug Potential und wurde von den wenigen Lesern äußerst positiv aufgenommen, aber u. a. hat die Reichweitenwerbung für die Printausgaben nicht funktioniert.“

Ich möchte versuchen, die Gründe für das Scheitern der „Flotte“ zu analysieren und aufzuzeigen, was man hätte besser machen können. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht um Schuldzuweisungen. Vielmehr möchte ich aus Autorensicht dazu beitragen, dass künftige Verleger oder Herausgeber diese Fehler nicht wiederholen, sondern neue, eigene machen können …

Grundsätzlich sehe ich drei Probleme:

  • Der Zustand des Arcanum-Verlags. Ob die Flotte scheiterte, weil der Verlag ins Trudeln geriet, oder ob der Verlag scheiterte, weil die Flotte ein Misserfolg war, kann von Außenstehenden zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Schuld am Ende der Serie mögen gleichwohl nicht unbedingt nur reine „Flottenprobleme“ gewesen sein.
  • Erscheinungsweise, Werbung und Vertrieb – mit allen typischen Problemen eines Kleinverlags
  • Inhaltliche Probleme, Widersprüche innerhalb der Serie, Mangel an Steuerung und Übersicht, das Fehlen einer Einheit

Ein fantastischer Verlag gerät ins Trudeln

Noch im vergangenen Jahr hatte der Verlag blendend dagestanden und konnte auf eine fünfjährige Geschichte zurückblicken. Die erste deutsche Steampunk-Anthologie „Von Feuer und Dampf“ wurde einhellig gelobt. Mit den Werken des Autors Michael Schenk („Die Zwerge der Meere“, „Die Pferdelords“) hatte Arcanum ein großes Prestigeprojekt an Land gezogen und, wie der Verlag vermeldete, zahlreiche Vorbesteller gewonnen. Der 2008 ausgeschriebene Kurzroman-Wettbewerb mit rund 180 Teilnehmern fand in Peter Hohmann („Weißblatt“) einen würdigen Sieger. Die Reihe „Weltenwanderer“ mit 18 meist guten und oft sehr guten Fantasy-Novellen setzte Maßstäbe. Der Verlag war mutig, wagte Publikationen jenseits eingefahrener Wege, etwa mit der Fantasy-Lyrik-Anthologie „Bänkelsänger und Balladen“.

Dass bei Arcanum etwas nicht mehr rund lief, wurde erst 2011 einer breiteren Öffentlichkeit deutlich, als zwei Roman-Ausschreibungen platzten. Im Februar wurde die zweite Staffel der „Weltenwan­derer“-Reihe abgesagt. Fast zeitgleich, am 1. März, erhielten die Autoren die Nachricht, dass es keine zweite Staffel von „Aegirs Flotte“ geben würde. Beide Male lautete die Begründung: zu geringe Beteiligung. Zu der im April gestarteten Kinderbuch-Ausschreibung „Der kleine Goblin“ wurden bisher noch keine Ergebnisse veröffentlicht.
Inzwischen ist das Verleger-Trio auseinandergebrochen. Am 20. Oktober meldete Jens Salzmann, einer von bisher drei Besitzern des Verlags, auf der Arcanum-Homepage:

„Aus aktuellem Anlass weise ich darauf hin, dass Herr Gogolin und Herr Zimmermann den Verlag auf eigenen Wunsch verlassen haben.“

Anfragen an Jens Salzmann und Christian Zimmermann blieben bisher unbeantwortet. Herausgeber Gerald Meyer erklärte am 4. November:

„der Verlag ist nach dem letzten Gespräch mit Jens Salzmann noch in Verhandlungsbasis und steht zum Verkauf. Auch wenn schon ein potentieller Käufer feststeht, bezweifle ich, dass die Serie fortgeführt wird – ich will es aber nicht ausschließen.“

Inzwischen ist es amtlich: Am 18. November erhielten die Autoren von Jens Salzmann per Email die Aufhebungsverträge für ihre Romane. Im Begleitschreiben wird mitgeteilt, dass die GbR bereits am 30.09.2011 erloschen ist. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass unter der bisherigen Verlagsadresse niemand mehr zu erreichen sei.

Am 20. November verkündete Jens Salzmann das offizielle Ende. Er schrieb:

„Um Arcanum nicht sang- und klanglos untergehen zu lassen, habe ich mich entschieden, den Verlag an den Fantasy-Verleger Simon Czaplok vom Scratch Verlag zu übergeben. Ich habe schon vor einiger Zeit Kontakt zu Herrn Czaplok erhalten, geplant war, eine Kooperation beider Verlage aufzubauen, daher kann ich Ihnen guten Gewissens mitteilen, das Beste für Arcanum und natürlich für die AutorInnen erreicht zu haben: Herr Czaplok wird alle Autorenverträge unverändert übernehmen, d. h. Ihre Publikationen sind weiterhin lieferbar.“

Geplant sei, zunächst beide Marken beizubehalten. Was aus der Goblin-Ausschreibung werde, müsse der neue Verleger entscheiden.

Vertrieb und Marketing

Tanja Rast - „Odins Waisen“Ein Kleinverlag kann sich keine hauptberuflichen Vertriebsmitarbeiter, Werbeanzeigen oder eine teure Marketing-Abteilung leisten. Das dürfte allen Beteiligten klar gewesen sein. Ebenso, dass Verleger, die „nebenbei“ noch ihrem Brotberuf nachgehen müssen, nicht 24 Stunden täglich Werbung für ihre Bücher machen können.
Trotzdem hätte sich hier einiges verbessern lassen. Und wenn es nur die intensi­vere Pflege der Facebook- und Twitter-Accounts gewesen wäre oder auf der Verlagshomepage ein paar Hinweise auf die – nicht wenigen – Rezensionen zu den Romanen.
Der Vertrieb über Amazon ist für ein Heft, das 4,95 Euro kostet, aufgrund der hohen Rabattforderungen des Online-Buchhändlers vollkommen unrentabel. Und die Hefte über Amazon Marketplace anzubieten, hätte durch die dann anfallenden 3 Euro Aufschlag nur sehr wenige Kunden zum Kauf animiert. In Buchhandlungen werden Publikationen von Kleinverlagen gewöhnlich nicht vorrätig gehalten. Und trotz ISBN: Mein Versuch, eines der Hefte zu bestellen, wurde in der Buchhandlung abgeblockt, ich möge es doch bitte auf der Verlagshomepage ordern … Trotz Ankündigung hat es der Verlag leider bis zuletzt nicht geschafft, ein Shopsystem zu installieren, sodass jeder potentielle Besteller eine umständliche Email schreiben muss. Dies dürfte auf viele Kunden abschreckend gewirkt haben.

Zum Marketing und äußeren Erscheinungsbild erstellte der Autor Arndt Waßmann, dessen Roman „Schwestern des Schicksals“ als 6. Teil im März 2011 erscheinen sollte, in einer Mail an den Verlag eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen für die Serie. Sein „Fünf-Punkte-Programm“, das vom Verlag allerdings nicht mehr umgesetzt wurde, umfasste unter anderem den Vorschlag einer Einleitungsseite, um dem Leser den Neueinstieg und die Orientierung zu erleichtern:

„Als Leser, der vielleicht einfach nur so ein Heft in die Hand bekommt und die Ausschreibung auf der Verlagsseite nicht gelesen hat (die ja jetzt auch weg ist), fällt einem der Einstieg sehr schwer, da man den Hintergrund nicht kennt (Ragnarök ist geschlagen, Rolle von Hel, Rolle von Loki).
Vorschlag: Bei jedem Heft, das noch erscheint, kommt eine immer gleiche Einleitung (ca. 5 Sätze) zu diesem Hintergrund hinzu.“

Waßmann kritisierte das uneinheitliche Layout und schlug vor, dem Titelblatt einen Rahmen – ähnlich wie bei der „Welten­wanderer“-Reihe – zu geben, oben mittig solle der Titel „Aegirs Flotte“ stehen. Er merkte an:

„Den Titel ,3 Welten – 1 Feind‘ finde ich eher suboptimal, da er zuviel Nachdenken erfordert und auch nicht wirklich neugierig macht.“

Weiterhin wies Waßmann darauf hin, dass am Ende eines jeden Romans problemlos das nächste Heft angekündigt werden könne, und schlug eine bessere Darstellung der Serie auf der Verlagshomepage vor. Sein letzter und vermutlich wichtigster Kritikpunkt war die sehr unregelmäßige Erscheinungsweise der Hefte.

Tatsächlich war der Veröffentlichungsrhythmus mehr als unglücklich. Der Verlag hatte zehn Romane zur Verfügung, die über einen Zeitraum von einem Jahr verteilt erscheinen sollten. Ich erhielt vom Verlag die Info, dass aus diesem Grunde die Zeit zwischen den ersten Heften ein wenig „gestreckt“ werden sollte, danach sollten die Hefte im Monatsrhythmus erscheinen. Im Nachhinein denke ich, dass es günstiger gewesen wäre, die Intervalle zu Anfang kürzer zu halten. Der Leser hätte so schneller an die Serie gewöhnt werden können. Wenn man die Leser erst einmal gewonnen hätte, hätten sie sicher in der Endphase eine längere Wartezeit hingenommen und wären der Serie dennoch treu gewesen.
So erschienen die ersten drei Hefte mit recht langen Abständen, danach gab es eine sehr große Lücke. Heft drei erschien im November, Heft vier war für Mitte Januar angekündigt, erschien dann aber erst im April. Dadurch kamen potentielle Käufer erst gar nicht in den Lesefluss hinein.

Inhaltliche Schwierigkeiten, Widersprüche
und das Fehlen einer Einheit

Was die Handlung angeht, so litt die Serie etwas an den in der Ausschreibung gemachten Vorgaben. Verlangt war, dass ein Held oder eine Heldengruppe sich in der zerstörten Welt nach Ragnarök zurechtfinden und sich zu dem Ort durchschlagen sollte, an dem sich Aegirs Flotte befand. Die Aufgabe wurde von den Beiträgern auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Geschichten gelöst. Dennoch breitete sich dadurch eine gewisse Monotonie in der Reihe aus. Denn der Aufgabe gehorchend hatten die neun Autoren neun Questen verfasst, die jeweils das gleiche Ziel hatten. Einzig Thomas Vaucher, der zwei aufeinander aufbauende Romane beitrug, bot im zweiten Teil bereits etwas anderes, und es zeichnete sich so etwas wie der Beginn einer Kontinuität und eine weiterführenden Linie ab.

Zitat Jens Salzmann

Die zweite Staffel sollte, wie auch die erste, im Rahmen einer Ausschreibung weitergeführt werden. Es gab einige Vorgaben zum Inhalt und die Erlaubnis oder Anweisung, die Personen aus der ersten Staffel weiter zu verwenden. Das war inhaltlich nicht nur vernünftig, sondern auch unausweichlich. Nur so hätten sich ein geschlossener Kosmos und eine zusammenhängende Serie schaffen lassen.

Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass dadurch der Kreis der möglichen Autoren sehr stark begrenzt wurde. Zu stark, wie das Ergebnis lehrt. Es kamen – laut Verlag – nicht genug Exposés zusammen, um eine komplette zweite Staffel daraus zusammenzustellen. Selbst wenn alle Exposés geeignet gewesen wären, so der Verlag, hätte die Zahl nicht ausgereicht.
Wer hätte auch an der Ausschreibung teilnehmen können? Die Zielgruppe war eindeutig zu klein für eine öffentliche Ausschreibung.

Die neun Autoren der ersten Staffel hatten immerhin genug Vorkenntnisse, um ihren eigenen Roman fortzusetzen. Doch wie hätten sie eine Verknüpfung mit den anderen Fäden planen können, da zum Zeitpunkt der neuen Ausschreibung gerade mal die ersten drei Romane vorlagen? Ich selbst habe mich zwar bemüht, in meinem Exposé, das den dritten Roman der Reihe fortführte, einige Züge aus dem ersten und zweiten Teil aufzugreifen. Doch was die Romane vier bis zehn anging, konnte niemand von uns wissen, was da kommen würde, es war also eher ein Stochern im Nebel.
Dass ein vollkommen neuer Autor in die Serie einsteigen konnte, bezweifle ich. Er hätte zumindest die ersten drei Romane lesen müssen. Aber eigentlich hätte er alle zehn kennen müssen. Offenbar haben sich keine oder nicht genug Neu-Autoren in die Materie eingelesen.

Vielleicht wäre es besser gewesen, für die zweite Staffel zentral eine konkrete Linie mit detaillierteren Exposés zu entwerfen und dann die jeweiligen Autoren (inklusive Neuautoren) gezielt anzusprechen und zu briefen. Auf jeden Fall wäre es effektiver gewesen. Die Idee, erst Exposés zu sammeln und dann nachträglich eine Einheit daraus zu schaffen oder zumindest Widersprüche zu tilgen, hat sich als nicht durchführbar erwiesen.

Insgesamt habe ich bereits bei der ersten Staffel den Eindruck gehabt, dass es hier sehr wenig zentrale Steuerung und Organisation gegeben hat. So sehr ich sonst Druck und kleinliche Vorschriften verabscheue und beim Schreiben eher einem unbekümmerten Anarchismus huldige, hier hätte ich mir etwas mehr Führung von Seiten des Herausgebers gewünscht. So hätten auch einige Ungereimtheiten und Widersprüche innerhalb der Serie vermieden werden können. Zum Beispiel:

  • die Rolle des Gottes Vidar: Er hat eine zentrale Rolle in der „Falkin“; bei Thomas Vaucher im zweiten, noch nicht erschienenen Roman, soll er, wie der Autor mir verriet, ebenfalls vorkommen, aber etwas „anders“ vom Charakter her sein; ob er in Teil 8, „Thorgrim Vidarson“ von Michael Bauer, auftaucht und der Vater des Titelhelden ist, ließ sich noch nicht klären.
  • die Wiedererstehung der Weltesche: In „Die letzte Falkin“ wird geschildert, wie dem alten Stamm des Baumes ein neuer Schößling entsprießt. In „Das Erbe Yggdrasils“ von Nathalie Gnann ist dagegen ein Same der Esche das Hauptrequisit und muss von den Helden nach Westen transportiert werden, damit ein neuer Weltenbaum entstehen kann.
  • der Drache Nidhögg bzw. Nidhöggr: Das Reptil wird in Teil III getötet, greift jedoch in Teil IV die Helden an und flüchtet schließlich. Auch zeigt sich an diesem Beispiel sehr schön, dass innerhalb der Serie nicht einmal auf eine einheitliche Schreibweise der Namen geachtet wurde.

Zum Teil hatte ich als Autor den Eindruck, Verlag und Herausgeber hätten gar keine oder nur rudimentäre Kenntnisse der nordischen Mythologie. Dabei hatte der Herausgeber Gerald Meyer im Oktober 2010 in einem Interview auf webcritics.de anlässlich der Ausschreibung betont:

„der Autor sollte ein Semi-Experte sein. Reine Fantasy geht nicht, Halbwissen reicht aber für eine gute Fantasy-Geschichte.“

Beispielsweise wurde in der Ursprungsversion der Ausschreibung nach Autoren für eine Serie namens „Neptuns Flotte“ gesucht. Erst nach einer kritischen Diskussion im Forum der Autorengruppe Geschichtenweber wurde der römische Meeresgott Neptun durch den germanischen Meeresriesen Aegir ersetzt.
In den Klappentexten und Ausschreibungen war auch immer wieder von Legenden und Sagas die Rede, was beides für die eddischen Lieder ziemlich unpassende Bezeichnungen sind. Auch Loki als Endgegner auszurufen, der doch laut Überlieferung eindeutig im Kampf gegen Heimdall gestorben ist, erscheint grenzwertig.
Außerdem schien es, als hätten die Organisatoren die Romane der ersten Staffel gar nicht gelesen. So war in der Ausschreibung zur zweiten Staffel eine Nebenlinie vorgesehen, in der Loki versucht, den Leichendrachen Nidhöggr als Verbündeten zu gewinnen. Nidhöggr war zu dieser Zeit aber, wie oben erwähnt, bereits tot. Auf meinen Vorschlag wurden stattdessen Lokis Brüder Bileistr und Helblindi Träger der Nebenlinie.

Insgesamt habe ich als Autorin Kontakt und Kommunikation vermisst. Ich hatte während der Schreibphase und des Lektorats niemals einen direkten Kontakt zu Gerald Meyer. So sehr ich es begrüße, wenn Mailadressen nicht an jedermann herausgegeben werden, man hätte doch vieles auf kurzen Wegen besser miteinander abstimmen können. Ein geschlossenes Diskussionsforum oder eine Mailingliste wären hilfreich gewesen.

Ob und wie es weitergeht mit der Flotte, steht noch in den Sternen. Gerald Meyer könnte sich vorstellen, zu seiner ursprünglichen Idee, einer Anthologie über die Ereignisse nach Ragnarök, zurückzukehren:

„Derzeit bin ich am Überlegen, ob ich nicht doch eine Antho herausbringe, die alle Staffeln vereint. Allerdings habe ich da so meine Probleme: die inhaltlichen Vorgaben für die Autoren sind so komplex, dass selbst – auch bei schrittweiser Heranführung – 90% der Autoren vollkommen überfordert sind, da es sich ja nicht um gängige Fantasy handelt und relativ viel Einarbeitungszeit pro Story und Autor investiert werden muss. Anscheinend sind die wenigsten bereit, diese Zeit (und Leidenschaft) zu investieren.“

Petra Hartmann

„Drei Welten – Ein Feind / Aegirs Flotte“

Petra Hartmann – „Die letzte Falkin“(Herbst 2010 bis Herbst 2011)

  1. Thomas Vaucher – „Lokis Fluch“
  2. Tanja Rast – „Odins Waisen“
  3. Petra Hartmann – „Die letzte Falkin“
  4. Nathalie Gnann – „Das Erbe Yggdrasils“


 

Das könnte Dich auch interessieren:

Abgelegt unter Verlage und getaggt mit , , , , , , , , , , , . Setz ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Arcanum Fantasy-Verlag:
„Aegirs Flotte“ – ein Nachruf

  1. Pingback: Arcanum Fantasy Verlag sendet wieder | Fandom Observer