Bogen überspannt: „Paranormal Activity 3“

Paranormal Activity 3Den ersten Film der Reihe fand ich 2007 richtig gut: Minibudget (15.000 US-Dollar), glaubwürdige Schauspieler, spannende Inszenierung; sogar die wacklige Kameratechnik a la »Blair Witch Project« passte wie die Faust aufs Auge. Nach einem Einspielergebnis von fast 200 Mio. US-Dollar war die Fortsetzung natürlich unvermeidlich.
»Paranormal Activity 2« kam 2010 in die Kinos, kostete 3 Mio. US-Dollar und spülte erneut fast 200 Mio. in die Kasse von Paramount. Teilweise als Prequel angelegt, konnte auch dieser Film, wenngleich er dem exakt gleichen Muster wie das Original folgte, unterhalten, denn er erzählte die Story logisch fort und erklärte, wie es zu den Ereignissen des ersten Films kommen konnte.

Mit »Paranormal Activity 3« hat man den Bogen nun jedoch überspannt. Erneut steht die vom Schicksal gebeutelte Familie um die von einem Dämon verfolgte Katie (Katie Featherston) im Mittelpunkt der Geschichte. Diesmal blicken die Macher noch weiter in der Zeit zurück und zeigen Katie und ihre Schwester Kristi als Kinder. Es wird klar, dass die unheimlichen Geschehnisse bereits damals ihren Anfang nahmen.

Erstaunlicherweise kam auch dieser dritte Streifen beim Publikum an (5 Mio. US-Dollar Budget, bisher 190 Mio. US-Dollar Einspielergebnis). Persönlich erschien er mir im Vergleich zu seinen Vorgängern extrem in die Länge gezogen und dramaturgisch eher monoton. Die endlos langen Einstellungen der im Haus von Katie und Kristis Eltern angebrachten Überwachungskameras ermüden auf Dauer, weil wenig bis nichts geschieht. Wie auch immer: Wer die ersten beiden Filme gesehen hat, wird auch Teil 3 sehen wollen, denn immerhin gibt es ein paar neue Informationen über die Ursachen von Katies Heimsuchungen. Wer die Serie nicht kennt, sollte sie sich in der richtigen Reihenfolge anschauen.

Es steht übrigens so gut wie fest, dass es auch noch einen vierten Aufguss geben wird. Das ist nichts weniger als logisch, denn die Produktion der Filme ist kostengünstig und die Gewinnspanne hoch. Wie bei so vielen Lost-Footage-Streifen sollte man sich als potentieller Zuschauer überlegen, ob man das Geld für einen Kinobesuch ausgibt, denn die Bildqualität der per Handkamera gedrehten Szenen ist bewusst schlecht. Die ersten beiden Filme gibt es inzwischen günstig auf DVD zu kaufen und meiner Ansicht nach, machen solche Filme zu Hause im Wohnzimmer und mit ein paar Freunden genossen, ohnehin viel mehr Spaß als im Kino.

Rüdiger Schäfer

Kino
Horror/Mystery
86 min.
FSK 16

 

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