Ein gewisses Maß an Spannung: „The Darkest Hour“

The Darkest Hour„The Darkest Hour“ ist ein Film, bei dem ich sehr schlechte Erwartungen hatte. Einerseits wegen der Tatsache, dass es wieder einmal ein „Alienfilm“ ist, zweitens, weil mich die Prämisse an „Vanishing on 7th Street“ und „Skyline“, zwei Filme, die mir überhaupt nicht gefallen haben, erinnert und drittens, weil der Film von energiefressenden, fliegenden, leuchtenden Quallen handelt und ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie man so etwas bekämpft. Deshalb erschienen mir auch die futuristischen Waffen suspekt, mit denen im Trailer ein solches Wesen offenbar vernichtet wurde. Andererseits ist Timur Bekmanbetov, der Produzent des Streifens, nicht dafür bekannt, schlechte Filme herzustellen.

Der Film handelt, wie oben bereits angedeutet, von einer Alieninvasion. Im Folgenden werde ich diese anhand von vier Fragen auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen.

1. Warum die Erde ?
Dafür wird kein Grund genannt. Es wird vermutet, dass die Erde wegen ihres Reichtums an leitfähigen Materialien angegriffen wird.

2. Was sind die Ziele der Aliens?
Auch darüber wird der Zuschauer im Unklaren gelassen. Die Aliens scheinen alles von Menschen über Energie bis hin zu gewissen Erzen zu absorbieren.

3. Wie ist die Technologie der Aliens?
Sie scheinen keine zu besitzen.

4. Falls die Aliens feindlich sind: Wie funktioniert die Bekämpfung?
Die Wesen sind feindlich. Die Bekämpfung schlägt vorerst fehl, weil die Aliens gegen Hieb-und Schusswaffen immun zu sein scheinen und zu allem Überfluss auch noch unsichtbar und somit unangreifbar sind. Erst gegen Ende des Films entwickeln die Menschen Mittel, die Aliens zuerst aufzuspüren und dann auch zu bekämpfen.

Die Analyse zeigt, dass durch den ganzen Film hinweg nicht ganz klar wird, was diese Wesen überhaupt auf der Erde wollen. Auch widersprechen sich einige andere Tatsachen über die Aliens. So behauptet eine der Nebenfiguren, dass die Außerirdischen aus gebündelter Elektrizität bestehen und nicht durch einen Faradayschen Käfig gelangen können. Drei Filmminuten später brechen sie trotzdem in die von Metallgittern geschützte Wohnung ein. Man könnte dies nun einfach als Trugschluss von besagter Nebenfigur auffassen, allerdings funktioniert die Waffe, die der Mann gebaut hat, trotzdem, obwohl sie oben genannte Annahme voraussetzt, um zu wirken. Auch scheinen die Wesen an einer Stelle Energie zu absorbieren, während sie in mehreren anderen Situationen Energie an ihre Umgebung abgeben und somit zum Beispiel Glühbirnen zum Leuchten bringen. Aber wenigstens schaffen sie es, den Protagonisten das Leben schwer zu machen. Und das sieht man denen auch an, denn die Nachwuchsschauspieler machen ihre Arbeit wirklich gut, es gibt keine Situation, in der das Verhalten der Charaktere nicht authentisch wirkt.

„The Darkest Hour“

An den Special Effects wurde nicht gespart und das zahlt sich aus, obwohl im Film nicht allzu viel in die Luft fliegt. Dafür sehen die Elektroquallenaliens umso beeindruckender aus. Aber die kaum vorhandene Action ist auch gut, denn der Regisseur, der übrigens schon an Filmen wie „Fight Club“ oder „Minority Report“ beteiligt war, hat den Fokus auf die Flucht vor den Aliens und den Kampf ums Überleben gelegt, nicht auf die Bekämpfung der Kreaturen, auch wenn im Film Soldaten vorkommen und es später gelingt, einige Wesen zu vernichten.
Trotz dieses scheinbar langweiligen Konzepts (Gruppe Leute schlägt sich durch die von Elektroquallen verseuchte Stadt durch) bleibt ein gewisses Maß an Spannung den ganzen Film über erhalten, dank der vielen Wendungen. Man weiß nie, was als nächstes passiert.

Dieser Film ist durchaus sehenswert, wenn man sich von einem originellen, aber doch etwas kruden Alien-Konzept nicht einschüchtern lässt, nicht so sehr auf Action, aber auf Spezialeffekte steht oder einfach einen spannenden Film sehen will und gewillt ist, über einige wenige Ungereimtheiten hinweg zu sehen.

Dennis Bruk

 

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