„Ganz schön klein hier!“ – MucCon, die Erste

MucCon 2011 - Ralf Bodemann & Olaf Funke

FO-Redakteur Olaf Funke in den Klauen von Ralf „Dr. Tod“ Bodemann (Foto: Breitsameter)

Sonntag Nachmittag, 13 Uhr, das ist eine Uhrzeit, zu der ich normalerweise bei einem Con an den baldigen Aufbruch denke. Von daher war es etwas seltsam, um diese Uhrzeit überhaupt erst auf dem Muc-Con zu erscheinen. Diese Premierenveranstaltung Münchner Phantastik-Fans fand nur am Sonntag, den 6. November statt und brach damit schon mal mit den üblichen Con-Gepflogenheiten.

Der erste Gedanke, als ich das Oberangertheater im Zentrum Münchens, nicht weit vom Viktualienmarkt entfernt, betrat, war: „Meine Güte, ganz schön klein hier.“ Der Veranstaltungsort bestand aus einem größeren Partyraum, in dem sich die Händler und Aussteller drängten, der Bar und einem kleineren Raum, in dem die Lesungen abgehalten wurden. Dementsprechend schneidend war auch die Luft im Händlerraum, zumindest in der Beziehung kam sofort Con-Atmosphäre auf. Der Besucherandrang hielt sich auch ziemlich in Grenzen, aber so konnte man schön an den Ständen längs schlendern und sich ganz in Ruhe mit den Ausstellern unterhalten und informieren. Besonders nett war es am Stand des noch ziemlich neuen Online-Buchhändlers Aeclypticg (aeclypticq.de), den beiden Besitzern merkte man an, dass sie das erste Mal auf so einer Veranstaltung waren und sie sehr genossen. Nach den Kommentaren in einigen Foren, etwa bei sf-fan.de, zu urteilen, waren auch die anderen Aussteller und Autoren sehr angetan von der Atmosphäre im Oberanger.
Laut Simone Edelberg, Organisatorin des Muc-Cons und Vorsitzende des Vereins „Die Phantasten“, hatten sich im Laufe des Tages immerhin etwa 100 Gäste eingefunden, Kinder und Jugendliche nicht mitgerechnet. Für eine Ein-Tages-Veranstaltung und bei dem extrem schönen Sonntagswetter eine durchaus achtbare Zahl.

Was das Programm angeht, gab es das Problem, herauszufinden, aus was es überhaupt bestand. Erst bei genauerem Hinsehen fand sich in der Con-Tüte ein kleiner Zettel, auf dem die Abfolge der Lesungen aufgeführt war. Da hätte ich bei einer Wiederholung gerne eine etwas prominentere Präsentation des Programms. Muss ja nicht gleich ein ganzes Buch werden.

MucCon 2011 - Bodemann & Edelberg

Veranstalter Simone Edelberg (rechts) und Ralf Bodemann (skelettiert) (Foto: Breitsameter)

Da kurz nach unserer Ankunft die Lesung von Arno Behrend begann, setzten wir uns kurzerhand dort hinein. Nach einer Einführung durch den als Skelett verkleideten Ralf Bodemann, seines Zeichen Kassenwart der Phantasten (siehe auch auf dem Cover dieser Ausgabe), begann Arno mit der Lesung der ersten von zwei Kurzgeschichten, in der es um die Lösung eine Kriminalfalls mit Hilfe von Zeitreisen ging. Mehr werde ich nicht davon verraten, da die Geschichte noch abgedruckt wird. Die zweite Geschichte drehte sich um Zeitmanipulationen, aber auch hier möchte ich nicht mehr verraten, beide Geschichten kamen jedenfalls beim Publikum sehr gut an und die Stunde war schnell verflogen.

Insgesamt waren die Lesungen durch die Bank laut Organisatoren gut besucht, was bei den vortragenden Autoren verständlicherweise sehr gut ankam.

Alternative zu E-Books

MucCon 2011 - Amizaras

Am Stand der Amizaras-Edition (Foto: Breitsameter)

Mit der Besichtigung des Händlerraums, war man aufgrund der geringen Größe auch sehr schnell durch. Besonders interessant fand ich den Stand der Amizaras-Edition, der ein Buchprojekt vorstellte, das sich seit einigen Jahren in der Vorbereitung befand und dieses Jahr den ersten Band einer Trilogie veröffentlichte, der durch eine besonders aufwändige Aufmachung mit zahlreichen, in den Text eingearbeiteten Illustrationen auffiel. Beim ersten Durchblättern des Ansichtsexemplars gefiel mir besonders die hohe Papierqualität und der feste Einband mit Reliefprägung. Wenn so die Alternative zu E-Books aussieht, lasse ich mir das gefallen. In der Zwischenzeit habe ich mir auch mal die in der Con-Tüte enthaltene Leseprobe zur Gemüte geführt und war sehr angetan davon. Die Leseprobe stellt einer beiden Hauptpersonen des ersten Bandes, Ashamdon, vor. Rafaela wohnt der Gerichtsverhandlung gegen ihren Vater bei, der des Mordes an ihrem jüngeren Bruder angeklagt ist, Sie erlebt, dass er freizukommen droht, was sie zu einer Verzweiflungstat treibt. Zusammen mit der schon erwähnten sehr schönen Aufmachung des ersten Bandes, ist dies ein Projekt, das es wert ist, weiter beobachtet zu werden, zumal, da es nicht in einem der großen Verlage vertrieben wird, sondern komplett in Eigenregie.

Perspektiven

Nach etwa drei Stunden hatte man alles Interessante auf dieser Veranstaltung gesehen und konnte sich guten Gewissens wieder auf den Heimweg machen. Was bleibt, sind Eindrücke von einer insgesamt schönen Auftaktveranstaltung, bei der man sich eine Neuauflage im nächsten Jahr wünscht. Die Kommentare und Berichte, die bisher so durch das Netz schwirren, sind auch durchwegs positiv und loben besonders die familiäre Atmosphäre im Oberangertheater. Und wie man auf der Homepage des Muc-Con (muc-con.de) inzwischen lesen kann, wird es im November 2012 den zweiten Con in München geben (17./18.11. im Kulturzentrum Trudering) und 2013 wird der Muc-Con sogar Jahres-Con des SFCD sein. Organisiert werden die nächsten Cons vom Verein „Die Phantasten e. V.”, die damit dann nicht mehr durch Privatpersonen organisiert werden.

Olaf Funke

(Dieser Beitrag wurde am 6. Dezember aktualisiert.)

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Eine Antwort auf „Ganz schön klein hier!“ – MucCon, die Erste

  1. Soleil sagt:

    Danke für den Bericht, sehr informativ für alle, die nicht hingehen konnten! Über das Datum habe ich mich zunächst auch gewundert, aber da steckt bestimmt eine logische Erklärung dahinter.