In eigener Sache:
Wieviele Leser hat der Fandom Observer?

Lesender RaumfahrerFrüher war alles ganz einfach. Früher gab es Abonnenten, die haben Geld dafür bezahlt, daß man ihnen jeden Monat ein Exemplar des FANDOM OBSERVER druckt, es zusammentackert, in einen Umschlag steckt, eine Briefmarke aufklebt und verschickt.

x Abonnenten
+ Anzahl der Belegexemplare
+ Nachbesteller und Direktkäufer
+ Anzahl der Probeexemplare
= Leser

… ganz einfach! Und es waren sogar noch ein paar mehr, denn da gab es ja noch die mysteriösen Mitleser, die Dunkelziffer, die in der Grauzone.
Spätestens mit Einführung der PDF-Ausgabe vor elf Jahren war es vorbei mit den klaren Verhältnissen. Die Druckauflage ging zurück (wen wundert’s?) und Belegexemplare gibt es seitdem auch nicht mehr. Seitdem lautet die Formel

x Abonnenten
+ Nachbesteller und Direktkäufer
+ Anzahl der Probeexemplare
+ Runterlader
= Leser

Aber wieviele sind das jetzt? Das Zählen der Downloads ist für technische Laien nicht trivial. Fragt man das Statistikprogramm, daß über das Laden eines Codeschnipsels im PHP-template der Seite mitzählt, wenn jemand im Blog einen Download-Link anklickt, dann wird unsere PDF-Ausgabe etwa 200mal heruntergeladen.
Nicht erfaßt werden so jedoch die Downloads, die über den Dateipfad erfolgen, also schauen wir in die Logfiles des Servers und stellen fest, daß die Ausgaben des Jahres 2011 im Schnitt 1.000- bis 1.700mal heruntergeladen wurden – dabei wurde schon ein Schätzwert für unkomplette Downloads und Suchmaschinenzugriffe abgezogen. Nehmen wir den kleineren Wert und rechnen nochmal nach:

50 Abonnenten
+ 10 Nachbesteller/Probeexemplare
+1.000 Runterlader
= 1.060 Leser

War’s das jetzt? Leider nicht. Seit März 2011 gibt es dieses Blog und weil wir hauptsächlich Inhalte veröffentlichen, die unsere Leser schon aus der Monatsausgabe kennen, ist der FANDOM OBSERVER im Reigen der deutschen News- und Rezi-Seiten eher ein kleines Licht. Aber wie klein?
Am 11. November meldete Zauberspiegel-Online bei Facebook:

… werden den 4. Monat in Folge die Marke von 50.000 Besuchern knacken. Und dazu in diesem Jahr locker mehr als eine halbe Millionen Leute haben, die den Zuaberspiegel besuchen. Das ist ne tolle Entwicklung. Dank an alle.

Horst Hermann, bist Du Dir sicher? Website-Ranking ist ein beliebter Sport – schon aus Eitelkeit wollen Betreiber wissen, wie groß der Publikumszuspruch ist, für gewöhnlich geht es jedoch einfach darum, herauszufinden, wieviel man für Bannerwerbung verlangen kann. Viele setzen auf Google Analytics, um mehr über ihre Besucherstatistik herauszufinden, manche benutzen vergleichsweise dumme Zählprogrämmchen, die einfach nur Anfragen an den Webserver zählen. Da kommen im Monat schnell ein paar Hunderttausend zusammen, wenn man bedenkt, daß jede winzige Grafikdatei eine Serveranfrage generiert.

Spaßeshalber lohnt sich ein Blick auf Rankingseiten wie Web Site Traffic Spy, die zwar auch keine randscharfen Zahlen liefern können, es aber einfacher machen, Websites zu vergleichen. Schaut man dort, wie die durchschnittlichen Zahlen für aktuelle Sites der deutschen Phantastikszene aussehen, erhält man folgende Werte, sortiert nach monatlichen Besuchern:

Statistik Dezember 2011

So sieht der Web Site Traffic Spy deutsche Phantastikseiten im Dezember 2011

Da bleibt nicht viel übrig von den 50.000 Besuchern, die der ZAUBERSPIEGEL stolz vermeldete. Die Zahlen von SF-Fan.de sehen dagegen schon viel besser aus. Rechnet man noch die Seitenaufrufe im dazugehörigen SF-Fan-Forum heraus, laut dem Webspion etwa 60%, bleiben für das Portal immer noch 6.326 Seitenaufrufe im Monat, deutlich mehr als für den direkten Verfolger, PhantaNews von Stefan Holzhauer.

Aber wie belastbar sind diese Zahlen? Im FO-Blog wird seit Ende April das interne Statistik-Tool Piwik verwendet. Das hat im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 30. November 2011 durchschnittlich 3.112 Besuche pro Monat gezählt. Diese führten zu durchschnittlich 6.304 Aktionen wie Seitenaufrufe und Downloads.
Aber wie soll man herausfinden, wieviele Besucher dahinterstecken? Wenn ihr das Anlegen von Cookies erlaubt, hat es die Software leicht, dann kann sie euch auseinanderhalten. Unterscheidbare Besucher hatten wir im November 2.391 – weit mehr als die 1.008 aus der Tabelle oben. Sind das also unsere Leser? Nein, immer noch nicht, denn diese Zahl enthält unerkannte Mehrfachbesucher: Cookielöscher wie mich. Rechnet man die Einmalbesuche heraus, bleiben dem FANDOM OBSERVER für November 2011 1.194 wiederkehrende Besucher, die ihren Cookies erlaubt haben, weiterzuleben. Der Schätzwert des Web Site Traffic Spy ist also gar nicht so realitätsfern.

FO-Besucher 2011

FANDOM OBSERVER: Über 1.000 eindeutig identifizierbare Besucher im November 2011, Tendenz steigend

Leider ist es im Augenblick noch nicht möglich, die Downloads, die an Piwik vorbeigehen, mit dieser Zahl zu korrelieren. Schließlich gibt es Leser, die das Heft herunterladen und unser Blog besuchen. Nehmen wir also unsere Formel von oben und sagen:

50 Abonnenten
+ 10 Nachbesteller/Probeexemplare
+1.000 Runterlader
+ 1.100 Blogbesucher
= ca. 1.100 Leser

Komische Rechnung? Eher eine vorsichtige Schätzung. Wir haben natürlich nichts dagegen, wenn es mehr werden. Bis dahin sagen wir 1.100mal Danke! Mindestens.

Manfred Müller

 

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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7 Antworten auf In eigener Sache:
Wieviele Leser hat der Fandom Observer?

  1. PhantaNews sagt:

    Tja, Horst-Hermann schaut sich halt die Serverstatistiken an, kann die aber nicht interpretieren, es werden beispielsweise Bots- und Suchmaschinenbesuche mitgezählt, die filtert er bei seinen Zahlen nicht raus. Vielleicht nennt er auch die gesamten Hits statt der unique visitors? Wer weiß… Korrekt sind seine Zahlen aber auf keinen Fall.

    Die Zahlen von TrafficSpy kann ich aber auch nicht bestätigen, AWStats (filtert beispielsweise Bots und Suchmaschinen aus) und Piwik (über 18000 Besuche im November) sprechen bei mir eine andere Sprache – das Ranking mag stimmen, die reinen Zahlen nicht, wobei man sich auch fragt, wie die zustande kommen, sieht nach irgendwelchen Durchschnittswerten aus (vielleicht sollte ich mal mit ein wenig Suchmaschinen-Voodoo anfangen, habe ich bisher im Prinzip noch gar nicht gemacht :) ). Außerdem halte ich die “unique visits” allein für nicht so aussagekräftig. Interessant ist doch auch, ob Leser regelmäßig wieder zurück kehren, um nochmal was zu lesen.

    Grundsätzlich halte ich von diesen digitalen Schw…vergleichen auch nicht viel. Da wird gern mal großes Gemehre drum gemacht, insbesondere von SEO-Anbietern, zu denen auch Trafficspy wohl gehört, und die eigene Dienstleistung verkaufen wollen. Wichtiger ist Content und dass die Leser zufrieden sind.

    Ansonsten Gratulation. Aus dem Stand in der relativ kurzen Zeit eine gute Position für das Blog des FO :)

  2. Danke für die Blumen!

    Dazu muß man aber auch sagen, daß die Downloadrate in der Vor-Blog-Ära auch nicht viel schlechter war. Der Markt geht rauf und runter und mächtig rauf, aber die Zahl bleibt annähernd konstant. Wir scheinen ein treues Publikum zu haben.

  3. Rob Randall sagt:

    Ich finde die Zahlen von Traffic Spy auch nicht sehr aussagekräftig… ebensowenig wie die von alexa – denn damit arbeitet ja offensichtlich Traffic Spy bei seinem Vergleich. Als Beispiel: Alexa weist meinen kleinen Blog mit 80 Unique Usern im Monat aus. Tatsächlich liefert aber allein Google über 100 unique hits AM TAG – und das sind bestimmt nicht immer die gleichen Personen. Alexa geht hier um den Faktor das-rechne-ich-jetzt-nicht-aus-aber-es-ist-schon-sehr-viel fehl….

  4. Guido sagt:

    Vermutlich musst Du die Zahlen von phantastiknews.de
    phantastiknews.de/usage
    noch zu denen von der Bindestrich-Adresse dazuzählen – durch das Konzept von PN.de kann es gut sein, dass viele die alten Adressen gespeichert haben, diese aufrufen, nicht einmal auf weiter klicken und somit nicht gezählt werden.
    Ansonsten sehe ich das so: wenn jeder die für sich passende Software sucht, wird er am Ende auch ganz oben stehen.

  5. Öhm. Wenn man nur die Bindestrichadresse “phantastik-news” zählt, muss so eine Zahl ja herauskommen. Das ist aber nur eine Weiterleitung. Viele gehen direkt auf “phantastiknews.de”.

  6. PhantaNews sagt:

    Der Einwand ist korrekt, nimm einfach phantastiknews.de stattdessen in die Liste, Manfred. Die Besucher von phantastik-news.de sind da dann ja mitgezählt.

  7. Vielen Dank für die aufmerksamen Hinweise. Die Tabelle wurde aktualisiert.

    Damit ich nicht auf Zuruf die Werte weiterer Sites aktualisieren muß: Vergessen wir nicht, daß dieses Bild nur der Illustration dient und eine Momentaufnahme darstellt, die zudem Schätzwerte enthält (nicht meine, natürlich). Wer sich ernsthaft mit anderen messen will, sollte besser für Waffengleichheit sorgen. Wer von euch macht mit?