Muc-Con 2011: Frische Brise im Mief

Interview mit der Science-Fiction-Autorin Miriam Pharo

MucCon 2011 - Miriam Pharo

Verlegertraum: Miriam präsentiert das Sortiment des Acabus-Verlages

muellermanfredMiriam, für dich als Ortsansässige war es ja fast logisch, den Muc-Con zu besuchen – so nah kommt dir die Szene eher selten. Oder gab es noch andere Gründe für Dich, den Con zu besuchen?

Miriam PharoEigentlich hast du es auf den Punkt gebracht. Es wäre ein Frevel gewesen, nicht zu hinzugehen. Abgesehen davon erschien mir sowohl die Website als auch die ganze Vorbereitung vielversprechend zu sein. Die Website finde ich z.B. ziemlich gelungen: hell, grün, freundlich. Eine frische Brise in der teilweise etwas miefigen Szene. Ein weiterer Grund war, dass mich der Acabus Verlag gefragt hat, ob ich den Stand betreuen würde, wozu ich mich sehr gern bereit erklärt habe.

muellermanfredDas war eine recht überschaubare Veranstaltung, die Stände waren nicht gerade überlaufen. Wäre es besser gewesen, gleich ein Branchentreffen daraus zu machen und sich die Kistenschlepperei zu sparen oder hat es auch Vorteile, sich die Besucher einzeln vorknöpfen zu können?

Miriam PharoIch denke, es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Natürlich kannte man die meisten Aussteller und Autoren vom BuCon und DortCon, aber unter den Besuchern waren sehr viele neue Gesichter. Gerade in der Szene lohnt es sich, um jeden einzelnen von ihnen zu kämpfen. Das persönliche „Vorknöpfen“ hatte den großen Vorteil, dass sich alle mehr Zeit für den Austausch genommen haben. Die Stimmung war familiär und auch der Verkauf war, angesichts der Überschaubarkeit, für den Verlag mehr als zufriedenstellend.

muellermanfredHoffentlich hattest bei all den Verkaufspflichten etwas Zeit, dem Programm zu folgen! Was waren deine Highlights?
 
 

Miriam PharoDa ich den Stand weitgehend allein betreut habe, konnte ich leider keiner Lesung beiwohnen. Bei meiner eigenen Lesung musste ich meinen charmanten Nachbarn, Patrick Schön, bitten, unseren Stand im Auge zu behalten und danach wollte ich seine Hilfsbereitschaft nicht überstrapazieren.

muellermanfredDer Muc-Con war bereits angekündigt worden, lange bevor Veranstalterin Simone Edelberg die Gründung der Phantasten bekanntgab. Der Con wurde dann zur Phantasten-Sache erklärt. Was hältst Du denn von den Phantasten?

Miriam PharoMeines Erachtens ist es eine sehr gute Initiative, um das phantastische Genre und alle, die damit zu tun haben, zu fördern. Vor ein paar Tagen habe ich mir sogar die Satzung durchgelesen.
Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren, ob Vereine wirklich etwas für mich sind. Dafür habe ich mir fest vorgenommen, an einem phantastischen Kreativfrühstück oder an einem der Stammtische, die an jedem vierten Samstag im Monat stattfinden, teilzunehmen, zumal ich die Vorstandsmitglieder kenne und sie allesamt sehr nett finde.

muellermanfredUnd sie wollen ja auch alles ganz anders machen …
Im Ernst: Du hast jetzt bereits ein paar Cons miterlebt. Wo würdest Du den Muc-Con einordnen? Was kann er am besten bieten und was muß er noch lernen?

Miriam PharoDas ist eine schwierige Frage, da es eine Premiere war. Ich glaube nicht, dass man den Muc-Con bereits irgendwo einordnen kann. Diese Einschätzung kann erst im nächsten oder übernächsten Jahr gemacht werden. Eines ist sicher: Die Organisation lief aus meiner Sicht reibungslos, nur in Sachen Mobilisierung gibt es noch einiges zu tun. Ich weiß, dass die Organisatoren nicht dafür verantwortlich sind, aber beim nächsten Mal wäre es ganz schön, in der Zeitung nicht unter „Flohmärkte“ aufgeführt zu werden – auch wenn dieses Detail nicht einer gewissen Komik entbehrt.

muellermanfredWohl ein Indiz dafür, daß die Crew nicht aus den sattsam bekannten Fandom-Kreisen stammt. Das ist wohl auch ganz gut so.
Welchen Programmpunkt möchtest Du im nächsten Jahr sehen?

Miriam PharoEine Bilderausstellung, ähnlich der von Alexander Preuss auf dem letzten DortCon, und einen multimedialen Vortrag zum Thema SF oder Fantasy.
 
 

muellermanfredHerzlichen Dank, daß Du Dir Zeit für uns genommen hast!
 
 

Das Interview führte Manfred Müller per E-Mail

Daten & Fakten Muc-Con 2011
Besucherzahl: ca. 100 · Ziel 2012: 300 Besucher
Finanzielle Bilanz: -keine Auskunft- „Er war jeden Cent wert.“ (S. Edelberg)
Aussteller: 17 Ausstellungsfläche: ca 200 m2 · Elfensaal: ca. 60 m2

November 2012: Vortreffen am Freitagabend, Con über zwei Tage (Samstag und Sonntag), Ziel: niedrigere Eintritts- und Standpreise, zwei Programmschienen

2013 ist der MucCon Gastgeber des SFCD-Jahrescons – „Wir haben vor, sowohl dem SFCD als auch dem Fandom die Sterne vom Himmel zu holen!“ (S. Edelberg)

Infos: muc-con.de

 

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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