Tod auf Station: „The Ward“

„The Ward“ - PosterIn den USA gab es das neue Werk von Altmeister John Carpenter (»Halloween«, »The Fog«) schon im vergangenen Jahr zu sehen. Deutsche Fans mussten bis Ende dieses Jahres warten. In vielen Kinos lief der Film erst gar nicht, also habe ich mich direkt auf die Ende Oktober erschienene englische Blu-ray gestürzt, die eine Altersfreigabe des British Board of Film Classification (BBFC) ab 18 Jahren erhalten hat.

Wer wie ich auf den inzwischen leicht angegrauten Horror eines John Carpenter steht, der wird natürlich nicht enttäuscht. Der inzwischen 63 Jahre alte Regisseur tut das, was er kann: Sein Stil ist eher direkt als subtil, und die Story bietet wenig Überraschungen. Dennoch ist man relativ schnell in der Geschichte gefangen, auch wenn man sehr früh zu ahnen beginnt, wohin die Reise geht. Die Auflösung ist denn auch nicht allzu originell und in ähnlicher Form bereits aus Dutzenden ähnlicher Filme vertraut.

Amber Heard, bekannt aus »Zombieland« und »Drive Angry«, spielt die verwirrte Kristen, die eines Tages in die Nervenheilanstalt North Bend Hospital eingeliefert wird. Dort trifft sie auf vier weitere Frauen, jede mit ihren speziellen Ticks und Eigenheiten. Der Film folgt dem Alltag auf der Station (englisch: ward), die von einem Dr. Stringer geleitet wird. Die Behandlung Kristens durch den Arzt zeigt zunächst wenig Erfolg, scheint den Zustand der jungen Patientin sogar zu verschlimmern, denn diese sieht plötzlich den Geist einer unbekannten Frau, der damit beginnt, die Insassen der Anstalt eine nach der anderen umzubringen.

Spätestens die Tatsache, dass weder Dr. Stringer noch Pfleger oder Schwestern von diesen Morden beunruhigt zu sein scheinen, verrät dem mit Horrorfilmen vertrauten Zuschauer, auf welchen Plot die Handlung zusteuert – »Shutter Island« lässt grüßen. Immerhin ist der Weg dorthin recht unterhaltsam. Einen Kinobesuch kann man sich für diesen absolut durchschnittlichen Film sicher sparen; für einen angenehm gruseligen Abend vor dem Fernseher reicht die Blu-ray mit ihrem hervorragenden Bild und dem guten 5.1.-Ton jedoch allemal aus. Die enttäuschenden Extras bestehen lediglich aus ein paar Interviews mit Regisseur und Schauspielern.

Rüdiger Schäfer

»The Ward«
Blu-ray (UK)
Horror
88 min.
BBFC 18

 

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Eine Antwort auf Tod auf Station: „The Ward“

  1. RoM sagt:

    John Carpenters Nymbus lebt von seinen Erfolgen in den Achtzigern. Rein filmisch betrachtet bieten aber slbst die wenig eigenständige Substanz. ESCAPE FROM L.A. bricht mit der Landung Pliskens in der Stadt in Langeweile auseinander. Sein Genius hatte sich nach DARK STAR bereits erschöpft.