Ein Stück zahmer: „The Thing“

The Thing DVD-ArtUnd noch ein Remake – besser gesagt ein Prequel unter gleichem Namen des Originals. John Carpenters »Das Ding aus einer anderen Welt« aus dem Jahr 1982 (selbst das Remake der Nyby-Verfilmung von 1951) zählt zu den prägenden Werken des Horror-Genres. Ursprünglich als FSK 16-Fassung im Kino gezeigt, wurde die ungekürzte Fassung später auf FSK 18 hochgestuft und sogar indiziert. Seit August 2009 ist diese Indizierung jedoch wieder aufgehoben und der Film darf sogar mit dem FSK 16-Siegel verkauft werden (ein schönes Beispiel dafür, wie massiv sich Indizierungskriterien im Laufe der Zeit ändern können – und wie willkürlich dabei oft verfahren wird).

»The Thing« erzählt nun also die Vorgeschichte des Originals und spielt auf einer norwegischen Forschungsstation in der Antarktis. Dort entdeckt man ein seit mindestens 100.000 Jahren im ewigen Eis steckendes Raumschiff, sowie ein tiefgefrorenes Alien, welches geborgen und in die Station gebracht wird. Es kommt wie es kommen muss. Der aufgetaute Gast entpuppt sich als ziemlich aggressiver Zeitgenosse, und beginnt mit einem blutigen Amoklauf, dem ein Wissenschaftler nach dem anderen zum Opfer fällt …

Ja, es gibt fraglos originellere Storys, zumal sich diese auch nicht wesentlich von der Carpenter-Version unterscheidet (dort ist der Zuschauer lediglich auf einer amerikanischen Station zu Gast). Dennoch macht hier der Ton die Musik, denn Regisseur Matthijs van Heijningen Jr. gelingt es tatsächlich, den düsteren Flair und die beklemmende Atmosphäre der Vorlage einzufangen und in ein modernes Format zu übertragen. Die ­Spezialeffekte sind prima gemacht und die Kreatur sieht in ihren diversen Inkarnationen teilweise wirklich verstörend aus. Lediglich am Rande sei vermerkt, dass diesmal auch zwei Frauen mitspielen dürfen. Bei Carpenter bestand der Cast ausschließlich aus Männern (sieht man einmal von einer weiblichen Computerstimme ab, die von Carpenters damaliger Ehefrau Adrienne übernommen wurde).

Wie auch immer: Im Vergleich zu Carpenters »Das Ding aus einer anderen Welt« (und dieser muss auch bei einem Prequel erlaubt sein) präsentiert sich »The Thing« sicherlich ein Stück zahmer und mehr auf den Massen­geschmack zugeschnitten. Langweilen dürften sich Horror-Fans jedoch keineswegs, und wer den Streifen im Kino verpasst hat, darf sich ab dem 30. März an DVD oder ­Blu-ray erfreuen.

Übrigens: Am Ende des Films fehlt natürlich nicht der Übergang zur Carpenter-Fortsetzung. Die Kreatur flieht in Form eines Hundes und wird von zwei Überlebenden per Hubschrauber verfolgt. Das ist auch die Anfangsszene von »Das Ding aus einer ­anderen Welt«.

Rüdiger Schäfer

»The Thing«
Kino, Horror-Action
99 min.
FSK 16

 

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