Was für ein Reinfall! „Shark Night 3D“

Shark Night 3DWas für ein Reinfall! Ich kann mich nicht bis zum Ende dieser Besprechung zurückhalten, also sage ich es gleich zu Beginn: »Shark Night 3D« ist ein B-Movie der übelsten Sorte: Schlechte Schauspieler, hanebüchene Handlung und nicht einmal ein paar halbwegs aufregende Schock- oder Splattereffekte, die dieses rundum misslungene Machwerk wenigstens optisch aufhellen könnten. Dabei hat Regisseur David R. Ellis mit »Final Destination 2 + 4« sowie »Snakes On A Plane« durchaus prächtige Referenzen. Was den ehemaligen Stuntman jedoch hier geritten hat, kann ich mir nicht einmal ansatzweise erklären.

Der Form halber zur Geschichte: Eine Gruppe junger Studentinnen und Studenten planen das Mega-Party-Wochenende und beziehen ein Ferienhaus auf einer kleinen Insel im Morris-Salzwassersee, Louisiana. Zu spät bemerken sie, dass sich im Wasser ein paar ausgehungerte Haie tummeln, deren Anwesenheit sich am Ende als überdrehter Racheplan eines gekränkten Ex-Lovers ­entpuppt.

Ja, die Story ist tatsächlich so dämlich, dass man vor lauter Fremdscham am liebsten in die Lehne des Kinosessels seines Vordermanns beißen würde. Der Rest des Films besteht aus den altbekannten Anmachsprüchen des extrem peinlichen männlichen Teils des Teenager-Ensembles, während die Damen lieber ihre üppigen Oberweiten in zu knappen Bikinis hin- und her schleppen. Letzteres mag zwar außergewöhnlich genügsame Zuschauer davon abhalten, das Theater noch vor dem geistlosen Finale zu verlassen, doch ein echter Trost ist das nicht.

Die 3D-Effekte liegen in ihrer Qualität sehr nahe an der Güteklasse des gesamten Streifens, tendieren in ihrer Tauglichkeit also gegen null. Da es in viel zu vielen Szenen stockdunkel ist (der Filmtitel hätte mir da durchaus Warnung sein müssen), merkt man oft gar nicht, dass man für eine zusätzliche Raumdimension immerhin fast das doppelte Eintrittsgeld berappt hat. Ich kann meinen Zorn über solcherlei Nepp immerhin noch mit einem Text für den FO kanalisieren. Die rund fünfzig Leidensgenossen, die das tranige Fischdebakel mit mir zusammen erleben durften, haben solcherlei Ventil vermutlich nicht.

Fazit: Wenn Steven Spielberg, der Vater aller Plastikhaie, ein Grab hätte, würde er darin rotieren. Ich hoffe für den Altmeister, dass er sich diesen maritimen Sondermüll niemals ansehen muss.

Rüdiger Schäfer

»Shark Night 3D«
Kino, 91 min.
FSK 16

 

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Eine Antwort auf Was für ein Reinfall! „Shark Night 3D“

  1. RoM sagt:

    Es darf vermutet werden, daß der Streifen an sich ( wie die 3D Aufmunitionierung) ein singuläres Motiv darin hatte, üppige weibliche Rundungen in Positur zu bringen. Filme wurden schon für viel weniger abgelichtet. Kino zum intensiven Abgewöhnen.