»Alphas« – Superhelden ohne Kostüm

„Alphas“ – PosterVor kurzem wurde bekanntgegeben, dass die SF-TV-Serie »Alphas«, die in 11 Episoden von Juli bis September 2011 in den USA lief, um eine zweite Staffel mit weiteren 13 Folgen verlängert wird. Grund genug, sich die erste Season, die sicherlich auch bald in Deutschland gesendet wird, einmal genauer anzusehen.
Die Handlung dreht sich um den Neuro- und Psychologen Dr. Lee Rosen (David Strathairn), der ein Team von fünf außergewöhnlich begabten Individuen (sogenannte Alphas) um sich geschart hat, und unter dem Siegel des Defense Criminal Investigative Service, der dem US-Verteidigungsministerium untersteht, einer Organisation namens Red Flag auf die Spur zu kommen sucht. Diese hat ebenfalls Alphas in ihren Reihen.

»Alphas« ist eine sehr unauffällige, ja geradezu brave Serie. Die Charaktere folgen den üblichen Stereotypen. Da gibt es den Autisten, der jedwede Form von Kommunikationssignalen sehen, verarbeiten und beeinflussen kann. Da ist der junge, gut aussehende Ex-Marine, dessen Hirn Bewegung extrem schnell verarbeitet und ihm deshalb eine enorme Körperbeherrschung verleiht. Da ist das schüchterne Mädchen, das die Empfindlichkeit seiner fünf Sinne massiv zu steigern vermag (und dadurch z. B. als biologisches Mikroskop funktioniert). Da ist der selbstsichere Vamp, der andere allein durch den Klang der Stimme zwingen kann, jeden Befehl widerspruchslos zu befolgen. Und da ist der ehemalige FBI-Agent, der in der Lage ist, für kurze Zeit seine Körperkräfte um ein Vielfaches potenzieren.

Eine Prise »X-Men«, ein bisschen »Heroes«, ein paar Spritzer »Mutant-X«, präsentiert mit teilweise sehr guten Spezialeffekten und einer leider nur in Ansätzen spannenden Handlung. Ein Serien-Leichtgewicht, von dem es eigentlich schon hieß, es würde sein zweites Jahr nicht erleben. Die Einschaltquoten waren mäßig, die Kritiken durchwachsen. Warum es nun doch grünes Licht für weitere 13 Folgen gab, kann ich mir nach einem eher weniger unterhaltsamen Wochenende mit den 11 Episoden ehrlich gesagt nicht wirklich erklären.

„Alphas“ – SzenenbildEchte Höhepunkte sind rar gesät. In Episode 5 wird deutlich, dass »Alphas« im selben Serienuniversum wie »Eureka« und »Warehouse 13« spielt. In Episode 9 tritt Brent Spiner (der Data aus »Star Trek – The Next Generation«) als Arzt auf, der mit Stammzellen neue Alphas basteln will. Dazwischen werden die üblichen Storys um Konflikte zwischen den Teammitgliedern, freilaufende Alphas, die ihre Begabung entdecken und eingefangen werden müssen, oder eben vom Kampf gegen die Mitglieder von Red Flag erzählt. Alles schon gesehen, alles schon Dutzende von Malen in ähnlicher Form durchgenudelt.

Insofern ist »Alphas« sicher keine schlechte Serie, aber eben bei weitem nicht gut genug, um aus dem Einheitsbrei ähnlicher Produktionen herauszuragen. Im Juli beginnt in den USA die Ausstrahlung der zweiten Staffel. Ich werde sie mir nicht mehr ansehen.

RÜDIGER SCHÄFER

 

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Eine Antwort auf »Alphas« – Superhelden ohne Kostüm

  1. RoM sagt:

    Einer der Vorgänger wäre dann wohl auch “Painkiller Jane”. Interessant, daß hier ein Crossover mit “Eureka” & “Warehouse 13″ angelegt wird. Das meine ich obschon ich kein sonderlicher Fan beider bin.