Das andere Gesicht der Erde: „Anno 2070“

»Anno 2070« ist der neueste Teil aus der bekannten Anno-Reihe; bereits erschienen sind in der Reihenfolge des Erscheinens: 1602, 1503, 1701, 1404. Der neue Teil wurde wieder von Related Designs unter der Leitung von blue byte entwickelt, Publisher ist Ubisoft.

„Anno 2070“ Meeresboden

»Anno 2070« ist ein Aufbau-Strategiespiel; im Gegensatz zu seinen Vorgängern spielt Anno 2070 diesmal in der Zukunft: Die Erde hat sich verändert, die allseits gefürchtete globale Klimakatastrophe ist zwar ausgeblieben, aber das Gesicht der Erde ist ein anderes. Der Meeresspiegel ist gestiegen und der verfügbare Lebensraum ist spürbar kleiner geworden. Dadurch wurden die Rohstoffe knapp und neue, alternative Rohstoffe mussten erforscht werden. So hat man sich auch die Tiefsee nutzbar gemacht, um Nahrung aus Algen herzustellen und Manganknollen abzubauen.

Parteien

Die heutzutage herrschenden Regierungsformen sind verschwunden, an ihre Stelle sind weltweit agierende Unternehmen getreten: Eden Initiative, eine Organisation, die sich dem Schutz der verbliebenen Umwelt verschrieben hat, Global Trust, ein sehr mächtiges Industriekonsortium, der wichtigste Energielieferant der Zukunft, und S.A.A.T. (Scientific Academy for Advanced Technologics), ein Zusammenschluss der wichtigsten Köpfe der Wissenschaft, sowohl Global Trust als auch Eden Initiative sind von ihnen abhängig. Aus diesen Organisationen resultieren auch die spielbaren Klassen: Ecos (Eden Initiative), Tycoons (Global Trust) und Techs (S.A.A.T.).

„Anno 2070“ screenshot 2

Spielarten

Es gibt am Anfang vier verschiedene Spielmodi im Einzelspielermodus: Schnellstart (die Kampagne wird automatisch gestartet), Kampagne, Endlosspiel (wie der Name schon sagt: das Spiel endet nie, es ist aber möglich sich Ziele zu setzen) und Einzelmissionen (praktisch ein Endlosspiel, nur mit vom Computer festgesetzten Zielen). In der Kampagne ist die Startkultur von vornherein festgelegt, nämlich Tycoons, in Endlosspielen dagegen hat man die Wahl zwischen Ecos und Tycoons; die Techs können im Laufe einer Partie freigeschaltet werden.

„Anno 2070“ screenshot 1

Gebäude

Jenachdem, welche Kultur gewählt wird, gibt es unterschiedliche Gebäude. So werden z.B. für die Energiegewinnung bei den Tycoons immer noch Kohlekraftwerke eingesetzt, während die Ecos lieber auf Windenergie setzen. Das einzige Gebäude, was absolut immer gleich aussieht, ist die Arche, sie ist ein neuartiges, gigantisches, schwimmendes  Gefährt, dort können Waren gelagert, gekauft und transportiert werden und dort werden Nachrichten über das aktuelle politische Geschehen empfangen.

Missionen

Was auch neu an Anno 2070 ist: es ist möglich, zu wählen und zwar einmal den Senat und dann noch den Weltrat. Es gibt auch jeden Tag ein neues Tagesgeschehen, das heisst, es gibt jeden Tag eine neue Mission zu erfüllen. Es ist möglich, sich zu entscheiden, für wen man die Mission erfüllen möchte. Natürlich haben die verschiedenen Parteien unterschiedliche Ansichten über das jeweilige Geschehen. Dazu gibt es ab und zu ein Weltgeschehen, wo eine Krise, die die ganze Welt betrifft, gelöst werden muss.

„Anno 2070“ screenshot 3

Im Gegensatz zum Vorgänger ist die Kampagne deutlich kürzer ausgefallen; sie wirkt mehr wie ein sehr langes Tutorial. Wie schon gesagt ist die Startkultur von vornherein festgelegt, nämlich die Tycoons. Die Geschichte dreht sich am Anfang um ANLAGE 13 – dort muss auf jeden Fall der Zweijahresplan eingehalten werden. Dabei sollen sie jetzt helfen. Zuerst muss eine verbesserte Turbine für das Wasserkraftwerk gebaut werden. Nachdem das erledigt ist, fliegt das ganze Kraftwerk erst einmal in die Luft und die Schuld soll ihnen in die Schuhe geschoben werden. Das geht so weiter, wobei in der dritten Mission die Ecos freigeschaltet werden. in der Kampagne wird man ganze Zeit angeleitet, es ist unmöglich, eigene Entscheidungen zu treffen. Das ist aber nicht so schlimm, da man am Ende sowieso nur noch das Endlosspiel spielt.

Alles beim Alten

Das Prinzip bleibt dabei so wie immer: Es ist möglich, eine komplett eigene Welt aufzubauen und die Geschicke dort zu lenken, Häuser und Werkstätten bauen, Handel treiben und so weiter, wie gehabt. Das einzig neue ist, dass man jetzt zu Beginn eine Startkultur auswählen kann. Wie in Anno 1404 gibt es eine Art Morgenland – in diesem Fall sind das die Techs – nur dass es nicht nötig ist, mit Ansehen Gebäude freizuschalten. Wenn die Techs freigeschaltet sind, ist es möglich unter Wasser zu bauen, sowie U-Boote und Flugzeuge zu bauen und eigene Items in Laboratorien zu erforschen. Natürlich gibt es wieder Szenarien, in denen man festgesetzte Ziele erfüllen muss, die Entscheidungsfreiheit hierbei ist aber grösser.

„Anno 2070“ screenshot 5

Multiplayer-Modus

Es gibt wie immer einen schönen Multiplayer-Modus, in dem es möglich ist, entweder bestehenden Partien beizutreten oder eigene Partien zu erstellen. In den Partien, denen man beitritt, gibt es immer vorgesetzte Ziele z.B: eine bestimmte Bevölkerung muss ereicht werden, also baut man schnell schön viele Arbeiterhäuser, wobei natürlich Probleme auftreten – es fehlt an Baumaterial u.s.w. In den selbsterstellten Partien ist es dagegen möglich, die Ziele selbst festzusetzen, es dauert dann nur etwas, bis Spieler der Partie beitreten, das kann mitunter ziemlich lange dauern. Alles in allem ist der Multiplayer-Modus sehr gut gelungen und eine schöne Alternative zum Einzelspieler, wobei man erst mal einige Zeit als Einzelspieler gespielt haben sollte, um sich mit allem vertraut zu machen, bevor man in den Multiplayer-Modus geht.

Es gibt jedoch etwas zu bemängeln: Zum Starten des Spiels ist eine Internetverbindung nötig. Wenn man danach offline spielt, ist das Spiel eingeschränkt. Außerdem muss ein Ubisoft-Account erstellt werden. Es ist zwar möglich das auf später zu verschieben, aber dann wird man ganze Zeit genervt. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt an einem ansonsten grossartigem Spiel.

WIELAND LEVERMANN

ANNO 2070
Release: 17. 11. 2011
Systemanforderungen: Windows XP/Vista/7, CPU Dual Core 2,0 GHz oder Intel RAM 2 GB, Grafikkarte Radeon HD 6000 A/6000/5000/4000 NVidia GeForce 500/400/300/200, DirectX 9.0c, Festplatte 5 GB, Soundkarte DirectX 9.0 kompatibel.
 

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Eine Antwort auf Das andere Gesicht der Erde: „Anno 2070“

  1. RoM sagt:

    Looks like next generation !?