Tatsächlich überraschend: »Hostel: Part III«

»Hostel: Part III«Nach zwei Kinofilmen aus den Jahren 2005 und 2007 wurde der dritte Teil der Horror-Serie direkt auf DVD/Blu-ray veröffentlicht. Wir erinnern uns: Im ersten Streifen gerät eine Truppe männlicher Rucksack-Touristen in die Fänge fieser Menschenhändler, die eine Art Jugendherberge (Hostel) voller junger, hübscher Frauen als Köder benutzen, und die ins Netz gegangenen Opfer gut betuchten Psychopathen als Foltermaterial zur Verfügung stellen. Die für einen Horrorfilm beinahe originelle Story und einige ziemlich schockierende Gore-Szenen machten Teil 1 zu einem Kassenschlager (Budget: 5 Mio. US-Dollar, Einspielergebnis: 85 Mio. US-Dollar). Gut fürs Marketing: Die slowakische Regierung (der Film spielt größtenteils in der Nähe von Bratislava) protestierte massiv und lud Regisseur Eli Roth sogar zu einer bezahlten Reise durch das Land ein, um ihm zu zeigen, wie beleidigend seine Geschichte ist.

Besonders beeindruckt schien Roth jedoch nicht gewesen zu sein, denn auch die Fortsetzung »Hostel: Part II« spielte wieder in der Slowakei. Diesmal waren es allerdings junge Frauen, die entführt und gefoltert wurden. Der Streifen floppte (nicht zu unrecht) an den Kinokassen. Regisseur Roth machte freilich nicht die schwache Story, sondern die gemeinen Raubkopierer für die Misere verantwortlich. In Deutschland ist der Film übrigens lediglich in einer stark zensierten FSK-18-Version zugänglich.
Am 27. Dezember 2011 kam dennoch ein dritter Aufguss des Franchise auf den Markt. Die Regie übernahm Scott Spiegel, der in den ersten beiden Teilen nur als Produzent auftrat. Diesmal spielt die Story in Las Vegas, wo vier Freunde eine Junggesellen-Party feiern wollen. Von zwei attraktiven Frauen in einen »geheimen« Club gelockt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Allerdings geht Spiegel nicht ganz so plump und offensichtlich vor, wie Roth es im zweiten Teil tut. Am Ende stellt sich heraus, dass es einmal mehr um die Unterhaltung der Reichen und Schönen geht. Während die Freunde auf teilweise bestialische Weise gefoltert werden, setzen die Zuschauer des exklusiven Elite Hunting Clubs hohe Beträge darauf, wie lange die Opfer durchhalten. Viva, Las Vegas!

Horror-Fans und Liebhaber des (guten) ersten Teils, dürften von der Qualität des Werks positiv überrascht sein. Neben fiesen Gore-Szenen gibt es tatsächlich auch ein paar überraschende Wendungen bei der ansonsten nicht gerade vor Originalität sprühenden Story. Vorsicht ist wie immer bei einem Kauf der deutschen Version geboten: Ob diese ungeschnitten in den Handel kommt, konnte ich leider nicht mit letzter Sicherheit in Erfahrung bringen.

RÜDIGER SCHÄFER

»Hostel: Part III«, Blu-ray, Horror, 94 min., FSK 18
 

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