Christopher Priest: »Schmeißt die Jury raus!«

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Kommender Verkaufsschlager: „Internet puppy no can haz noms“

Es gab schon Stimmen in englischen Autorenkreisen, die es empörend fanden, daß Christopher Priests „The Islanders“ nicht in der shortlist des diesjährigen Arthur-C.-Clarke-Awards auftaucht. Nun meldet sich Priest selbst zu Wort, nennt die shortlist einen Witz, verreißt Miévilles „Embassytown“, sagt, Stross schreibe wie ein „internet puppy“ und fordert schlußendlich, man möge die Jury feuern, den Preis aussetzen und nächstes Jahr mit doppeltem Preisgeld weitermachen.

We have a dreadful shortlist put together by a set of judges who were not fit for purpose. They were incompetent. Their incompetence was made more problematical because the overall quality of the fiction in the year in question was poor. They did not know how to resolve this. They played what they saw as safe. (…)

The present panel of judges should be fired, or forced to resign, immediately. Their names are Juliet E. McKenna, Martin Lewis, Phil Nanson, Nikkianne Moody and Rob Grant. Chairman Andrew M. Butler should also resign. These people have proved themselves incompetent as judges, and should not be allowed to have any more say about or influence on the Arthur C. Clarke Award.

Christopher Priest – „The Islanders“Der Arthur-C.-Clarke-Award ist ein seit 1987 verliehener Literaturpreis für britische Science Fiction, zu dem die Verlage Titel einreichen können. Aus der Vorschlagsliste wird eine shortlist destilliert, aus der eine Jury aus Fans, Kritikern und Autoren schließlich den Preisträger bestimmt. Als Preis hatte Arthur C. Clarke ursprünglich 1000 £ ausgelobt. Seit 2001 wird die Jahreszahl in Britischen Pfund ausbezahlt.

Daß Jurypreise unter verschärfter Beobachtung stehen, erfahren die Juroren des Deutschen Science-Fiction-Preises mit schöner Regelmäßigkeit. Ähnlich wie Priest hatte 2011 Michael Iwoleit gegen seine Nichtnominierung beim Deutschen Science-Fiction-Preis gewettert: die Jury sei inkompetent und nicht in der Lage, Qualität zu erkennen, so sein Argument. Anders als er fordert Priest jedoch nicht, seinen Roman zu nominieren: Wenn jemand glaube, es gehe ihm nur darum, würde er „The Islanders“ ausdrücklich zurückziehen.

Arthur C. Clarke Award – Shortlist 2012

Arthur C. Clarke

Stifter und Namensgeber des Awards, Sir Arthur C. Clarke, 2008 in Colombo

  • Greg Bear, „Hull Zero Three“ (Gollancz)
  • Drew Magary, „The End Specialist“ (Harper Voyager)
  • China Miéville, „Embassytown“ (Macmillan)
  • Jane Rogers, „The Testament of Jessie Lamb“ (Sandstone Press)
  • Charles Stross, „Rule 34“ (Orbit)
  • Sheri S.Tepper, „The Waters Rising“ (Gollancz)

Nachtrag

John Scalzi hat eine wohldifferenzierte Entgegnung verfaßt. Er schließt mit diesem Vorschlag:

What should Mr. Priest’s punishment be? Quite obviously, to head up next year’s Clarke Award jury. I would wish him joy in the task.

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Über muellermanfred

Manfred schreibt seit 1989 für den Fandom Observer und hat das Heft von 1992 an ein paar Jahre lang als alleiniger Chefredakteur betreut. Kümmert sich heute vor allem um den FO im Internet. Beruf: Grafiker. Fährt gern Rad.
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