Neuer Star am Serienhimmel: »Person Of Interest«

Person Of InterestIm September letzten Jahres in den USA gestartet, war die erste Staffel der Krimiserie mit SF-Elementen ursprünglich auf die inzwischen üblichen 13 Folgen zugeschnitten, doch noch während der Ausstrahlung von »Person of Interest« verlängerte der verantwortliche Sender CBS die Season auf 22 Episoden. Sowohl die im Vorfeld erzielten Testergebnisse, als auch die ersten Einschaltquoten waren überwältigend. CBS ging auf deren Basis sogar so weit, den seit zehn Jahren fixen Sendeplatz der heiligen Kuh »CSI: Crime Scene Investigation« zu opfern und »Person of Interest« auf den begehrten Termin am Donnerstagabend zu legen!
Ich weiß nicht, ob ich mir die Serie näher angeschaut hätte, wenn ich nicht im Vorfeld so viel darüber gelesen hätte. Ausnahmslos alle (!) meine US-Quellen lobten die neue Show über den grünen Klee, also gab ich mir den Pilotfilm.

Harold Finch (gespielt von Michael Emerson, der durch seine Rolle als Benjamin Linus in der TV-Serie »Lost« bekannt wurde) ist ein Milliardär, der einst für die amerikanische Regierung gearbeitet hat. Nach den Anschlägen vom 11. September entwickelt er ein streng geheimes Computersystem, dessen Aufgabe es ist, die US-Bürger anhand der gigantischen, jeden Tag von ihnen produzierten Datenmengen auszuspionieren. Offiziell geht es natürlich allein um die Verhinderung neuer terroristischer Anschläge, doch schnell wird klar, dass das System auch viele andere Ereignisse und Entwicklungen voraussagen kann. Finch zieht sich von dem Projekt zurück und geht in den Untergrund, installiert zuvor jedoch eine sogenannte Backdoor, also eine Hintertür, die es ihm erlaubt, Daten von seinem Programm abzuziehen. Von da an erhält er jeden Tag die Sozialversicherungsnummer einer Person, die voraussichtlich in ein Kapitalverbrechen verwickelt sein wird – ob als Täter oder Opfer ist dabei nicht spezifiziert. Mit Hilfe des ehemaligen CIA-Agenten John Reese (Jim Caviezel) versucht Finch diese potentiellen Straftaten zu verhindern.

In den ersten Episoden geht es hauptsächlich um abgeschlossene Fälle, aber die haben es in sich. Jonathan Nolan (Bruder von »Batman«-Regisseur Christopher Nolan), der bereits die Drehbücher zu »The Dark Knight« (2008) und »The Dark Knight Rises« (2012) schrieb, liefert eine sehr düstere, aber ungemein spannende und wendungsreiche Handlung ab. Jim Caviezel als knallharter und kompromissloser Ermittler bietet kinoreife Action-Kost und Michael Emerson als Graue Eminenz ist einfach nur cool.

Neben der üblichen, qualitativ deutlich über ähnlichen Serien stehenden Krimihandlung gibt es noch ein paar übergeordnete Storyfäden wie die geheimnisvolle Vergangenheit von John Reese oder die Jagd auf den Supergangster Elias, der Cosa Nostra und russischen Mob vereinen will. Sofern die Serie weitere Staffeln spendiert bekommt – woran ich nicht zweifle – werden solche Handlungselemente sicher ausgebaut.

Selten hat mich bereits ein Pilotfilm so gefesselt wie der von »Person of Interest«. Die Mischung aus Krimiserie, dunklem Rächerepos und einer Prise »Minority Report« stimmt, die Besetzung passt, und die Geschichten sind mitreißend und originell. Wann die Serie nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt, aber dass sie kommt, kann ich fast schon garantieren!

RÜDIGER SCHÄFER

 

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Eine Antwort auf Neuer Star am Serienhimmel: »Person Of Interest«

  1. Kyr sagt:

    Ich habe die nächsten Folgen gesehen und kann bestätigen: Es geht so weiter. Das einzige, was der ganzen Sache noch fehlt, ist ein verbindendender “roter Faden”, der die einzelnen Episoden mit einander verknüpft. Andererseits kann man so eine Episode auslassen ohne gleich wichtige Elemente zu verpassen.
    Auch von mir: Absolut empfehlenswert.