Eine Wagenladung Coolness – »The Avengers«

„Avengers“
Okay, an diesem Werk kommt man als Kinogänger in diesem Jahr wohl nicht vorbei, und obwohl ich von den filmischen Kapiteln aus der so überreichlich mit Superhelden und –schurken bevölkerten Marvel-Welt doch langsam den Hals voll habe, musste ich mir dieses 220 Mio. US-Dollar teure Spektakel natürlich ansehen.
Es geht – wie kann es bei einer Ansammlung von so vielen Marvel-Charakteren auch anders sein – mal wieder um das Schicksal der Welt. Wer »Captain America« gesehen hat, erinnert sich bestimmt noch an den Tesserakt, ein aus dem Reich Asgard stammendes, würfelförmiges Artefakt, das ungeheure Energiemengen speichert. Nun stellt sich heraus, dass das Objekt unter anderem auch ein interdimensionaler Portalöffner ist, und in dieser Funktion den Chitauri, einer außerirdischen Kriegerrasse, den Weg zur Eroberung der Erde ebnet. Die Chitauri, die das Tesserakt in ihren Besitz bringen wollen, verbünden sich mit Loki, einem gefallenen Gott Asgards (und Stiefbruder Thors), der gerne zum Beherrscher der Menschheit werden will und deshalb Soldaten braucht. Er stiehlt das Tesserakt für die Chitauri, die ihm dafür mit ihren Truppen bei der Eroberung der Erde helfen. Die sogenannten Avengers (zu Deutsch: Rächer), ein loser Zusammenschluss der Superhelden Captain America, Thor, Hulk, Iron Man, Black Widow und Hawkeye, machen sich an die Arbeit, die Welt zu retten …

Klingt alles ein bisschen kompliziert, zumal sich die Handlung kräftig bei den bislang erschienenen Filmen über Captain America, Iron Man und Thor bedient, also ein gewisses Hintergrundwissen voraussetzt. Man kann sich den Streifen aber durchaus auch ohne die Kenntnis der Vorgeschichte ansehen – vielleicht auch, um einmal auszuloten, ob Marvel-Filme überhaupt den eigenen Geschmack treffen, denn hier kriegt man schließlich fast alle Superhelden en bloc geboten.

Thor & Captain America

Chris Hemsworth ist Thor (links) und Chris Evans gibt den Captain America

Mir persönlich hat »The Avengers« gut gefallen. Im Gegensatz zum ebenfalls sehr effektlastigen »Battleship« hat dieser Film eine nachvollziehbare, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu episch angehauchte Handlung. Die einzelnen Charaktere werden einigermaßen stimmig herausgearbeitet und jeder Held hat seine (wenn auch kurzen) Momente. Herausragend dabei ist der Hulk, jener grüne, zornige Riese, in den sich der Wissenschaftler Bruce Banner verwandelt, wenn er wütend wird. Als er mit Loki den Boden aufwischt, bog sich der gesamte Kinosaal vor Lachen. Unbestreitbar schon jetzt ein Highlight des Kinojahres.

Der finale Kampf der Avengers gegen die über New York erscheinende Streitmacht der Chitauri ist dann ein Handlungs- und Effektspektakel erster Klasse. Ich habe lange nicht mehr so grandiose und perfekt choreografierte Dauer-Action gesehen (zuletzt bei »Transformers 3«). Allein die letzte halbe Stunde war deshalb schon das Eintrittsgeld wert.

Was soll ich sonst noch sagen? »The Avengers« ist reinrassiges Popcorn-Kino ohne Wenn und Aber; pure Unterhaltung ohne Anspruch, aber mit Wagenladungen voll cooler Stunts, lockerer Sprüche und Computertricks der Extraklasse. Also: Rasch noch ins Kino, denn einen solchen Film sollte man auf der großen Leinwand genießen. DVD und Blu-ray erscheinen Ende September.

Und noch ein Tipp: Nach dem Abspann sitzen bleiben, denn nach ein paar Minuten kommt noch eine (für die Fortsetzung) sehr wichtige Szene.

RÜDIGER SCHÄFER

»The Avengers«
2012, Superhelden-Verfilmung, Kino, 142 min., FSK 12
 

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2 Antworten auf Eine Wagenladung Coolness – »The Avengers«

  1. molosovsky sagt:

    Und ganz am Ende nach den Credits kommt noch eine kurze lustige Szene.

  2. Michael Erle sagt:

    Ganz deiner Meinung. Einen winzigen Kritikpunkt habe ich allerdings doch gehabt: Hawkeye. Der Kerl ist einfach überflüssig, er hätte geschnitten werden können, um den vielen besseren Charaktären (Agent Coulson oder – richtig- Bruce Banner) mehr Raum zu geben. Aber sonst: was für ein geiler Film. Ich bin mir noch nicht einig, ob er Watchmen von Rang 1 meiner Lieblingssuperheldenfilme verdrängt oder nicht.