FedCon XXI – Warten auf Shatner

FedCon XXI: WarteschlangeIm Mai 1992 fand die erste FedCon in Augsburg statt. Damaliger Gaststar: Walter Koenig. 20 Jahre später war die FedCon deutlich gewachsen und mittlerweile nach Düsseldorf umgezogen. Eins war geblieben: Walter Koenig als Gaststar.
Allerdings wurde in diesem Jahr der Name fast jedes Gaststars von einem in den Schatten gestellt und ein Großteil der Besucher hatte sich wegen ihm auf den Weg nach Düsseldorf gemacht – William Shatner. Der erfahrene Congänger konnte sich anhand des Programms ausrechnen, dass Shatner nicht vor Samstag in Düsseldorf auftauchen würde; und genoss somit die Ruhe vor dem Sturm, der nach der Halbzeit dann über die FedCon hereinbrechen sollte.

Der Plan, die FedCon auf vier Tage auszudehnen, ist auch in diesem Jahr wieder aufgegangen. Es gibt weniger Kollisionen im Programm und es bleibt zwischen den einzelnen Veranstaltungen immer noch genügend Zeit, dem übersichtlichen und nicht immer allergikerfreundlichen Essensangebot des Maritim Hotels auszuweichen und sich am Flughafen mit dem Notwendigen zu versorgen.

FedCon 2012: Garrett Wand & Erick Avari

Garrett Wang und Erick Avari · Foto: Markus Wolf

Shatner ante Portas

Der Donnerstag präsentierte sich somit fast noch als typischer Aufwärmtag. Einzelne Panels mussten zeitlich neu strukturiert werden, so dass der geneigte Besucher gut daran tat, den Twitteraccount der FedCon im Auge zu behalten; manche Änderungen erfolgten etwas kurzfristig und so staunte Kai Owen nicht schlecht, als die erste Frage in seinem vorgezogenen Panel dann auch lautete, wo denn Gates McFadden sei, deren Panel ursprünglich an dieser Stelle geplant gewesen war. Glücklicherweise war auch in diesem Jahr wieder Garrett Wang der Master of Ceremonies und konnte diese Situation souverän lösen. Überhaupt zeigte sich auch in diesem Jahr einmal mehr, dass Garrett Wang seine Aufgabe als Master of Ceremonies unter den teils zu improvisierenden Umständen sehr gut zu erfüllen weiß. Sein Sprachtalent ist beinahe schon als Schmankerl zu bewerten und wahrscheinlich wird Wang auch im nächsten Jahr mit neu kreierten T-Shirts nach Düsseldorf reisen. Dominierten in diesem Jahr noch die „Umlaut/Fluchtwege-Shirts“, sollte für 2013 ein freundliches „Kling off!“ reißende Abnehmer finden.

FedCon XXI - Gates McFadden

Gates McFadden · Foto: Markus Wolf

Abends fand die traditionelle Opening Ceremony statt, die mit diversen Highlights verschiedener Art aufwarten konnte. Sorgte einerseits der Karaoke singende Sushi-Koch des Hotels noch für Erheiterung, war ein Großteil der Besucher von den Auftritten der Veteranen Walter Koenig und Eddie Paskey gerührt. Der morbide, aber realistische Gedanke, der über das Wochenende öfter zu hören war: „Wer weiß, ob wir sie noch einmal in Deutschland zu sehen bekommen …“

Die FedCon besteht jedoch nicht nur aus Panels, sondern auch aus Vorträgen. Manchmal werden durch diese Vorträge auch neue Zielgruppen erschlossen. So wie in diesem Jahr durch gleich zwei Vorträge zum Thema „Steampunk“. Den ersten Vortrag zum Thema hielten Anja Arendt und Stefan Servos. So stand es zumindest im Programm. Letztendlich hielt nur Anja Arendt den Vortrag, der eine solide Mischung aus Floskeln, Wikipedia und Literaturrecherche darstellte. Nichts großartig Neues für diejenigen, die sich mit dem Thema schon beschäftigt hatten und leider nicht anregend genug für diejenigen, denen das Thema „Steampunk“ neu war.

FedCon XXI – „Perry Rhodan“-Panel

Lost in schedule: „Perry Rhodan“-Panel mit Christian Montillon, Chris Humberg und Bernd Perplies · Foto: Katrin Hemmerling

Der Vortrag zum Thema „Perry Rhodan NEO“ von Christian Montillon und Bernd Perplies zeigte indes, dass man einfach Pech haben kann; denn der Vortrag lag parallel zum Panel von Jonathan Frakes und so kam es, dass sich leider nur eine Handvoll Zuhörer (laut eigener Aussage allesamt Frakes-Hasser) eingefunden hatten. Den Frakes-Fans entging somit ein interessanter Einblick in die Welt eines Autoren, die Frakes-Hasser verpassten unterdessen ein höchst unterhaltsames Panel mit einem gut aufgelegten Frakes, der keine Berührungsängste hatte und den Platz, der sich ihm im Hauptsaal bot, ausgiebig nutzte.

In Nomine Shatner

Wie erwartet standen die restlichen beiden Tage dann ganz im Zeichen von William Shatner. Der Besucherandrag war so immens, dass sich die Warteschlangen für ein Foto und/oder ein Autogramm teilweise bis zum Taxistand am Flughafenterminal ausweiteten. Immerhin hatten die Besucher beim Schlangestehen dann die Möglichkeit, sich die Arbeiten von Greg Broadmore anzusehen. Broadmore ist für Weta Workshop tätig und brachte die sehenswerte Ausstellung „Dr. Grordbort“ mit nach Deutschland. Ein sehr beeindruckender Einblick in die Arbeit eines Concept Designers und Illustratoren.

FedCon XXI - Dr. Grordbort

In der „Dr. Grordbort“-Ausstellung von Weta Workshop · Foto: Katrin Hemmerling

Das Panel Shatners wurde am Samstag vorgezogen (schließlich stand abends für die fussballbegeisterten Besucher noch das Champions League-Finale an) und in den zweiten Saal live übertragen. Diese Tatsache sorgte für einigen Unmut unter manchen Gästen, schließlich hatte man so nicht die Möglichkeit, Shatner in Person zu sehen. Es sei dahin gestellt, ob es lohnenswert ist, sich ein Panel anzusehen, in beinah jede Frage mit „It’s an honour speaking to you“ beginnt und die von Shatner in der Regel nicht wirklich beantwortet werden. Stattdessen zieht er ausschweifende Nicht-Antworten vor. Dies schienen nicht wenige Leute als nicht reizvoll zu empfinden und die Fluktuation in den hinteren Sitzreihen während des Panels war erstaunlich hoch. Shatner zog sein Programm jedoch an den beiden Tagen, an denen er anwesend war, professionell durch und schien weniger die Diva zu sein, die manche in ihrer Vorstellung hatten.

FedCon XXI - Felicia Day

Felicia Day · Foto: Markus Wolf

Allerdings zeigt sich, dass nicht immer die Superstars wie William Shatner und Richard Dean Anderson die ganz großen Highlights sind. Denn es waren erfahrungsgemäß nicht die diese Gäste, die zur größten Unterhaltung beitrugen. Casper van Dien zum Beispiel mischte sich hemmungslos unter die Besuchermassen (meist in Begleitung seiner Starship Trooper) und tauchte überraschend beim Fotoshoot Shatners auf, um sich mit ihm fotografieren zu lassen. Später wurde er sogar im Shirt des Helferteams gesichtet.

FedCon XXI: Katrin und Richard

Katrin Hemmerling mit Richard Dean Anderson

Kai Owen bewies, dass er bestechlich ist und nach einer Flasche Bier ließ er sich dazu hinreißen, in seinem letzten Panel ein walisisches Liebeslied zu singen, gefolgt von einem Rugbysong. Ebenfalls sehr positives Feedback erhielten Felicia Day und Matthew Bennett.

Unterm Strich war es eine solide Convention, welch die FedCon GmbH auf die Beine gestellt hat. Und wer weiß, mit welchen Namen für das nächste Jahr aufgewartet wird …

KATRIN HEMMERLING

 

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2 Antworten auf FedCon XXI – Warten auf Shatner

  1. Zeitzeugin sagt:

    Naja, es war meine erste, daher war ich wirklich begeistert ;) Auf Shatner und auch Koenig hatte ich mcih wahnsinnig gefreut und wurde bei beiden nicht enttäuscht. Ich mag Shatners art. Ja. Wirklich! *g*

    Bin allerdings überrascht, dass der Beitrag erst jetzt kommt, die Con ist ja schon “Ewigkeiten” her! ;)

  2. Zur FedCon gab es Live-Blogposts – siehe die Links unter dem Beitrag.

    Der Bericht erschien in FANDOM OBSERVER 276, wie üblich am 1. des Monats – alle Heftbeiträge werden hier im Blog zeitversetzt noch einmal veröffentlicht, daher die Verzögerung.