»Shogun 2: Total War – Fall of the Samurai«

Logo shogun2»Shogun 2: Total War – Fall of the Samurai« ist ein Standalone-Addon zum neuesten Serienteil der »Total War«-Reihe, »Shogun 2«, entwickelt von Creative Assembly und im März 2012 von Sega auf den Markt gebracht. Das Spiel ist genau wie die anderen »Total War«-Spiele ein Mix aus Runden- und Echtzeitstrategie.

Diesmal spielt die Kampagne im Japan des 19. Jahrhunderts. Als historischer Hintergrund dient der Boshin-Bürgerkrieg, in dem die Anhänger des Kaisers und des alten Shogunats um die Macht kämpfen. Der Spieler repräsentiert einen von sechs verschiedenen Clans, entweder die Clans Tosa, Coshu und Satsuama auf Seiten des Kaisers oder die Clans Aizu, Nagaoka und Jozai auf der Seite des Shogunats. Jeder der einzelnen Clans hat seine eigenen Vorteile und natürlich auch Nachteile.

Am Anfang besitzt jeder der Clans eine Provinz, bis auf den Satsuamaclan, er besitzt zu Anfang schon zwei Provinzen. Das macht ihn natürlich mächtiger als die anderen, da er zu Anfang auch schon sehr reich ist, eignet er sich gut als Startclan. Zu Beginn hat man eine kleine Armee, eine Provinz, eine kleine Flotte und einen Agenten, die eigene Technologie steht noch am Anfang, es gibt nur schlecht ausgerüstete Truppen und kleine Städte und Festungen. Mit der Zeit wird die Technologie immer fortschrittlicher, zum Beispiel hat man am Anfang noch Holzkanonen, die dann aber im Laufe des Spiels durch neue und bessere Kanonen ersetzt werden. Später im Spiel erhält man dann auch die Möglichkeit Gatlingkanonen zu bauen. Diese Einheit ist die einzige in einem ansonsten sehr ausbalancierten Spiel, die das Gleichgewicht zerstört, da sie in wenigen Minuten ganze Einheiten ausradieren kann.

Ungleicher Kampf: Holzkanonen …

… gegen Gatling-Guns

Mithilfe eines neuen Technologiebaums werden die Technologien erforscht, die für neue Sachen gebraucht werden. Der Technologiebaum beschränkt sich dabei nicht nur auf das Militärische sonder mit seiner Hilfe werden auch zivile Technologien erforscht, wie zum Beispiel eine effizientere Besteuerung oder auch die Eisenbahn. Die kommt aber erst sehr spät ins Spiel, ist dann zwar nicht mehr so nützlich wie am Anfang, aber es ist immer noch möglich, mit ihrer Hilfe seine Truppen sehr schnell von einem zum anderen Ort zu verlegen, was natürlich bis zum Ende praktisch bleibt.

Durch die erforschten Technologien wird die Armee stückweise verbessert und schlagkräftiger, wofür aber neue Gebäude benötigt werden. Dafür ist es wiederum nötig, die Stadt auszubauen, um neue Bauplätze zu schaffen. Neue, moderne Gebäude verärgern jedoch die Bevölkerung, wodurch mehr Soldaten, bessere Festungen oder Polizeistationen benötigt werden, um die Bevölkerung zu unterdrücken, oder aber traditionelle Gebäude und Kneipen, um sie durch Unterhaltung abzulenken. Die Verärgerung wird auch von den verschiedenen Seiten beinflusst: wenn beispielsweise ein Unterstützer des Shoguns eine Stadt von Kaisertreuen einnimmt, begehrt die Bevölkerung eher auf, da sie den Shogun ablehnen. Durch die ablehnende Haltung der Bevölkerung der Modernisierung gegenüber muss immer auf das Gleichgewicht geachtet werden, so können nicht einfach wahllos moderne Gebäude gebaut werden, da sonst die Bevölkerung revoltiert.

Japan im Umbruch: Traditiion …

… gegen Moderne

Sobald ein Handelshafen gebaut wurde, kommt das Angebot von einer der drei ausländischen Mächte, der USA, Frankreich oder Großbritannien, dort einen Handelssektor einzurichten. Dadurch steigen die Einnahmen erheblich und man erhält Zugriff auf Spezialeinheiten der jeweiligen Großmacht – bei Großbritannien sind das zum Beispiel die Royal Marines und die Warrior-Schlachtschiffe. Diese Einheiten sind erheblich besser als normale Einheiten. In den Schlachten ist es jetzt möglich in eine Art Ego-Perspektive zu wechseln. Das sieht zwar schön aus, bringt aber nicht wirklich etwas, da man währenddessen die Truppen nicht mehr kommandieren kann. Die einzigen Situationen, in der das wirklich etwas bringt, sind Belagerungen.

Die Grafik des Spiels ist sehr schön gemacht, die Animationen in den Schlachten sind sehr realistisch. Wenn ganz nah herangezoomt wird, sieht man sogar, wie einzelne Soldaten vom Rückstoß ihrer Waffe zurückgeschoben werden. Auch die Kampagnenkarte, auf der man die meiste Zeit des Spiels verbringt, ist gut gestaltet. Sie strotzt zwar nicht vor Details, aber das Wasser ist sehr schön animiert, genauso wie die Bewegungen der Charaktere, die die Armeen auf dem Schlachtfeld verkörpern.

Steuerung einer Schlacht

Insgesamt ist »Fall of the Samurai« sehr gut gelungen. Ein großer Makel bleibt natürlich die KI, die, wie in allen »Total War«-Teilen, nicht sehr schlau ist. Selbst in der schweren Einstellung verhält sie sich manchmal sehr dämlich. Wie bei den meisten Spielen heutzutage muss das Spiel bei der Installation mit einem Steamaccount verknüpft werden – danach kann man es zwar ohne DVD spielen, aber nicht mehr weiterverkaufen.

WIELAND LEVERMANN

Kampagnenkarte

 

Das könnte Dich auch interessieren:

Abgelegt unter Spiele und getaggt mit , , , . Setz ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hier hast Du nichts zu melden …