Monatsarchive: Juli 2012

Patriotisches Wortgeklingel –
»The Dark Knight Rises«

Fast drei Stunden lang saß ich in Kino 6 des Cineplex Leverkusen und fragte mich immer wieder, wann das angeblich so furiose Finale der Batman-Trilogie von Christopher Nolan denn nun endlich losgehen würde. Statt dessen bekam ich einen bis zum halbgaren Ende zwar nicht unbedingt langweiligen, aber in Teilen doch deutlich zu langen Film präsentiert, der mit Pathos überladen war und seinem Anspruch permanent hinterher hechelte.

»The Dark Knight«, also Teil 2 der Nolanschen Batman-Saga, war filmisch wie handlungstechnisch ein Meisterwerk und ein Beweis dafür, dass Comicverwurstungen im Kino durchaus Tiefe und Stil vermitteln können, dass sie eben nicht nur computertechnisch zu Effektgewittern aufgepeppte Blockbuster mit Einspielgarantie in dreistelliger Millionenhöhe sein müssen. »The Dark Knight Rises« ist dagegen ein durchschnittlicher, mit unzähligen Nebenhandlungen künstlich in die Länge gezogener Marvel-Film, wie es auch viel zu viele der anderen Superhelden-Streifen waren. Lies weiter!

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Weise und desillusionierend –
Lars Hitzing, »Drei Monde«

Lars Hitzing - „Drei Monde“Selten war ich bei der Beurteilung eines ­Romans so unsicher wie bei diesem. Soll ich ihn als gelungenen, zivilisations- und zeitkritischen postapokalyptischen Entwicklungsroman kategorisieren? Oder doch eher als widersprüchliches, überpädagogisiertes Erstlingswerk eines ambitionierten Autoren, der sich schwertut, seinen eigenen An­sprüchen gerecht zu werden?
Der Ich-Erzähler, dessen Namen wir nicht erfahren, führt uns mit ziemlich derben und deutlichen Worten in seine Welt ein. Die Welt an der Wende vom 21. zum 22. Jahrhundert, wird beherrscht von einigen wenigen Konzernen wie Google-Gazprom, Toshika-Krupp oder Nestle-All-In-One, die die Welt in drei Industriezonen Panamerika, Eurasien und Groß-Kongo aufgeteilt haben. Der Neoliberalismus herrscht in seiner reinsten Form, in dem „dem Individuum die totale Verantwortung für sich selbst“ übertragen wird. Das ist natürlich eine offensichtliche Anspielung auf den herrschenden Wirtschaftsliberalismus und die seit der Hartz IV Reform geltende Maxime der Sozialpolitik, nach der jeder sich selbst der Nächste ist. Der Protagonist braucht einige Umwege, um am Ende wieder zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Lies weiter!

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Die Welt der Phantastik – bequem auf der Couch

Screenshot phantastik-couch.deAch, ein Portal zum Thema Phantastik. Noch eines? Wozu das denn? Wer braucht das überhaupt? Gute Frage. ­Vielleicht gelingt hier ja eine Antwort. ­Unterziehen wir die Webseite einer genaueren Betrachtung, so finden wir von den Machern folgende Begründung:

Über die Phantastik-Couch
Sie kennen schon die Krimi-Couch, die ­Histo-Couch und die Kinderbuch-Couch? Dann sollten Sie es sich auch hier bei uns, auf der Phantastik-Couch, schnell gemütlich machen können. Nur geht’s statt um Krimis bzw. um Kinderbücher eben um in jeder Hinsicht phantastische Literatur: Fantasy, Science-Fiction, Horror und Mystery. Lies weiter!

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»American Horror Story« – Zwölf kleine Kinofilme

„American Horror Story“ - PosterDiese Serie stand schon länger auf meiner Liste, weil ich viel Gutes von ihr gehört und gelesen hatte, musste jedoch zugunsten anderer Produktionen immer wieder zurückstecken. In Deutschland lief »American Horror Story« bislang nur auf dem Pay-TV-Sender FOX, ein Veröffentlichungstermin für die DVD-Box wurde noch gar nicht bekannt gegeben – in England erscheinen alle zwölf Episoden immerhin im Oktober auf DVD und Blu-ray (FSK 18).
Für Freunde des gehobenen Grusels ist die Serie allemal einen Blick wert. Sie erzählt die Geschichte der Familie Harmon, die aus Ben, seiner Frau Vivien und deren minderjähriger Tochter Violet besteht. Das Ehepaar zieht von Boston, wo Ben als Psychiater arbeitet, nach Los Angeles, um die nach einer Affäre Bens mit der jungen Hayden kriselnde Ehe zu retten. Violet ist davon alles andere als begeistert. Schon kurz nach dem Einzug in das neue Haus, kommt es zu ersten, noch vergleichsweise harmlosen Vorfällen, die sich nach und nach zu einer verstörenden Ereigniskette ausweiten. Dabei spielen die Vergangenheit des Hauses, eine merkwürdige Nachbarin mit ihrer behinderten Tochter, eine ehemalige Haushälterin und ein psychotischer junger Mann, den Ben behandelt, maßgebliche Rollen. Lies weiter!

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Fantasy im Mondwolf-Verlag – Interview mit Veronika Stix

Veronika StixEine Kundin ihrer Werbeagentur inspirierte die selbstständige Grafikerin Veronika Stix im Jahr 2009 dazu, einen eigenen Verlag zu gründen. Eigentlich sollte sie nur aus einem Manuskript eine Druckvorlage machen, doch die notwendigen Recherchen brachten sie dazu, sich näher mit dem Thema Buchveröffentlichung zu befassen. Der Besuch der Leipziger Buchmesse gab schließlich den Anstoß: am 1. April 2010 wurde der Verlag Mondwolf geboren.

„Der Verlag Mondwolf wurde am 1. April 2010 gegründet – und ist alles andere als ein Aprilscherz. Bereits im Herbst 2010 startet der österreichische Kleinverlag in den Markt.
Wir möchten die deutschsprachige Fantasy fördern und stärken. In vielen Schubladen schlummern gute Manuskripte, die wegen starrer Programme, des Überangebotes aus dem amerikanischen und englischsprachigen Raum und Mindestauflagen keine Chance bekommen. Diese Schätze wollen wir finden und den Lesern zugänglich machen.“
Quelle: Homepage Mondwolf-Verlag

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»Touch« – Kiefer Sutherland zurück in Serie!

TouchMit seiner Rolle als Superagent und Weltretter Jack Bauer avancierte der kanadische Schauspieler Kiefer Sutherland in acht Staffeln und 192 Episoden der Actionserie »24 – Twentyfour« unter anderem zum bestbezahlten TV-Serienstar der Welt. Die Entscheidung, die Produktion nach der achten Staffel einzustellen, wurde nicht etwa aufgrund von zu geringen Einschaltquoten, sondern im Einvernehmen mit allen Beteiligten getroffen, weil man der Ansicht war, das Potential des Konzepts ausgeschöpft zu haben – ein in der Branche alles andere als übliches Vorgehen.
Mit »Touch« kehrt Sutherland nach knapp zweijähriger Pause nun auf den Bildschirm zurück. Er spielt den ehemaligen Reporter Martin Bohm, der bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seine Frau verlor und sich seitdem um seinen autistischen Sohn Jake kümmert. Jake spricht nicht, hat jedoch eine beinahe magische Art mit Zahlen umzugehen. Als die Sozialarbeiterin Clea Hopkins (Gugu Mbatha-Raw) daran zweifelt, dass Bohm in der Lage ist, seinen Sohn allein zu versorgen und ihn in ein Heim einweisen will, setzt der Vater alles daran, dies zu verhindern. Dabei lernt er Professor Arthur Teller (Danny Glover) kennen, einen verschrobenen Wissenschaftler, der ihm eröffnet, dass es eine ganze Reihe von Kindern mit besonderen Begabungen gibt, die denen Jakes ähneln. Er erklärt Bohm außerdem, dass der Junge in der Lage ist, durch Zahlen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen und bevorstehende Ereignisse vorauszuahnen. Lies weiter!

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Time Tunnel – Gefangen im Strudel der Zeiten

Time Tunnel 3D-BoxSo sah ein perfekter Samstag in den Siebzigern aus: Morgens gehst du auf den Flohmarkt und kaufst PERRY-Comics, und am Abend, wenn du mit deiner Beute wieder zuhause bist, kommt im Vorabendprogramm der ARD eine neue Folge TIME TUNNEL, in der zwei amerikanische Wissenschaftler ­immer wieder durch den Zeitstrom geschleudert werden: Tony (James Darren) in demselben grünen Pullover, den er getragen hatte, als er sich im Selbstversuch in den Zeittunnel gestürzt hatte. Und Dan (Robert Colbert) in seinem Jahrhundertwende-Anzug, mit dem er Tony auf der TITANIC zu Hilfe gekommen war. Die beiden schwebten durch einen kaleidoskopartigen Farben­wirbel, und der Sprecher sagte:

„Dr. Anthony Newman und Dr. Dan Phillips, zwei ­amerikanische Wissenschaftler, treiben im Chaos vergangener und zukünftiger Ereignisse. Sie arbeiten an Amerikas geheimstem Projekt, dem Zeittunnel. Durch den end­losen Korridor der Zeiten stürzen sie in ein neues Abenteuer.“

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Deutscher Phantastik-Preis 2012 – auf zur Hauptrunde!

Der Deutsche Phantastik-Preis geht in die nächste Runde. Aus der Liste der online gesammelten Vorschläge wurde nun eine Nominierungsliste zusammengestellt, über die in der heute gestarteten Hauptrunde abgestimmt werden kann. Euer liebstes Schmierblatt, der FANDOM OBSERVER, hat es in die shortlist der Kategorie „Bestes Sekundärwerk“ geschafft, direkt neben das SF-Jahr aus dem Heyne-Verlag. Allein daran kann man ja schon erkennen, wie ernst man die Veranstaltung nehmen sollte. Wer es sich partout nicht verkneifen kann und für uns stimmt, stellt damit eindrucksvoll unter Beweis, wie wenig man eigentlich von der Materie verstehen kann. Lies weiter!

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Nordcon 2012 – ein Tag ist zuwenig


Leider kamen wir erst recht spät am Sonntag an, weswegen zum Teil schon abgebaut wurde. Aber dem geschulten Auge des langjährigen Nordcon-Besuchers fiel trotzdem auf, dass dieses Jahr auf der LARP-Wiese mehr Gruppen und Tavernen waren und die Stände der Händ­ler weniger geworden waren. Es ist möglich, dass diese auf den Schulhof-Bereich verlegt wurden, aber es sah nicht so aus. Wobei die großen Händler durchaus das Repertoire der kleinen Stände mit abgedeckt haben können, was aber schade wäre. Da waren im letzten Jahr ein paar exzellente kleine Anbieter dabei, die ich dieses Mal vermisst habe. Dafür waren aber andere Angebote durchaus noch da, so auch das Polster“waffen“-Training für Kinder, was ich immer wieder schön anzusehen finde. Wo sieht man es sonst schon, dass ein „starker Recke“ von einem kleinen Mädchen im Kindergartenalter vertrimmt wird? Letztes Jahr war ich grinsender Zeuge eben jener Begebenheit. Lies weiter!

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Nordcon 2012 – Kritische Größe erreicht?

Vom 1. bis 3. Juni 2012 fand in Hamburg zum 16. Mal der NordCon statt – nach ­eigenen Angaben die größte unabhängige Rollenspiel-Veranstaltung Deutschlands, Europas oder gar der Welt … Doch wenn diese Größe repräsentativ für die gesamte Fan-Szene stehen soll, mag man den Eindruck gewinnen, dass diese aus ihrem Dauertief nicht so recht hinauskommen will.
Nimmt man hingegen die Qualität des ­Conprogramms und der Veranstaltungen als Maßstab, muss man dem Rollenspiel-­Fandom schon ein sehr hohes Niveau ­zugestehen. Aber um gleich die wichtigen Dinge zu klären: „Der“ NordCon? Ja, „der“! Die Veranstalter halten es da strikt mit den „Perry Rhodan“-Fans und leiten „Con“ vom maskulinen „Konvent“ oder „Kongress“ ab.
Die Veranstalter, das sind drei alteingesessene Rollenspiel-Vereine aus Hamburg und Umgebung. Und der NordCon selbst ist nach 16 Jahren natürlich längst eine Institution, die schon über ein Jahrzehnt vor der RPC einschlägige Verlage, Autoren – und vor allem Fans des fantastischen Spiels versammelt hat. Lies weiter!

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