»American Horror Story« – Zwölf kleine Kinofilme

„American Horror Story“ - PosterDiese Serie stand schon länger auf meiner Liste, weil ich viel Gutes von ihr gehört und gelesen hatte, musste jedoch zugunsten anderer Produktionen immer wieder zurückstecken. In Deutschland lief »American Horror Story« bislang nur auf dem Pay-TV-Sender FOX, ein Veröffentlichungstermin für die DVD-Box wurde noch gar nicht bekannt gegeben – in England erscheinen alle zwölf Episoden immerhin im Oktober auf DVD und Blu-ray (FSK 18).
Für Freunde des gehobenen Grusels ist die Serie allemal einen Blick wert. Sie erzählt die Geschichte der Familie Harmon, die aus Ben, seiner Frau Vivien und deren minderjähriger Tochter Violet besteht. Das Ehepaar zieht von Boston, wo Ben als Psychiater arbeitet, nach Los Angeles, um die nach einer Affäre Bens mit der jungen Hayden kriselnde Ehe zu retten. Violet ist davon alles andere als begeistert. Schon kurz nach dem Einzug in das neue Haus, kommt es zu ersten, noch vergleichsweise harmlosen Vorfällen, die sich nach und nach zu einer verstörenden Ereigniskette ausweiten. Dabei spielen die Vergangenheit des Hauses, eine merkwürdige Nachbarin mit ihrer behinderten Tochter, eine ehemalige Haushälterin und ein psychotischer junger Mann, den Ben behandelt, maßgebliche Rollen.

»American Horror Story« erinnert eher an einen Kinofilm denn an eine TV-Serie. In zwölf Kapiteln wird dabei die Geschichte einer Familie und eines verfluchten Hauses geschildert – und das mit bemerkenswertem Tiefgang. Dabei wird die Spannung keineswegs vernachlässigt. Die Eskalation der Handlung wird konsequent vorangetrieben, wobei man sich nicht mit billigen Schockeffekten behilft, sondern auf unterschwelligen Psychoterror und überraschende Wendungen setzt.
Die Dramatik steigert sich stetig bis zum furiosen Finale. Und das Beste: Die Story wird logisch abgeschlossen und zu einem stimmigen Ende gebracht. Genau so muss eine gute TV-Serie konzipiert sein!

„American Horror Story“ - Cast

„American Horror Story“ - Cast

Moment mal, wird jetzt vielleicht der ein oder andere sagen. Wurde denn nicht bereits eine zweite Staffel angekündigt? Wie ist das bei einer abgeschlossenen Serie möglich? Ganz einfach: Die zweite Staffel, die in den USA im Oktober anläuft, wird eine komplett neue Geschichte erzählen. Diesmal soll die Handlung in einer Psychiatrischen Klinik für kriminelle Geisteskranke spielen. Sie ist gänzlich losgelöst von Staffel 1, auch wenn einige Schauspieler zurückkehren werden – allerdings in komplett neuen Rollen. Auch eine andere Zeitebene (die Rede ist von den 1960er Jahren) ist im Gespräch.
Sofern es weitere Staffeln geben sollte, so Ryan Murphy und Brad Falchuk, die beiden Serienerfinder, wird dieses Vorgehen beibehalten. Jede Staffel wird eine eigene abgeschlossene Story erzählen. Eine tolle Idee, die den Autoren viel Freiheit verschafft und den Zuschauer immer wieder verblüffen dürfte.

RÜDIGER SCHÄFER

 

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Eine Antwort auf »American Horror Story« – Zwölf kleine Kinofilme

  1. molosovsky sagt:

    Kann mich dem Lob anschließen. Wirklich edler Horror (sprich: wenig Splatter und Ekel, aber viel Angst und Unheimliches). Schon die Titel-Sequenz ist ein kleines Meisterwerk.
    Werde mir die DVD definitiv besorgen und bin gespannt auf die zweite Staffel.