»Touch« – Kiefer Sutherland zurück in Serie!

TouchMit seiner Rolle als Superagent und Weltretter Jack Bauer avancierte der kanadische Schauspieler Kiefer Sutherland in acht Staffeln und 192 Episoden der Actionserie »24 – Twentyfour« unter anderem zum bestbezahlten TV-Serienstar der Welt. Die Entscheidung, die Produktion nach der achten Staffel einzustellen, wurde nicht etwa aufgrund von zu geringen Einschaltquoten, sondern im Einvernehmen mit allen Beteiligten getroffen, weil man der Ansicht war, das Potential des Konzepts ausgeschöpft zu haben – ein in der Branche alles andere als übliches Vorgehen.
Mit »Touch« kehrt Sutherland nach knapp zweijähriger Pause nun auf den Bildschirm zurück. Er spielt den ehemaligen Reporter Martin Bohm, der bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seine Frau verlor und sich seitdem um seinen autistischen Sohn Jake kümmert. Jake spricht nicht, hat jedoch eine beinahe magische Art mit Zahlen umzugehen. Als die Sozialarbeiterin Clea Hopkins (Gugu Mbatha-Raw) daran zweifelt, dass Bohm in der Lage ist, seinen Sohn allein zu versorgen und ihn in ein Heim einweisen will, setzt der Vater alles daran, dies zu verhindern. Dabei lernt er Professor Arthur Teller (Danny Glover) kennen, einen verschrobenen Wissenschaftler, der ihm eröffnet, dass es eine ganze Reihe von Kindern mit besonderen Begabungen gibt, die denen Jakes ähneln. Er erklärt Bohm außerdem, dass der Junge in der Lage ist, durch Zahlen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen und bevorstehende Ereignisse vorauszuahnen.

Grundsätzlich geht es in jeder der dreizehn Episoden um eine bestimmte Zahlenfolge, die Jake seinem Vater auf die eine oder andere Weise übermittelt und deren Bedeutung Bohm dann zu entschlüsseln hat. Im Ergebnis verhindert oder beeinflusst er dadurch ein entsprechendes Ereignis und verändert so eine kritische Situation zum Besseren.
Daneben existiert – wie in modernen ­Serien üblich – ein übergreifendes Thema. Hier werden Bohm und Jake mit einer geheimnisvollen Institution namens AsterCorp konfrontiert, die sich offenbar für Jake und andere Kinder mit ähnlichen Fähigkeiten interessiert. Dies führt am Ende so weit, dass Bohm mit seinem Sohn untertauchen muss und damit den Startpunkt für die zweite Staffel setzt, die im Mai bestätigt wurde und wohl Ende des Jahres in den USA anläuft.

»Touch« ist eine durchaus faszinierende Serie, kommt aber (leider) nur sehr langsam in Fahrt. Das erklärt womöglich ihr Scheitern in Deutschland. Die Handlung anspruchsvoll zu nennen, wäre vielleicht übertrieben, aber mit fortschreitender Dauer wird auch der Intellekt des Zuschauers gefordert. Die diversen Handlungsfäden, die zunächst zusammenhanglos erscheinen, offenbaren erst im Verlauf der jeweiligen Episode ihre Bedeutungen und Verbindungen – und das ist in einigen Fällen überaus originell in Szene gesetzt.

Mir hat »Touch« sehr gut gefallen, was ­sicherlich auch daran liegt, dass ich Kiefer Sutherland als Schauspieler mag und mir schon mit den »24«-DVD-Boxen ganze Nächte um die Ohren geschlagen habe. In Deutschland gibt es Staffel 1 ab dem 31. Dezember zu kaufen – vier Monate vor der englischen Fassung. Wer auf Mystery-Serien wie »Medium«, »Fringe« oder »Alphas« steht, wird von »Touch« nicht enttäuscht sein. Und wer ein bisschen Geduld mitbringt, der sollte spätestens zur Mitte der ersten Staffel vom subtilen Flair dieser ­Produktion eingefangen werden.

RÜDIGER SCHÄFER

 

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