Filmkritik: DreDD

Rüdiger Schäfer über Dredd 3D

Dredd 3D (2012, SF, Action, Kino, 95 min., FSK 18)

1995 war es Actionlegende Sylvester Stallone, der in die Rolle des »Richters« Judge Dredd schlüpfte und an den Kinokassen baden ging. Der Film spielte gerade einmal etwas mehr als die Produktionskosten ein. Kein Wunder also, dass es fast zwanzig Jahre gedauert hat, bis man der 1977 erstmals erschienenen Comicserie »Judge Dredd« eine neue Chance auf der großen Leinwand gab.

Diesmal versucht sich Karl Urban (vielen womöglich noch als Èomer aus der »Herr der Ringe«-Trilogie bekannt) an dem Rächer in martialischer Rüstung und mit schwerer Bewaffnung. Wir befinden uns in der Zukunft. An der Ostküste der USA liegt Mega-City One, ein Moloch mit 800 Millionen Einwohnern. Jeden Tag werden 17.000 Verbrechen gemeldet; die Ordnungskräfte sind völlig überfordert. Aus diesem Grund wurden die Judges ernannt, knallharte Kämpfer für Recht und Ordnung, die unmittelbar vor Ort urteilen und vollstrecken. Unnötig zu erwähnen, dass es dabei wenig zimperlich zugeht, und das das dank der FSK 18-Freigabe auch gezeigt wird.

Die eingleisige Handlung dreht sich um einen Judge namens Dredd, seine junge, parapsychisch begabte Partnerin (Olivia Thirlby) und Madelaine Madrigal (Lena Headey), genannt Ma-Ma, eine ­Superschurkin, die die Modedroge Slo-Mo in großem Stil vertickt. Dredd spürt sie auf, legt dabei ein halbes Stadtviertel – inklusive Horden von Gangstern – in Schutt und Asche und schmeißt die kriminelle Dame am Ende von einem Wolkenkratzer. Mehr ist da nicht.

Wer also nach dramaturgisch ausgefeilter Handlung und tiefschürfenden Dialogen sucht, der bleibt besser zu Hause. Wer sich aber von brutaler Baller-Action und phantastischen 3-D-Effekten mal so richtig in den Kinosessel drücken lassen will, der geht sofort ins nächste Lichtspielhaus. »Dredd« ist hart, schnell und gewalttätig. Die Zeitlupen (von der Slo-Mo-Droge ausgelöst) machen in der dritten Dimension richtig was her, und immer wieder glaubt man, dass die Trümmer der zahlreichen Explosionen nur Zentimeter am eigenen Kopf vorbeifliegen. ­Allein dafür lohnt sich das Eintrittsgeld.

Einzig und allein die angeblich so skrupellos böse Ma-Ma enttäuscht und macht einen eher drögen Eindruck. Eine Fehlbesetzung, die dem Film zwar nicht wirklich schadet, aber an ein bis zwei Stellen nervt. Fazit: »Dredd« ist unkomplizierte Action pur in SF-Kulisse – und macht einfach tierisch Laune!

Rüdiger Schäfer

 

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