James Bond bei Rahenbrock

Der Tag, an dem 007 ins Cinestar nach Osnabrück kam

Freitag, 26.10.2012: Post vom Autohaus Ford Rahenbrock. Hm, ob das ein Angebot für den Wintercheck ist? Oder – herrjeh, gar eine Rechnung?

Mitnichten! Es ist Post vom Geschäftsführer Ubbo Latajka. Aha – und was will der Mann? Mich einladen, denn treue Kunden bittet er zum großen Rahenbrock-Event am Samstag, den 3. November. Angesagt ist das Rudelgucken des neuen James-Bond-Streifens „Skyfall“. Zwar bin ich kein Ford-Kunde, aber seit die Osnabrücker ­Peugeot-Weser-Ems-Gruppe nach ihrer „Übernahme“ durch Rahenbrock zum Angebotssortiment dieses Autohauses gehört, darf auch ich mich als Kunde fühlen.

Na, da ziert man sich nicht lange und antwortet mit „ja, ich will!“ Eine Woche später ist es dann soweit. Das Auto stelle ich in der Eisenbahnstraße von Osnabrück ab. Von da aus sind es zu Fuß noch gefühlte sieben Minuten zum Osnabrücker Hauptbahnhof und dem Kinocenter Cinestar. Sicherer ist das, denn wer weiß, wie die Parkplatzsituation in der Bahnhofsgarage ist – am Samstag-Mittag und vor allen Dingen, wieviel Kunden Rahenbrock zu dieser Veranstaltung geladen hat?

Am Bahnhofsvorplatz das erste Stirnrunzeln. Ein Auto mit Blaulicht vor dem Kinocenter und eine wahre Menschentraube vor dem Eingang. Ist das die Polizei – unser Freund und Helfer? Es fällt mir wieder ein, dass NDR 2 im Frühstücksradio von Streik bei der großen Kinokette berichtete. Aber, war das nicht Cinemaxx? Egal. Ich arbeite mich in Richtung Kinoeingang vor. Nein, weder Polizei, noch Feuerwehr, ein Oldtimer, aufgestellt von Rahenbrock, ist des Rätsels Lösung. Ja, gut, ich quetsche mich am flanierenden Volk vorbei, gebe die Einladung bei der Einlaßkontrolle ab, erhalte Verzehrbons in krass-grün und signal-rot und darf nun die Treppe in Richtung Kinofoyer erklimmen. Tief Luft holen, es ist Volk anwesend – gaaanz viiiel Volk. Au weia!

Lautstarkes Räuspern und klopfen auf ein Mikrofon belehrt mich, dass jetzt eine Ansage kommt. Ich drehe mich um, zur Sitzecke hinter mir, die als provisorische Bühne dient. „Mein Name ist Ubbo Latajka“. Aha, er nun. Natürlich freut er sich, dass wir alle gekommen sind – so ist es aber recht. Dann folgt die Aufzählung der Sponsoren, der Hinweis, dass man nach dem Kinobesuch ja im Hotel Advena speisen kann. Wer es billiger mag, könnte ja auch nach nebenan, gleich rechts zum Bulleten-Brater mit dem großen gelben M und last, but not least, ist auch noch ein großer Osnabrücker Optiker zugegen. Wer also schon immer mal auf den Samstag eine Brille kaufen wollte … ja, nee, ist klar!

Danach die Erläuterung des weiteren Prozederes: Wir, also die Rahenbrock-Geladenen haben Zutritt in die Kinosäle 1, 3 sowie 5 und 6. Dort wird „Skyfall“ gezeigt. Für die Kids gibt es das Kinderprogramm in Kinosaal 2 mit „Asterix bei den Briten“. Wir dürfen uns in aller Ruhe in die betreffenden Säle begeben, es gäbe ausreichend Sitz­plätze, vorausgesetzt, es wird lückenlos Platz genommen. Genügend Zeit für das Einlösen der Verzehrbons für Knabberzeug und Kaltgetränk ist ebenfalls gegeben. Zum Schluss folgt die Information, dass auch das Parken für uns Gäste in der Bahnhofs­garage bezuschusst wird. Na, das ist doch mal eine noble Geste! Nicht zu vergessen, dass wir uns bei künftigen Autokäufen auch gerne an Herrn Latajka erinnern dürfen.

Ich beschließe, den nächstgelegenen Eingang zum Kinosaal 5 anzusteuern, um mir einen angenehmen Sitzplatz zu sichern. Im hinteren Drittel erspähe ich eine Reihe mit verlängertem Rückenteil, beinahe mit Kopfstützen-Charakter. Ich platziere mich ziemlich genau in der Mitte und sage artig dem Sitznachbarn „Grüß Gott“. Der schaut etwas irritiert, fährt aber schnell fort, seiner Frau die Bestellung in Sachen Getränk und Knabberei zu erläutern. Ach, so ist das! Tja Pech, dass es mir nicht gelungen ist, Susanne zum Mitkommen zu bewegen, denn dann könnte ich …

Für die Statistiker unter den FO-Lesern: Aus alter Gewohnheit, siehe SF-Tage im Dortmunder Harenberg-Center und der damaligen Besucher-Zählweise, versuchte ich mich in einer groben Schätzung. Anhand der Sitzreihen und der Befüllung des Kinosaals Nummer 5, kam ich auf rund 90 bis 120 Anwesende. Wie schon erwähnt, es gab der Kinosäle vier. Und das Foyer war proppenvoll, so dass von 350 bis 450 Besuchern ausgegangen werden kann.

Zurück zum Programm, das zog sich hin. Überbrückt wurde die Wartezeit von Werbetrailern in bewegt, hier ein Kurzfilm von einer siebziger oder 80er-Jahre Auto-Rallye bzw. von Standbildern, die Aufnahmen des Hauses Rahenbrock von der Frühzeit bis zu den Niederlassungen der Gegenwart zeigten. Ja, kann man schauen, nach der fünften Wiederholungs-Schleife läßt aber die Aufmerksamkeit spürbar nach.

Doch schließlich war es vollbracht. Der Kinosaal wurde abgedunkelt und die Filmvorschauen und Werbespots des Cinestar füllten die Leinwand. Hatte ich erwähnt, dass der Sitznachbar die Ehefrau zum Verzehrbon-Einlösen abkommandierte? Sie war erfolgreich – seufz! Und so gelangte er in den Besitz des kleinen Kaltgetränks (Halb­literbecher) und eines Popcorn-Eimers. Natürlich machte er sich darüber her und gab sich alle Mühe, mich mit seinen Saug-, Schmatz- und Kaugeräuschen zu beglücken. Spätestens jetzt begann ich darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten zur finalen Senkung der Geräuschkulisse angemessen wären. Zum Glück begann nun der Hauptfilm und der Kau-Rüpel zur Linken vergaß gänzlich für Nachschub zu sorgen. Dieser Zustand hielt dankenswerterweise die nächsten zwei Stunden an.

Und wie war nun der neue Bond? Ach Leute, fragt doch den Rüdiger! Der weiß das nicht nur, er verrät es hier im Blog. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Günther Freunek

 

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