TAFFE MÄDELS

Mutige Frauenkomödie versext den Kinosommer

USA, 2013
Regie: Paul Feig
Darsteller/innen: Sandra Bullock, Melissa McCarthy, Demián Bichir
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Bei der Premiere in London am 13.06.2013: (von links nach rechts) Jessica Chaffin, Sandra Bullock, Paul Feig und Jamie Denbo
© 2013 Twentieth Century Fox

Zwischen millionenschweren Fantasy-Action und Schauspieler-zentrierten Remakes geht Taffe Mädels sicher als Außenseiter in das alljährliche Rennen um den Sommer-Blockbuster des Jahres. Gerade als solcher jedoch entpuppt sich die außergewöhnliche Action-Komödie mit ganz viel Herz jedoch schon beim ersten Hinsehen als unerwartete Konkurrenz.
In höchstem Maße amüsant, kurzweilig und von vorn bis hinten politisch unkorrekt braucht dieser Film nicht einmal die erfrischende Botschaft hervorzuheben, die Melissa McCarthy mit ihrem Charakter des plumpen, lauten und höchst kompetenten Großstadt-Cops Shannon Mullins vermittelt. Nicht nur Sandra Bullocks Charakter Sarah Ashburn sondern eventuell auch die zwar talentierte aber in ihrem Comeback noch etwas steif wirkende Schauspielerin können sich von dieser bemerkenswerten Darstellung eine ganze Scheibe abschneiden.

Obwohl beide Teile des ungewöhnlichen Polizisten-Duos ihre Schwächen zeigen, als sie gemeinsam versuchen, ein Drogenkartell auszuschalten, werden nicht ein einziges Mal im ganzen Film Mullins’ etwas füllige Körperproportionen thematisiert. Welche sie auch kein bisschen daran hindern, ihren Gegnern in den Hintern zu treten. Mit einer Figur, die in völliger Selbstverständlichkeit sowohl sexuell als auch in ihrem sozialen Umfeld überlegen ist, zeigt Hollywood an dieser Stelle bemerkenswerten Mut- in Form einer Botschaft, die gerade in Zeiten von Photosphop-Wahnsinn und Anorexia-Tragödien wichtiger denn je zuvor ist: Das Aussehen zählt nicht.

Es zählt sogar so wenig, dass diese eine von vielen ansprechenden Charaktereigenschaften nicht einmal herausstechen muss. Der Film unterhält mit seinen schlagfertigen Dialogen und der liebevollen Charakterisierung. Der Zeichnung von Ashburn auf ihrem Weg fort vom kranken Ehrgeiz zu mehr Integrität, und von Mullins auf ihrer Suche nach mehr Menschlichkeit in einem Umfeld einer kriminellen Familie und ständiger Anfeindung. Die Geschichte muss nicht einmal übertrieben realistisch sein, um den Zuschauer mit auf eine Reise von sekündlichen Lachern, Kopfschütteln und sogar einem zu Tränen rührenden Moment am Ende zu nehmen.
Alles richtig gemacht, meint die Autorin dieses Artikels begeistert!

Bettina Petrik
 

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