IM GESPRÄCH MIT OTTO WAALKES

München, 08.12.2013 - Viel mehr als nur „der Synchronsprecher“

München, 08.12.2013 – Viel mehr als nur „der Synchronsprecher“

Zum Start des vorweihnachtlichen Kinderfilms Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten lud Constantin Film am 08.12.2013 zur Feier nach München ein, bei der natürlich auch Komiker-Legende Otto Waalkes als Protagonisten-Synchronstimme („Alex“) nicht fehlen durfte. Vor dem Gang über den Roten Teppich begeisterte der Allround-Künstler Klein und Groß mit gewohnt ausgelassenen Posen für die Fotografen und viel Geduld für Autogramme und Fotos. Vorher nahm er sich in einem herzlichen Gespräch Zeit für unsere Fragen.

 

 

Schon zur Begrüßung dürfen wir uns spontan für ein begleitendes Foto aufstellen. Keine Spur von Berührungsangst! Am runden Tisch wird uns Journalisten erst einmal eine luxuriöse Auswahl an Schokolade angeboten. Herr Waalkes lädt im wahrsten Sinne des Wortes zum Gespräch, und erzählt auch beim letzten Interview des Nachmittags noch ausführlich und gerne.

In einer solch entspannten Atmosphäre kommt Otto schnell ins Philosophieren. Auch wenn er sich selbst nicht in der Rolle des Lehrers sieht, so findet er doch, dass es wichtig ist, Kindern wie gerade in diesem neuesten BBC Earth-Werk auch die ernstesten Seiten des Lebens darzulegen. Angesprochen auf das im Film kurz thematisierte mögliche Aussterben der Menschheit erklärt er in immer währendem charmantem Optimismus, dass er die Menschheit für korrekturfähig hält. Dass der Mensch an sich gut ist. Bei einer Unterhaltung mit einem so offenen und intelligenten Darsteller mag man das jedenfalls gerne glauben.

 

Fandom Observer:
Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten beruht ja bekanntlich auf einer älteren Dokumentarserie von BBC. Hattest du diese im Vorfeld gesehen?

Otto:
Nein, die kannte ich nicht. Das war eine amerikanische Produktion, die war für BBC produziert, und die war sehr aufwändig und sehr kostspielig. Man hat hier geglaubt, das könnte man doch für einen Film einsetzen. Aber welche Form will man nehmen, um das dem deutschen Publikum dann verständlich zu machen? Und dann haben die an mich gedacht. Denn man braucht ja einen bestimmten Erzähler, eine bestimmte Person, die diese doch sehr belehrende Form etwas aufweicht, ein bisschen verständlich macht, etwas amüsanter. Und da dachte ich: Ich bin ja kein Synchronsprecher, aber als Erzähler, um den Protagonisten da durch diese Sache durch zu tragen, da lass ich mich mal- na ja, ich bin ja auch käuflich, also das passt ja ganz gut [grinst].

Fandom Observer:
Bist du denn dann jemand, der sich bei der Premiere auch ins Publikum setzt und die Reaktionen beobachtet?

Otto:
Ja, auf jeden Fall, das mach ich gern. Das hab ich bisher noch jedes Mal gemacht, bei allen Filmen.

Fandom Observer:
Besonders gefallen hat mir im Film die schwierige Beziehung der beiden Dinosaurier-Brüder…

Otto:
Das Konkurrenzdenken und so, ja. Das hat es natürlich bei uns früher auch gegeben. Man kann da durchaus Vergleiche ziehen zur Neuzeit, das ist gar nicht so schlecht. Das hat BBC geschickt gemacht, die wissen das natürlich ganz genau. Das ist also schon sehr klug, dass sie da diese Themen ausgewählt haben, damit es da gewisse Identifikationsmöglichkeiten gibt. Das ist denen gelungen.

Fandom Observer:
Es gibt ja eine Szene mit den Dinosaurier-Brüdern, als Patchi die Herde von seinem Bruder als Anführer wegleitet. Was ein wenig die Frage aufwirft, ob nun die Loyalität zur Familie oder das Gute für das große Ganze wichtiger ist. Wie siehst du das?

Otto:
Entscheidend ist die Familienzugehörigkeit, die alle wieder zusammenzuführen und zusammenzuhalten, dass das daraus erkenntlich wird. Das ist gerade in der Vorweihnachtszeit so wichtig. Das ist die große Botschaft.

Fandom Observer:
Zum Schluss, was hast du für Zukunftspläne? Wie sieht es mit dem nächsten 7 Zwerge-Film aus?

Otto:
Da sind wir dabei. Wir haben da schon ein Drehbuch fertig, und da muss man jetzt mal sehen, wie die Verhandlungen laufen. Das dauert aber noch. Film ist immer so langwierig, das dauert Jahre, mit der ganzen Vorbereitungszeit und so. Das ist noch in weiter Ferne. Aber es kommt.

Verabschiedet werden wir am Ende übrigens mit einer Umarmung denn „Wir Ostfriesen machen das so“. Wir Ösis übrigens auch, Herr Waalkes! Wir verstehen uns :) .

Otto Waalkes beim Photocall

Fotos und Interview: Bettina Petrik
 

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