Tag-Archive: Dresdner Buchverlag

Weise und desillusionierend –
Lars Hitzing, »Drei Monde«

Lars Hitzing - „Drei Monde“Selten war ich bei der Beurteilung eines ­Romans so unsicher wie bei diesem. Soll ich ihn als gelungenen, zivilisations- und zeitkritischen postapokalyptischen Entwicklungsroman kategorisieren? Oder doch eher als widersprüchliches, überpädagogisiertes Erstlingswerk eines ambitionierten Autoren, der sich schwertut, seinen eigenen An­sprüchen gerecht zu werden?
Der Ich-Erzähler, dessen Namen wir nicht erfahren, führt uns mit ziemlich derben und deutlichen Worten in seine Welt ein. Die Welt an der Wende vom 21. zum 22. Jahrhundert, wird beherrscht von einigen wenigen Konzernen wie Google-Gazprom, Toshika-Krupp oder Nestle-All-In-One, die die Welt in drei Industriezonen Panamerika, Eurasien und Groß-Kongo aufgeteilt haben. Der Neoliberalismus herrscht in seiner reinsten Form, in dem „dem Individuum die totale Verantwortung für sich selbst“ übertragen wird. Das ist natürlich eine offensichtliche Anspielung auf den herrschenden Wirtschaftsliberalismus und die seit der Hartz IV Reform geltende Maxime der Sozialpolitik, nach der jeder sich selbst der Nächste ist. Der Protagonist braucht einige Umwege, um am Ende wieder zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Lies weiter!

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Guter Stil, oberflächlich:
Kirsten Spott – »Merlins Erben«

Kerstin Spott – „Merlins Erben“Ein Zitat aus „Harry Potter“ zur Einführung, ein Weltenwechsel auf den ersten vier, fünf Seiten – man befindet sich mitten in etwas, das man Neudeutsch wohl „Urban Fantasy“ nennen müsste. Die Handlung findet anfangs im Hier und Jetzt statt, wie man auf den ersten Seiten erfährt: „Ein Zauberlehrling und ein kleiner Halbling lockten gerade Millionen Menschen in die Kinos(…).“ (S. 17 f.). Danach kommt es dann immer wieder zu Reisen in die Anderswelten.

Bald kommt man in einen keltisch-nordischen „Mythen-Mix“, in dem Merlins Erbe (nicht umsonst ist „Merlins Erben“ der Titel des Buches) und nordische Figuren (wie „Wolf Fenris“ [S. 26] oder Thor) ineinander fließen. Bei Wolf Fenris ist Spott noch ein guter Name eingefallen, bei Frau Deinsty fragte ich mich beim Lesen immer, ob sie nicht „Destiny“ (Schicksal) heißen sollte. Wer weiß? Lies weiter!

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Fandom Observer 277

Fandom Observer 277FANDOM OBSERVER 277 ist erschienen. Chefredakteur Günther Freunek präsentiert auf 28 Seiten die folgenden Themen:

  • Titelgeschichte: Comicsalon 2012, Pascal Philp und Olaf Brill berichten aus Erlangen
  • Kritische Größe erreicht? Roland Triankowski und Bernd Meyer haben den Nordcon in Hamburg besucht
  • Die Welt der Phantastik – bequem auf der Couch: Günther Freunek nimmt phantastik-couch.de unter die Lupe – die Macherinnen im Interview
  • Zum Tod von Raymond Douglas Bradbury, genannt Ray: Nachrufe von Günther Freunek, Holger Marks und Ingrid Pointecker

Und das erwartet euch außerdem … Lies weiter!

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Nicht preiswürdig, aber lesenswert: »Katharsia« von Jürgen Magister

Jürgen Magister - »Katharsia«Für den 14jährigen Sando wird ein Traum wahr: Er reist mit seiner Klavierlehrerin Maria, die er heimlich verehrt, durch Marokko. Während sie locker miteinander scherzen endet der Ferientrip abrupt. Ihr Reisebus wird durch islamische Gotteskrieger gestürmt. Sie töten sowohl Sando als auch Maria.

Ein Roman, in dem die Hauptfigur schon auf den ersten Seiten stirbt, beginnt zumindest ungewöhnlich. Doch Sando ist nicht wirklich tot. Seine Seele gelangt nach Katharsia. Die Seelen der Verstorbenen bleiben dort so lange, bis sie mit sich ins Reine kommen. Katharsia ist eine Parallelwelt – aber es ist nicht das Paradies. Das merkt auch der junge Sando schnell.
Damit die Seelen der Verstorbenen sich in Katharsia manifestieren können, brauchen sie Retamin. Durch diesen Stoff erhalten sie einen neuen Körper. Wer genug Retamin hat, kann sich damit auch einen Diener, ein eigenes Kind oder gigantische Fabelwesen erschaffen. Leider geht dieses Retamin zur Neige. Nicht allen Seelen gelingt es, einen Körper in Katharsia zu bekommen. Lies weiter!

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Historisches Fantastisch angereichert:
Mark Bredemeyers „Runenzeit“

Mark Bredemeyer - „Runenzeit 2 – Krieg um Germanien“ Eine faszinierende historische Epoche wird hier sparsam mit fantastischen Elementen angereichert, um ein spannendes Abenteuer vermischt mit einer sehr schönen ­Liebesgeschichte zu erschaffen, die genug Überraschungen bereithält, um das Lesevergnügen bis zum Schluss nicht zu beeinträchtigen. Lies weiter!

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