Archiv der Kategorie: Bücher

Ralf Boldt & Wolfgang Jeschke (Hrsg.) – Die Stille nach dem Ton

DIE STILLE NACH DEM TON ist ein ungewöhnliches Buch: Das Format ist fast doppelt so hoch wie ein handelsübliches Taschenbuch und breiter. Das macht den Band bei der Lektüre etwas sperrig, aber es leuchtet durchaus ein, weshalb dieses Format gewählt … Lies weiter!

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Jack McDevitt – Firebird

Mit FIREBIRD legt der US-amerikanische Autor Jack McDevitt bereits den sechsten Band um den Antiquitätenhändler Alex Benedict und um seine Pilotin Chase Kolpath vor. Alex Benedict ist selbstverständlich ein Antiquitätenhändler der Zukunft. Die Artefakte, mit denen er handelt, stammen aus der Historie der Menschheit, die mit dem Aufbruch zu den Sternen begann und mittlerweile mehrere tausend Jahre umfasst. Dabei erstaunt es, wie sehr die wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Verhältnisse denen der Realwelt ähneln. Auch die Technik mutet an, als würde FIREBIRD (und die vorangegangenen Romane) nur wenige hundert Jahre in der Zukunft spielen, zumindest verglichen mit anderen einschlägigen SF-Romanen und -Serien. Diese unprätentiöse Darstellung ist zwar auch für das übrige Werk des Autors typisch, mutet in diesem Fall aber etwas widersprüchlich an, auch wenn man sie mit dem Tempo der technischen Entwicklung in der Realwelt vergleicht. Lies weiter!

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Peter Straub – Okkult

Mit OKKULT liegt nach SCHATTENSTIMMEN (Heyne Paperback 56508, 2006, Nachdruck als Heyne TB 72181, 2008), also nach sechs Jahren, wieder ein Roman des US-amerikanischen Horror-Autors Peter Straub vor.

Straub ist durch eine Reihe von heraus­ragenden Romanen im deutschen Sprachraum bekannt geworden, so durch WENN DU WÜSSTEST (u. a. als dtv TB 20786, 2005), GEISTERSTUNDE (u. a. als Heyne TB 72004, 2005), DER HAUCH DES DRACHEN (u. a. als Heyne TB 123902, 2003), KOKO (u. a. als Heyne-TB 48348, 2007), MYSTERY (u. a. als Heyne-TB 8603, 1997), MISTER X. (u. a. als Heyne TB 16003 , 2000) u. a. m., die vor allem durch ihre eindringliche, bedrohliche Atmosphäre zu überzeugen wussten. Mit seinen letzten zwei vor OKKULT erschienenen Romanen, HAUS DER BLINDEN FENSTER (Heyne Paperback 43000, 2004, Nachdruck als Heyne TB 43306, 2008) und SCHATTENSTIMMEN, enttäuschte der Autor aber stark: Mit den Plots plagiierte sich der Autor selbst, und die Romane waren deutlich dünner als bislang gewohnt, so dass Straub seine Vorzüge nicht zum Einsatz bringen konnte oder wollte. Lies weiter!

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Willkommen in Centralia:
Zwei Ausflüge in die brennende Stadt

Nach über vierzig Jahren kommen immer noch neue „Drei ???“-Jugendbücher heraus. Ein Teil der Leser sind inzwischen Erwachsene, die mit den Abenteuern der drei Junior-Detektive aus Rocky Beach eigene Kindheitserinnerungen verbinden, als sie im Bett mit Leselampe Seite um Seite verschlangen und, wenn die Spannung am Kapitelende arg zu groß war, halt das nächste Kapitel auch noch lasen. Wie ich höre, soll es inzwischen auch eine ganze Generation von „???“-Fans geben, die die Serie hauptsächlich als gekürzte Hörspielversion kennen gelernt haben. Richtig knorke waren aber eigentlich nur die Bücher, wo die jungen Leser immer mal wieder ein paar Seiten zurückgeblättert haben, um den aktuellen Rätseltext nachzulesen, und Justus, wenn er stark nachdachte, seine Unterlippe knetete. Lies weiter!

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Weise und desillusionierend –
Lars Hitzing, »Drei Monde«

Lars Hitzing - „Drei Monde“Selten war ich bei der Beurteilung eines ­Romans so unsicher wie bei diesem. Soll ich ihn als gelungenen, zivilisations- und zeitkritischen postapokalyptischen Entwicklungsroman kategorisieren? Oder doch eher als widersprüchliches, überpädagogisiertes Erstlingswerk eines ambitionierten Autoren, der sich schwertut, seinen eigenen An­sprüchen gerecht zu werden?
Der Ich-Erzähler, dessen Namen wir nicht erfahren, führt uns mit ziemlich derben und deutlichen Worten in seine Welt ein. Die Welt an der Wende vom 21. zum 22. Jahrhundert, wird beherrscht von einigen wenigen Konzernen wie Google-Gazprom, Toshika-Krupp oder Nestle-All-In-One, die die Welt in drei Industriezonen Panamerika, Eurasien und Groß-Kongo aufgeteilt haben. Der Neoliberalismus herrscht in seiner reinsten Form, in dem „dem Individuum die totale Verantwortung für sich selbst“ übertragen wird. Das ist natürlich eine offensichtliche Anspielung auf den herrschenden Wirtschaftsliberalismus und die seit der Hartz IV Reform geltende Maxime der Sozialpolitik, nach der jeder sich selbst der Nächste ist. Der Protagonist braucht einige Umwege, um am Ende wieder zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Lies weiter!

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Guter Stil, oberflächlich:
Kirsten Spott – »Merlins Erben«

Kerstin Spott – „Merlins Erben“Ein Zitat aus „Harry Potter“ zur Einführung, ein Weltenwechsel auf den ersten vier, fünf Seiten – man befindet sich mitten in etwas, das man Neudeutsch wohl „Urban Fantasy“ nennen müsste. Die Handlung findet anfangs im Hier und Jetzt statt, wie man auf den ersten Seiten erfährt: „Ein Zauberlehrling und ein kleiner Halbling lockten gerade Millionen Menschen in die Kinos(…).“ (S. 17 f.). Danach kommt es dann immer wieder zu Reisen in die Anderswelten.

Bald kommt man in einen keltisch-nordischen „Mythen-Mix“, in dem Merlins Erbe (nicht umsonst ist „Merlins Erben“ der Titel des Buches) und nordische Figuren (wie „Wolf Fenris“ [S. 26] oder Thor) ineinander fließen. Bei Wolf Fenris ist Spott noch ein guter Name eingefallen, bei Frau Deinsty fragte ich mich beim Lesen immer, ob sie nicht „Destiny“ (Schicksal) heißen sollte. Wer weiß? Lies weiter!

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Tragende Grundidee, formal schwach: »Visionen« von Philip Schwarz

Philip Schwarz – »Visionen«„Ich werde einen uralten Menschheitstraum wahr machen!“. Davon ist Raja Souresh fest überzeugt. Der charismatische Souresh lebt im 25. Jahrhundert. Die Menschheit ist in den Weltraum vorgestoßen und hat viele Planeten bereits von ihres gleichen bevölkert vorgefunden. Wie es dazu kam, bleibt im Verborgenen. Jedenfalls ist in den letzten Jahrhunderten unter der Führung der Erde eine menschliche Zivilisation entstanden, die sich immer weiter ausbreitet. Allerdings hängt sie noch den moralischen Werten des 21. Jahrhunderts an. Die Menschheit hat sich als Ganzes nicht weiterentwickelt, sondern ihre Gesellschaft ist weiterhin auf dem kapitalistischen System ihrer Vorfahren aufgebaut. Wobei die Erde und ihre Bevölkerung im Zentrum steht und die neu entdeckten, technologisch angepassten Planeten lediglich eine untergeordnete Rolle im Machtgefüge spielen. Es verwundert einen deshalb nicht, wenn das Heer der Unzufriedenen nach und nach größer wird und viele Planeten nach einer größeren Unabhängigkeit streben. Lies weiter!

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Definitiv nicht politisch korrekt
»The Nazi Island Mystery«

r.evolver - „The Nazi Island Mystery“

„Alarm beim MI6: Verrückte Wissenschaftler basteln im Vierten Reich an gefährlichen Klon-Experimenten – und schrecken vor nichts zurück. Nur Superagentin Kay Blanchard mit ihrer Vorliebe für Sex, Drogen und lautloses Töten kann die Verschwörer aufhalten. Ultimativer Thriller-Trash mit Werwolf-Aliens und Russ-Meyer-Bräuten.“
(Quelle: Rückentext) Lies weiter!

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Sehr wenig von allem – »Halana und der Turm des Schwarzen Herzogs«

Marco Reuther – »Halana und der Turm des Schwarzen Herzogs«Halana, eine junge Frau zunächst unbekannter Herkunft, hat sich als Kriegerin in ihrem ersten Kampf bereits so viele Meriten erworben, dass sie nun (8 Jahre später) bereits zu den angesehenen Kämpfern im friedliebenden Königreich Engaland zählt. Bis hin zum schurkischen Cosa, Herzog des Nachbarreiches Schwarzland, ist ihr Ruhm gedrungen, verbunden mit einigen Geheiminformationen: sie soll einer Gruppe von Kindern angehören, die aus dem abgeschlossenen Land der Zauberer stammen und somit fähig sein, diese Grenze unbeschadet zu passieren. Jeder andere, der dies versucht, wird von einer magischen Barriere verbrannt. Cosa lässt ihren Sohn Ruff entführen, um sie zu zwingen, ins Zauberland zu reisen und einen Magier anzuheuern, der ihm hilft, Engaland endlich zu erobern; ein Plan, der einige Lücken aufweist und auch sonst anders als erwartet abläuft. Lies weiter!

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Heiterer Lesespaß – »Kopfloser, Herzlose«-Trilogie von Michael Erle

Michael Erle - „Kopfloser, Herzlose“Eine Söldneranführerin und ein Schelm, das ist eigentlich nicht unbedingt der Stoff für eine klassische Romanze. Aber man muss halt mit dem arbeiten, was man zur Verfügung hat … und Grouchox liebt Zoruna. Grouchox ist besagter Schelm, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht, denn weder die Söldneranführerin Zoruna noch ihre Truppe nehmen den schmächtigen Kerl sonderlich ernst. Vor allem, da Zoruna der Meinung ist, ein Offizier dürfe sich keine derartigen Gefühle leisten. Das alles jedoch hält Grouchox nicht davon ab, seiner Angebeteten schmachtend zu folgen. Auch wenn das bedeutet, mit auf das Handelsschiff GÜLDESEL zu gehen, zu dessen Schutz die Söldnertruppe angeheuert wurde. Und da eine gefahrlose Reise nun wirklich langweilig und einer Romanze nicht förderlich wäre, wird ihnen auch nicht ansatzweise langweilig. Lies weiter!

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